epa03623055 German Formula One World Champion driver Sebastian Vettel of Red Bull Racing is seen during a press conference at the Albert Park circuit for the Australian Formula One Grand Prix in Melbourne, Australia, 14 March 2013. The Formula One Grand Prix of Australia will take place on 17 March 2013 EPA/SRDJAN SUKI

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Formel 1
03/15/2013

Vettel und seine vier Jäger

Der Deutsche ist Favorit für die am Sonntag beginnende Saison. Das Qualifying musste auf Sonntag verschoben werden.

Ein Mal noch schlafen und dann früh aufstehen. Am Sonntag (7 Uhr MEZ/live ORFeins, RTL, Sky Sport) startet die Königsklasse in Melbourne in ihre 64. Saison. Es gibt weniger Autos (22 statt 24) als 2012, weniger Rennen (19 statt 20), aber die gleichen Favoriten.

Der Mann, den es zu schlagen gilt, hört auf den Namen Sebastian Vettel und ist der jüngste Dreifach-Weltmeister der Formel 1. 2012 gewann der Deutsche den Titel erst im letzten Rennen einer dramatischen Saison.

"Auch heuer wird’s wieder spannend", sagt Ex-Formel-1-Pilot und Experte Alexander Wurz. "Das Reglement ist konstant geblieben. Deshalb wird es selten vorkommen, dass Teams Lücken im Reglement gefunden haben. Alle werden sehr nahe beisammen sein. Dadurch steigt der Druck, und die Eigenfehler nehmen zu. Das garantiert Spannung."

Fünf Fahrern wird zugetraut, in diesem Jahr eine tragende Rolle zu spielen:

Sebastian Vettel:Mit seinen 25 Jahren gehört Sebastian Vettel schon zu den Größten der Formel-1-Geschichte.

Der Deutsche ist zu einem kompletten Rennfahrer geworden, er kann alles – mittlerweile auch tiefstapeln. "Wir wussten noch nie weniger als dieses Jahr, wie die Kräfteverhältnisse sind", sagt er in Melbourne.

Doch Vettel sagt auch: "Das Auto reagiert so, wie ich das will. Es macht Spaß." Heißt übersetzt: Sein Dienstwagen für das Jahr 2013 namens "Hungrige Heidi" funktioniert sensationell gut.

Fernando Alonso: Der Stachel der Niederlage hat sich tief in den Stolz des Spaniers gebohrt. Fernando Alonso ist der unumstrittene Leader beim Team von Ferrari; das Team aus Maranello ist der Inbegriff der Formel 1; im Vorjahr wurde er von Experten und Konkurrenten zum besten Fahrer der Saison gewählt.

Doch Weltmeister ist ein gewisser Sebastian Vettel. Seit bereits sieben Jahr wartet der Ausnahmepilot auf WM-Titel Nummer drei, noch nie konnte er Vettel im Red Bull in einer Saison hinter sich lassen. Körperlich ist der 31-jährige Alonso in der Form seines Lebens, selbst in Melbourne ging er noch bei 38 Grad Laufen.

Vor seinem Teamkollegen braucht sich Alonso – im Gegensatz zu den anderen Titelanwärtern – nicht zu fürchten. Der Brasilianer Felipe Massa gibt sich seit Jahren mit der Rolle des braven Wasserträgers zufrieden und wird seiner Nummer eins kaum Punkte wegschnappen. Der Ausblick auf 2013 schaue gut aus, sagt Alonso. Und: "Der F138 ist 200 Mal besser als das alte Auto, und auch ich bin besser als letztes Jahr." Doch der Druck auf die Scuderia wächst mit der Sehnsucht nach dem Titel: Seit 2007 (Räikkönen) stellte Ferrari nicht mehr den Weltmeister.

Lewis Hamilton: Kleine Gesten erhalten die Freundschaft. So verzichtete der Engländer bei seinem neuen Arbeitgeber Mercedes auf die symbolisch wichtige, niedrigere Startnummer. Das Stallduell mit seinem Jugendfreund Nico Rosberg dürfte dennoch eines der packendsten der Saison werden.

