Mythos Muster

Die Karriere des besten österreichischen Tennisspielers.

Der ewige Kämpfer Thomas Muster musste nach seinem letzten ... ... Match auf der ATP-Tour vor allem mit den Tränen kämpfen. Zuvor musste er sich seinem ... ... potenziellen Nachfolger Dominic Thiem geschlagen geben. "Er kann einmal ein sehr guter Tennisspieler", bescheinigte Muster Thiem gute Aussichten. Bei seiner anschließenden ... ... Abschiedsrede überwältigten Muster die Gefühle, die eine oder andere Träne floss die Wangen hinunter. 

Das ist die Karriere des großen Thomas Muster: "Mein Sadismus ist Strategie. Hass wäre Emotion, und Emotionen siegen nie", erklärte Muster einst dem Spiegel. Seinen "Sadismus" erklärte Muster damals, 1995, am Höhepunkt seiner Karriere, so: "Am meisten Spaß macht es zu sehen, dass ich dem Gegner körperlich überlegen bin. Wenn der sich mit Krämpfen windet, kommt es vor, dass ich, statt den Punkt zu machen, ihn noch zweimal in die Ecken laufen lasse." 44 Turniere hat Sadist Muster im Lauf seiner Karriere gewonnen. Zum Vergleich: Jürgen Melzer, Österreichs aktuelle Nummer 1, schaffte ganze drei Turniersiege, zwei davon in Wien. Ein Sieg ragt besonders heraus: Am 11. Juni 1995 gewann Muster... ...das Finale der French Open gegen Michael Chang (USA) glatt 7:5, 6:2, 6:4. Muster feierte Österreichs ersten und bis heute letzten Einzelsieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Sein erstes Turnier gewann Muster 1986 in Hilversum, im Frühjahr 1989 stand er erstmals in den Top 10 der Weltrangliste. Dann der Schock: In der Nacht vom 31.3. auf den 1.4.1989 wurde Muster in Key Biscayne von einem betrunkenen Autofahrer angefahren, erlitt schwere Knieverletzungen. Die Bilder der Rehabilitation gingen um die Welt und prägten den Mythos Muster: Auf einer eigens angefertigten Holzbank sitzend schlug der damals 21-Jährige mit dick bandagiertem Bein auf die Tennisbälle ein. Wie Niki Lauda oder Hermann Maier kam auch Muster nach der schweren Verletzung zurück. Stärker als zuvor. Allein 1995 gewann der Steirer 12 Turniere auf der ATP-Tour. Das schaffte sonst nur Roger Federer im Jahr 2006. Der Lohn für das überragende Jahr 1995: Im Frühjahr 1996 wurde Muster die Nummer 1 der ATP-Weltrangliste. Muster wurde österreichischer Sportler des Jahres 1990 und 1995, gecoacht wurde er stets von Ronnie Leitgeb. Den letzten ATP-Titel holte Muster 1997 in Key Biscayne. 1999 beendete er nach dem Erstrunden-Out bei den French Open gegen Nicolas Lapentti seine erste Karriere. Elf Jahre später begann er im Juni 2010 seine zweite Tennis-Karriere.

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(KURIER.at / jos) Erstellt am
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