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Sport
05/09/2019

Nach Aus gegen Zverev: Karriere Ferrers ist zu Ende

Nach einer Umarmung mit Zverev legte Ferrer sein Stirnband auf die T-Linie und verließ den Platz.

Nach einem emotionalen Abend ist am Mittwoch die lange Karriere von David Ferrer zu Ende gegangen. Der 37-jährige Spanier, ehemalige Nummer 3 der Tennis-Welt, stand zwar oft im Schatten seines Landsmanns Rafael Nadal, doch einmal noch stand er in Madrid im Mittelpunkt. Nach 71 Minuten war in der zweiten Runde gegen Alexander Zverev (GER-3) Endstation, er verlor nach einer 4:1-Führung 4:6,1:6.

Nach einer Umarmung mit Zverev legte Ferrer sein Stirnband auf die T-Linie und verließ den Platz zum letzten Mal als Spieler. Nach 27 Titeln, darunter 15 auf Sand, und einem Grand-Slam-Endspiel 2013 in Roland Garros ist eine große Karriere zu Ende. Einmal noch hatte Ferrer seine Fans zu "Ferru! Ferru!"-Sprechchören hingerissen, als er im ersten Satz gegen Zverev mit 4:1 in Führung gegangen war, aber am Ende setzte sich der 15 Jahre jüngere Deutsche durch. Noch im März hatte Ferrer den Youngster in Miami überraschend geschlagen.

"Es war ein sehr emotionaler Abend. Es war komplett anders als jeder andere wichtige Moment in meinem Leben, den ich bisher erlebt habe", meinte Ferrer danach. "Es ist das einzige Match, das ich verloren habe, nachdem ich nicht sehr traurig bin", sagte der Spanier, der im Ranking mittlerweile auf Platz 144 zurückgefallen ist und dessen Profikarriere im Jahr 2000 begonnen hatte. Er könne vom Körper her keine zwei Matches mehr auf gutem Level durchspielen. "Aber ich habe sehr viel Glück gehabt, dass ich den Moment und den Ort meines Abschieds aussuchen und mit euch allen teilen konnte", betonte Ferrer.

"Wir werden ihn vermissen"

"Er ist einer der am meisten geliebten Leute auf der Tour, und ich respektiere ihn sehr. Wir werden ihn vermissen", meinte Zverev. Auf dem Platz in der "Caja Magica" wurde dann ein Tribut gezeigt, ehe Ferrer sich in einer elfminütigen Rede verabschiedete. "Ich habe nie in Madrid gewonnen, nie in Roland Garros gewonnen. Aber ich habe Trophäen zu Hause, die sind aber nur Pokale, Material", sagte Ferrer, der in seiner Karriere über 31 Mio. US-Dollar allein an Preisgeld verdient hat, und fügte hinzu, "was ich wirklich mit mir mitnehmen werde, ist eure Liebe, die ihr mir gezeigt habe. Die werde ich immer im Herzen behalten."

Es ist kein Abschied für immer, denn der Kämpfer wird dem Tennis erhalten bleiben. Er kann sich vorstellen, einmal als Davis-Cup-Kapitän oder als Trainer zu arbeiten. So richtig vermissen wird Ferrer aber vor allem eines: das Adrenalin des Wettkampfes. "Es wird unmöglich sein, das zu finden. Ich werde etwas anderes finden müssen, vielleicht Fahrrad fahren, um das 'Biest' (in mir, Anm.) ein bisschen zu beruhigen."