Räikkönen vs. Alonso: 2 Weltmeister in einer Box

Kimi Räikkönen und Fernando Alonso. © Bild: Reuters/JASON REED

Fernando Alonso und Kimi Räikkönen in einem Rennstall zu vereinen, ist ein mutiges Experiment von Ferrari.

Ausgerechnet der "Iceman" soll das Feuer bei Ferrari neu entfachen. Kimi Räikkönen hat den Italienern 2007 ihren bisher letzten Formel-1-WM-Titel beschert. Etwas, das seinem neuen Teamkollegen Fernando Alonso für Ferrari noch nicht gelungen ist. Das Stallduell der beiden Superstars birgt bereits vor der ersten Ausfahrt am Wochenende in Melbourne Zündstoff.

Bei einem gemeinsamen Medientermin auf dem Ergometer gaben sich Räikkönen und Alonso vor Saisonstart noch harmonisch. Wenn es aber um Grand-Prix-Siege geht, werden keine Geschenke mehr verteilt. "Wir werden gegeneinander fahren wie jedes Jahr, da hat sich nicht viel verändert", meinte Räikkönen. Der Finne drehte seine Runden zuletzt allerdings für Lotus.

Respekt und Titel

Nach zwei schwierigen Jahren war Räikkönen Ende 2009 von Ferrari davongejagt worden, um für Alonso Platz zu machen. Versüßt wurde ihm das mit einer Abfertigung von angeblich 17 Millionen Euro. Er verdingte sich zwei Jahre in der Rallye-WM, den Steigbügelhalter für Alonso wird der 34-Jährige nach seiner Rückkehr aber sicher nicht geben. Zwei Weltmeister in Rot - das hat es schon lange nicht mehr gegeben.

"Man braucht Respekt, aber natürlich wollen wir beide vorne sein", betonte Räikkönen. Ferrari dürfte einiges Fingerspitzengefühl benötigen, um die beiden Alphatiere zu zügeln. In den vergangenen Jahren hatte die Scuderia immer einen klaren Nummer-eins-Piloten. "Man möchte nicht zwei Hähne in einem Hühnerstall", erklärte Präsident Luca di Montezemolo einmal.

Siege müssen her

Angesichts der Titellosigkeit der jüngsten Vergangenheit ist man von dieser Strategie abgekommen. Alonso muss sich erstmals bei Ferrari einem echten Stallduell stellen. Erfolglos hatte sich der Spanier für einen Verbleib seines braven Domestiken Felipe Massa ausgesprochen. Nun predigt er Teamgeist: "Wir müssen in perfekter Harmonie arbeiten und dem folgen, was für das Team Priorität hat."

FORMEL 1-GP VON AUSTRALIEN: RÄIKKÖNEN (FIN)
APA17439608 - 13032014 - MELBOURNE - AUSTRALIEN: Formel 1-Fahrer Kimi Räikkönen (FIN/Scuderia Ferrari) am Donnerstag, 13. März 2… © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT
Der 32-Jährige hofft nach wie vor auf sein hohes Standing in der Scuderia. Dass er nicht wirklich teamfähig ist, hat Alonso aber bereits 2007 eindrucksvoll unter Beweis gestellt - als er sich bei McLaren mit Jungstar Lewis Hamilton in einen Stallkrieg verlief. Der lachende Dritte hieß am Ende Räikkönen. Für den ersten WM-Titel nach Michael Schumacher verehren die Tifosi den "Iceman" bis heute.

Neues Qualifying-Format

Die Formel 1 geht mit einem neuen Qualifying-Format in die Saison 2014. Das Finale der besten zehn (Q3) wurde auf Kosten des ersten Abschnittes (Q1) um zwei Minuten von zehn auf zwölf verlängert. Dazu erhält jeder Fahrer für Q3 einen zusätzlichen Satz der weicheren, schnelleren Reifenmischung. Diesen muss er nach der Session wieder zurückgeben, bestätigte die FIA am Donnerstag in Melbourne.

Die neue Regelung soll die Zeit auf der Strecke erhöhen. In den vergangenen Jahren waren in Q3 immer wieder Autos in der Box geblieben, um Reifen für das Rennen zu sparen. Das ist nun Geschichte. Die zehn Toppiloten müssen das Rennen nicht mehr auf dem Reifensatz aus Q3, sondern jenem aus Q2 in Angriff nehmen. Das Finale wird damit ein echtes Zeitfahren ohne taktische Komponente.

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Erstellt am 13.03.2014