Mit dem Wechsel nach 14 Jahren bei McLaren ging Hamilton ein großes Risiko ein. Am Ende der letzten Saison war der McLaren-Renner einer der besten im Feld, Mercedes fuhr hinterher. Das Kräfteverhältnis dürfte sich nun verschoben haben: Der Mercedes ist schnell und entwicklungsfähig, Hamilton talentiert und kompromisslos. Keiner überholt spektakulärer als der Weltmeister von 2008, keiner der Top-Fahrer muss öfter zum Rapport bei der Rennleitung. Zum Neustart mit Mercedes zeigte sich der 28-Jährige gereift: "Die Weltmeisterschaft ist kein Sprint, sondern ein Marathon."

Jenson Button: Die größte Schwäche des Engländers ist zugleich seine Stärke. Jenson Button ist vom Grundspeed her der langsamste aller Titelfavoriten, im Kampf Mann gegen Mann zieht er im Notfall lieber zurück. Doch wegen seiner defensiven Fahrweise ist der Weltmeister von 2009 nur selten in Kollisionen verwickelt.

Eigenfehler begeht der 33-Jährige auch unter Druck kaum, besser als jeder andere versteht er es, die sensiblen Reifen auf Arbeitstemperatur zu bringen und gleichzeitig zu schonen. Doch der neu entwickelte McLaren funktionierte auf den ersten Runden in Melbourne nicht nach Wunsch. "Wir haben noch höllisch viel zu tun, um die derzeitige Situation zu ändern", sagte Button und wirkte ratlos: "Wir müssen erst herausfinden, weshalb unser Auto so ist, wie es ist."

Kimi Räikkönen:Der schweigsame Finne lässt Taten statt Worten sprechen. Also sagte der Lotus-Chefpilot nach dem ersten Trainingstag in der neuen Saison: "Das Auto sieht ganz okay aus. Also bin ich glücklich." Der 33-Jährige schloss im Vorjahr seine Comeback-Saison überraschend auf Platz drei ab, auch heuer zählt der Champion von 2007 zum engeren Favoritenkreis. Und das, obwohl Lotus weit weniger Geld und Ressourcen zur Verfügung stehen als den großen Vier (Red Bull, Ferrari, McLaren, Mercedes).

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Formel 1 auf dem Nuerburgring

Sauber Formula One driver Esteban Gutierrez of Mex

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Helme mehrerer Formel-1-Rennfahrer liegen am Monta…

Fragen im Grenzbereich

Mit dem Startschuss zur 64. Formel-1-Saison kreisen nicht nur wieder die Boliden rund um den Globus, sondern auch zwei elementare Fragen: Wofür steht die Formel 1 und wer braucht den teuersten Kreisverkehr der Welt überhaupt noch?

Sind es ein paar Dutzend milliardenschwere Konzerne, die ihre Logos formatfüllend in die globale Auslage stellen? Natürlich. Naiv wäre die Vorstellung, Unternehmen investieren Millionenbeträge aus reiner Liebe zur Raserei. "Alle unsere Engagements müssen direkten Nutzen für Red Bull haben", sagt auch Dietrich Mateschitz.

Sind es Länder, deren – mitunter streitbare – Herrscher im Licht der glamourösen Rennserie ihre Potenz demonstrieren? Leider. Peinlich verhalten waren die Reaktionen der Team-Verantwortlichen auf den umstrittenen Grand Prix von Bahrain.

Sind es die Hersteller, deren Ingenieurskunst in einem Formel-1-Boliden gipfelt? Bedingt. Mercedes stellte vor zwei Wochen zwar das stärkste und schnellste Serienauto mit Elektroantrieb vor, mit der Serienfertigung hat jedoch jeder Flitzer von der Langstrecke mehr gemein als das 60 Liter Benzin (auf 100 km) verschlingende Dienstauto von Lewis Hamilton.

Vielleicht steht die Formel 1 aber tatsächlich noch für den ultimativen Wettstreit im Grenzbereich? Für das virtuose Zusammenspiel von Mensch und Maschine bei Tempo 300. Das mag eine romantische Vorstellung sein, aber völlig unglaubwürdig ist sie nicht.

Melbourne-Qualifying auf Sonntag verschoben

Die Formel 1 kommt 2013 weiterhin nur schwer in die Gänge. Nach wenig ertragreichen Wintertestfahrten in Europa musste am Samstag mit dem Qualifying für den Auftakt-Grand-Prix in Melbourne auch der erste echte Test der Hackordnung wegen eines Unwetters abgebrochen werden. Nach dem ersten Umlauf mit einigen regenbedingten Unfällen wurden die zwei restlichen K.o.-Ausscheidungen auf Sonntag verschoben. Das erste von 19 Saisonrennen soll aber programmgemäß um 7.00 Uhr MEZ gestartet werden.

