Grauenvoll: Dylan Groenewegen (in Gelb) stürzt selbst, nachdem er Fabio Jakobsen (im Bild nur sein fliegendes Rad) abgeräumt hatte

© EPA/ANDRZEJ GRYGIEL

Sport
08/06/2020

Schwere Vorwürfe nach dem brutalen Sturz bei der Polen-Rundfahrt

Radsport: Der Teamchef des verunglückten Fabio Jakobsen fordert zudem eine Gefängnisstrafe für den Unfallgegner.

Der bei der Polen-Rundfahrt gestürzte niederländische Radprofi Fabio Jakobsen erllitt nach Angaben seines Teamchefs schwere Verletzungen im Gesicht. „Alle Knochen in seinem Gesicht sind gebrochen“, sagte Patrick Lefevere, der Manager des Rennstalls Deceuninck-Quick Step, am Donnerstag im belgischen Radio. Der Zustand sei „sehr schlimm. Wir beten weiter, dass er überlebt.“

Lefevere hatte am Abend zuvor gesagt, dass Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma), der seinen Landsmann im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit abgedrängt hatte, eine Gefängnisstrafe verdiene. Diese Worte bedauere er nicht, sagte Lefevere dem Sender. „Wir werden Schritte unternehmen, um bei der UCI und der Polizei Anzeige zu erstatten.“

"Eine Untersuchung im Computertomografen hat gezeigt, dass  Fabio Jakosen keine Hirnschäden davongetragen hat", sagte Pawel Gruenpeter, der stellvertretende Leiter des Spitals von Sosnowiec. "Die schwerwiegendsten Verletzungen betreffen das Gesicht. Glücklicherweise sind die Augen nicht betroffen. Sein Zustand ist ernst, aber stabil." Noch am heutigen Donnerstag wollen die Ärzte den 23-Jährigen aus dem künstlichen Koma holen.

Radprofi Simon Geschke kritisierte nach dem schweren Sturz die Veranstalter der Polen-Rundfahrt heftig. „Jedes Jahr derselbe dumme Bergab-Sprint bei der Polen-Rundfahrt. Jedes Jahr frage ich mich, warum die Organisatoren denken, das sei eine gute Idee“, schrieb der 34 Jahre alte gebürtige Berliner auf Twitter. „Massensprints sind gefährlich genug, man braucht kein Bergab-Finale mit 80 km/h.“

Der australische Ex-Sprinter Robbie McEwen forderte die UCI auf, "endlich auf die Fahrer zu hören. Was mich am meisten verstört hat, war die Tatsache, dass Fabio die Absperrung zwar getroffen hat, aber nicht zurück auf die Straße abgewiesen wurde. Er ist einfach hindurchgeflogen, als wäre sie aus Plastik", erklärte der dreifache Gewinner des Sprinttrikots der Tour de France bei Cyclingnews. Schon vor Jahren habe er dem Weltverband und dem Tour-de-France-Veranstalter ASO ein Konzept für eine verbesserte Absicherung vorgelegt, aber keine Antwort bekommen.

"Ich finde keine Worte"

Am Donnerstagmittag meldete sich dann auch Unfallverursacher Dylan Groenewegen zu Wort. "Ich finde keine Worte, mit denen ich ausdrücken kann, wie leid es mir tut", schrieb der Niederländer auf Twitter. "Ich hasse, was gestern passiert ist. Im Moment ist Fabios Gesundheit das Wichtigste. Ich denke permanent an ihn."

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