Rossi vs. Márquez: "Er zerstört die MotoGP"

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Der spanische Weltmeister schoss den italienischen Altstar in Argentinien ab.

Es sind harte Worte an einen mehrfachen Weltmeister. Aber Altmeister Valentino Rossi hielt nicht zurück mit seiner Kritik an Jungstar Marc Márquez: „Es ist eine sehr schlechte Situation, weil er unseren Sport zerstört. Bei 300 km/h musst du einfach Respekt für deine Gegner haben. Er hat keinen Respekt vor seinen Rivalen“, sagte der Italiener nach dem Großen Preis von Argentinien Sonntagabend.

"Im Motorradsport können immer Fehler passieren. Beim Bremsen. Oder man berührt einen anderen Fahrer. Das ist Racing", stellte Rossi einerseits klar. "Aber von Freitag an hat Marquez das mit Maverick Vinales, Andrea Dovizioso und auch mit mir gemacht", warf der 39-Jährige Marquez absichtliches Fehlverhalten vor. So etwas erzeuge höchst gefährliche Situationen, vor allem wenn auch andere Piloten so agieren würden wie Marquez.

Er habe deshalb auch mit Renndirektor Mike Webb gesprochen, berichtete Rossi. "Ich hoffe, es gibt eine Reaktion. Man muss da jetzt eingreifen. Wenn ich mit Marquez zusammen auf der Strecke bin, habe ich Angst", fand der 39-Jährige deutliche Worte. "Heute hatte ich schon Angst, als ich seinen Namen auf der Startliste sah."

Dabei hatten die beiden Superstars nichts mit den Podestplätzen zu tun in dem turbulenten Rennen, das Honda-Pilot Cal Crutchlow vor Johann Zarco (FRA/ Ya maha) und Alex Rins ( ESP/Suzuki).

Für Weltmeister Márquez, der bei seiner Aufholjagd ungestüm durch das Feld gerast war und dabei auch Rossi abgeschossen hatte, endete das Rennen mit drei Strafen auf Rang 18. Bereits der Start war unter keinem guten Stern gestanden.

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Beim Start würgte der Spanier seine Maschine ab und ignorierte die Anweisungen der Rennkommissare, aus der Boxengasse zu starten. Márquez schob sein Motorrad auf den ursprünglichen Startplatz, fuhr nach dem Start sehr aggressiv und übernahm nach wenigen Runden die Führung.

Die folgende Durchfahrtsstrafe warf den 25-Jährigen weit zurück, woraufhin der Honda-Pilot seine folgenschwere und glücklose Aufholjagd startete.

Marquez wurde nach dem Rennen der Zugang zur Yamaha-Garage verwehrt, weil dieser seine Entschuldigung offenbar mit einem Kamerateam im Schlepptau anbringen wollte. Rossi tat dies als PR-Aktion ab.

( kurier.at , mod ) Erstellt am 09.04.2018