Lleyton Hewitt, of Australia, falls to the court after diving for a shot by Juan Martin del Potro, of Argentina, during a second round match at the U.S. Open tennis tournament, Friday, Aug. 30, 2013, in New York. (AP Photo/Darron Cummings)

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US-Open-Comeback
08/31/2013

New York: Ein Hauch von guten, alten Zeiten

Lleyton Hewitt, vor zwölf Jahren die Nummer eins der Welt, sorgt im Big Apple für Aufsehen.

von Harald Ottawa

Es wäre, als würde man ein altes Video am Court Arthur Ashe abspielen. Es wäre, als würden alle gespannt die alten Zeiten bestaunen.

Nein, Lleyton Hewitt spielt noch immer, wenn auch sonst zumeist versteckt auf irgendwelchen Nebenplätzen. In der Nacht auf Samstag durfte der Australier aber ausgerechnet auf dem CentreCourt der US Open sein noch immer vorhandenes Können präsentieren. Und er tat es in eindrucksvoller Manier: Der 32-Jährige spielte mit Juan Martin del Potro, dem US-Open-Sieger von 2009, im Entscheidungssatz Katz’ und Maus und siegte 6:4, 5:7, 3:6, 7:6 (2), 6:1.

Vor zehn Jahren wäre ein Drittrunden-Teilnehmer Hewitt keine Sensation gewesen. Warum auch? 2001 gewann der Australier bei den US Open, im selben Jahr war er zur jüngsten Nummer eins geworden, eine Bestmarke, die bis heute hält. Ein Jahr später siegte er in Wimbledon. Und dann? „Dann war es schwer. Aber von einem Federer kann man sich schon einmal in die zweite Reihe drängen lassen“, sagt der Australier, der die beidhändige Rückhand zum Paradeschlag auserwählte.

Damals, vor zehn Jahren, wurde er als australischer Agassi bezeichnet, nicht nur aufgrund des Spielstils. Seine umgedrehte Baseball-Mütze erinnerte ebenso an den Amerikaner, der 2006 seine Karriere beendete. „Klar wollte auch bei uns jeder so sein wie Agassi. Vielleicht musste ich erst die Nummer eins werden, damit ich Hewitt wurde und nicht mehr als Agassi-Verschnitt durchging“, erzählte er kürzlich einem australischen Magazin.

Altes Eisen?

Jetzt denkt auch in New York keiner mehr an die Legende Agassi. Hewitt, der derzeit auf Platz 64 in der Weltrangliste steht, allerdings kurzzeitig schon viel weiter hinter war, hat seit Ewigkeiten wieder einmal für ein Glanzlicht gesorgt. „Viele zählen mich zum alten Eisen, wenn ich es selbst tu’, hab ich keine Chance mehr. Ich weiß, was ich noch kann“, sagt Hewitt, der nun auf den Melzer-Bezwinger Jewgeni Donskoi trifft. Er weiß, dass er noch lange nicht zu den ältesten Spielern zählt. Tommy Haas steht ebenso in der dritten Runde – und ist bereits 35.

Keine lange Karriere dürfte allerdings jener Herr haben, den Hewitt besiegte: Juan Martin del Potro steht vor dem Karriere-Ende. Just jener Mann, der die Phalanx der Großen 2009 unterbrach. Denn seit Frühling 2005 hatte außer ihm noch kein Spieler ein Grand-Slam-Turnier gewonnen, der nicht Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic oder Andy Murray heißt. Sein Handicap: Das operierte Handgelenk schmerzt erneut. Bereits vor der Partie gegen Hewitt, wusste der Argentinier: „ Ich habe keine Ahnung, wielange ich noch spielen kann.“

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