Sport
01.03.2013

Northug holt Dählie ein

Norwegen gewinnt die Herren-Staffel, für Petter Northug bereits die neunte Goldmedaille.

Für tausende norwegische Fans und die italienischen Gastgeber war es der wichtigste Bewerb der Nordischen Ski-WM. Die einen durften nach dem 4-mal-10-km-Langlaufrennen am Freitag in Lago di Tesero über den siebenten Staffel-Titel ihres Herren-Quartetts in Serie jubeln, die anderen mussten betrübt einen vierten Platz ihrer "Squadra" nach großem Kampf zur Kenntnis nehmen.

Schlussläufer Petter Northug war im Sprint einmal mehr der Beste und stellte vor Schweden (1,2 zurück) den Sieg und seine neunte Goldmedaille sicher. Italien blieb 0,2 Sekunden hinter Russland nur die "medaglia di legno", die hölzerne.

Tord Asle Gjerdalen, Eldar Rönning, Sjur Röthe und Northug feierten in einem am Ende taktischen Rennen vor rund 35.000 Zuschauern einen knappen Sieg. So wie zwei Jahre zuvor in Oslo blieb Olympiasieger Schweden "nur" Silber, die Revanche für die Verhöhnung ihres Marcus Hellner auf der Ziellinie am Holmenkollen durch Northug gelang nicht. Diesmal hatte der norwegische Superstar allerdings nicht die Zeit, mit quer-gestellten Skiern zu warten und dann 1,3 Sekunden vor Schweden die Linie zu überschreiten.

Sprintrakete

Gegen Calle Halfvarsson war es für Northug im Sprint nicht einfach. Doch so wie dem Biathleten Sergej Ustjugow (RUS), David Hofer (ITA) und Matti Heikkinen (FIN) war es dem Schweden zuvor nicht gelungen, der "Sprintrakete" auf den letzten zehn Kilometern das Leben schwer zu machen. Bis drei Kilometer vor dem Ziel war das Tempo niedrig, gab es taktische Geplänkel. Dann ergriff Northug in einem Anstieg selbst die Initiative und ließ sich für den Rest des Rennens nicht mehr von der Spitze verdrängen. Damit hat Norwegen seit dem zweiten Platz hinter Österreich 1999 in Ramsau stets mit der Staffel triumphiert.

Northug zog mit seiner neunten Goldmedaille mit dem bisher erfolgreichsten Herren-WM-Teilnehmer, seinem Landsmann Björn Dählie, gleich. Am Sonntag hat er zum Abschluss der 49. Titelkämpfe erneut als Titelverteidiger die Chance, Dählie mit einem Sieg in 50-km-Marathon (klassische Technik) sogar zu überflügeln. Da haben die Azzurri durch den 38-jährigen Giorgio di Centa die letzte Chance, einen zweiten "salto nullo" bei einer Heim-WM nach 2003 und den zweiten in Folge zu verhindern.

Österreich war nicht vertreten. Laut dem Sportlichen Leiter Markus Gandler fehlt im ÖSV-Team ein zweiter Läufer für die klassische Technik, um ein respektables Abschneiden unter den ersten zehn zu ermöglichen.