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Sport
09/25/2012

NFL: Amateur-Schiris unter Beschuss

Zweit- und drittklassige Schiedsrichter leiten die Football-Spiele, sie begehen gravierende Fehler.

Die Fans gehen auf die Barrikaden, die Stars sind empört. Seit die National Football League (NFL) Anfang Juni ihre rund 120 offiziellen Schiedsrichter wegen Gehaltsverhandlungen ausgesperrt hat, leiten zweit-und drittklassige Unparteiische die Spiele - und es hagelt gravierende Fehler. Die Amateur-Referees sind hoffnungslos überfordert, die amerikanische Sportwelt hat genug von diesem Fiasko. Mittlerweile hat sich nun sogar US-Präsident Barack Obama zu Wort gemeldet. Obama erklärte am Dienstag via Twitter, die Fans wünschten sich, dass die Aussperrung bald beendet werde.

Selbst unter den Basketball-Assen wird das Thema heiß diskutiert. "Ich werde mir kein NFL-Spiel mehr anschauen, bis die richtigen Schiedsrichter zurück sind. Welch eine Farce", twitterte Dirk Nowitzki. Sein NBA-Kollege LeBron James schrieb über den Kurznachrichtendienst: "Die Ersatzschiedsrichter müssen gehen!" Er liebe den Sport zu sehr, um das mit anzusehen.

Als "schlechteste Entscheidung aller Zeiten" bezeichnen einige Fans das, was sich in der Partie der Green Bay Packers gegen die Seattle Seahawks abspielte. Der Schiedsrichter entschied wenige Sekunden vor Schluss nach einem langen Pass und Gerangel in der Endzone auf Touchdown für die Seahawks, die damit die Partie drehten und 14:12 gewannen.

"Zerstören das Spiel"

Es ist nicht die erste Situation, die Entsetzen über die derzeitige Krise auslöst. Die finanzkräftigste Liga der Welt mit Jahreseinnahmen von rund neun Milliarden Dollar muss seit Wochen auf Amateur-Referees zurückgreifen. Diese missliche Lage ist der Preis für die Gehaltsstreitigkeiten.

"Der 13. Mann hat uns besiegt", twitterte Packers-Spieler Tom Crabtree. Calais Campbell von den Arizona Cardinals meinte: "Ich möchte diese Schiedsrichter nicht mehr auf dem Spielfeld sehen. Sie kosten gute Teams wichtige Spiele." Sein Teamkollege Patrick Peterson schrieb: "Können wir bitte die richtigen Schiedsrichter zurückbekommen. Diese zerstören das Spiel, das wir alle lieben."

In Schul- und College-Spielen sind die Anforderungen längst nicht so hoch wie in NFL-Partien. Einige der Aushilfskräfte pfeifen unaufmerksam und weniger streng als ihre Profi-Kollegen. "Diese Spiele sind ein Witz", twitterte Troy Aikman, ehemaliger Quarterback der Dallas Cowboys.

Bereits seit Juni gilt die Sperre für die offiziellen Referees. Seitdem kam es zu mehreren Verhandlungen zwischen der NFL und der Schiedsrichter-Gewerkschaft.

Im Gegensatz zu den Profiligen im Basketball, Baseball und Eishockey sind die NFL-Schiedsrichter Teilzeitkräfte. Die Liga will dagegen durchsetzen, dass mindestens ein Mitglied jeder Crew hauptamtlich arbeitet.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Altersvorsorge. Auf einige heikle Entscheidungen muss sich die Football-Welt deshalb wohl noch gefasst machen: Die letzten Gespräche waren ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

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