Besser gesagt: Es muss um diese Zeit los gehen, denn das entspricht der Ortszeit von 17.00 Uhr und kurz nach halb acht Uhr geht um diese Jahreszeit über Melbourne die Sonne unter. Der Straßenkurs im Albert Park, wo am Sonntag die WM 2013 mit dem Grand Prix von Australien beginnt, verfügt über kein Flutlicht.

Die hereinbrechende Dunkelheit war auch am Samstag einer der Gründe, warum nach mehreren regenbedingten Verzögerungen um 18:47 Uhr Ortszeit abgebrochen und die zwei fehlenden Ausscheidungen zur Ermittlung der restlichen Startaufstellung auf Sonntag 11.00 Uhr (1.00 MEZ) verschoben wurde. Der Abbruch nach dem Q1, in dem es auf dem nassen Straßenkurs zahlreiche Dreher und Unfälle unter den 22 Fahrzeugen gegeben hatte, wurde von praktisch allen Teams und Fahrern gut geheißen.

Rutschig

Die Piloten hatten neben dem Regen vor allem Probleme damit, dass auf dem Stadtkurs, auf dem sonst der normale Straßenverkehr rollt, viele der weißen Fahrbahnmarkierungen für den Grand Prix schwarz übermalt worden waren. Dennoch blieben diese Stellen enorm rutschig. "Speziell in den schnellen Kurven elf und zwölf war das wirklich ein Problem", berichtete der dreifache Melbourne-Sieger Jenson Button. "Auf einer permanenten Strecke wäre es heute sicher leichter gewesen."

Aber nur bedingt, denn Button gestand auch ein: "Egal wie schnell man bei Regen fährt, man hat fast immer Aquaplaning. Die Reifen packen das Wasser einfach nicht. Da war kein Unterschied mehr zwischen einem Fluss und der Strecke, es ist ein einziger See. Die Autos sind bei solchen Bedingungen schwer zu kontrollieren", sagte Button, der sich mit seinem schwächelnden McLaren aber als Achter unmittelbar hinter Weltmeister Sebastian Vettel problemlos für das Q2 qualifizierte.

Der deutsche Red-Bull-Pilot, der am Freitag bei beiden freien Trainings Schnellster gewesen war, hatte zuvor im dritten Training seinen Red Bull mit einem vermeintlichen Hydraulikproblem abstellen müssen. Im Q1 war der Dreifach-Champion, der sich mit Red Bull angeblich über eine Vertragsverlängerung bis 2016 bereits einig ist, aber wieder voll dabei.

Hitzperiode

Im Q1 war u.a. mit Pastor Maldonado (Williams) immerhin ein ehemaliger GP-Sieger sowie mit Esteban Gutierrez ein Sauber-Pilot auf der Strecke geblieben. Bestzeit erzielte der deutsche Mercedes-Fahrer Nico Rosberg vor Fernando Alonso im Ferrari sowie Romain Grosjean im Lotus. Lewis Hamilton rutschte mit dem zweiten Mercedes ebenfalls ein Mal aus, brachte das Auto aber fast unversehrt an die Box zurück.

Die Wetterprobleme sind insofern bemerkenswert, weil in Südaustralien ausgerechnet in dieser Woche eine fünfmonatige Hitzperiode zu Ende gegangen ist. Zuletzt hatte übrigens 2010 in Japan die komplette Quali am Sonntag ausgetragen werden müssen, ebenfalls wegen Regen. Wegen der Verschiebungen mit folgender Absage fühlte sich der neue Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff prompt ein wenig an den alpinen Skiweltcup erinnert.

"Fürs Wetter können wir aber nichts. Die Entscheidung war richtig, es war einfach schon zu dunkel", sagte der Wiener. Seine Hoffnung: "Auf eine verpfuschte Generalprobe folgt hoffentlich eine gute Aufführung."

Auch Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda sah das so. "Dafür, dass das Wetter so verrückt spielt, kann niemand etwas. Ich hoffe nur, es bleibt am Sonntag genügend Zeit für eventuelle Reparaturen." Zur Rosberg-Bestzeit meinte Lauda: "Ein Silberpfeil am Horizont." Eines bleibe aber unverändert: "Zu schlagen gilt es Red Bull."

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