Bei Mercedes (vo. li. Lewis Hamilton, Nico Rosberg) und Ferrari (Fernando Alonso, Kimi Raikkönen) steckt der größte Gegner im eigenen Stall.

© Reuters

Formel 1
03/28/2014

Team-Duelle der Top-Teams im Vergleich

Kollegen und Kontrahenten: Der schärfste Gegner sitzt oft im gleichen Auto.

24. März 2013, Großer Preis von Malaysia: Die Formel 1 erlebte den ersten Skandal des Jahres. Sebastian Vettel hatte die Anweisung seines Teamchefs ignoriert, seinen Kollegen Mark Webber überholt und das Rennen gewonnen. Das Verhältnis zwischen den beiden Alpha-Tieren erlebte den nächsten Tiefpunkt.

März 2014, erneut macht die Königsklasse in Malaysia Station: Mark Webber ist ausgestiegen – aus dem Red-Bull-Boliden, aus der Formel 1. Mit Daniel Ricciardo sitzt der nächste Australier neben Vettel. Der 24-Jährige stammt wie der deutsche Vierfach-Weltmeister aus der Kaderschmiede von Red Bull: perfekt ausgebildet, gestählt durch Hunderte Nachwuchsrennen, getrimmt auf Erfolg.

Der Saisonauftakt in Melbourne lieferte die erste Überraschung: Während Vettel nur schleppend auf Touren kam, stellte Ricciardo den RB10 sowohl im Qualifying als auch im Rennen auf Platz zwei ab. Erst eine nachträgliche Disqualifikation verhinderte den ersten Podestplatz seiner Formel-1-Karriere.

Nach der Nullnummer ist das österreichische Weltmeister-Team beim Grand Prix von Malaysia am Sonntag (Start: 10 Uhr MESZ) bereits unter Druck. Im Kampf mit Mercedes, McLaren und Ferrari muss Red Bull in Sepang dringend punkten.

Vettel und Ricciardo sind gefordert. Die neu zusammengestellte Paarung muss in der Box zusammenarbeiten, um den Boliden zu beschleunigen, gleichzeitig gilt es auf der Strecke, den team-internen Status zu festigen.

Die Konstellation birgt Zündstoff. Doch auch bei den anderen Top-Teams liegen in der revolutionären Saison Spannungen in der Luft:

Dream-Team "Wir haben die absolut besten Fahrer, die es gibt", schwärmt Aufsichtsratsboss Niki Lauda von seinem Mercedes- Duo Nico Rosberg (28) und Lewis Hamilton (29). Der Deutsche ist ein akribischer Arbeiter, der Engländer verfügt über Talent und Speed wie nur wenige in der Formel 1. So sehr die beiden einander im Team ergänzen, so unterschiedlich sind sie privat. Während Hamilton ein Hauch von Hollywood umweht und immer wieder Popsternchen Nicole Scherzinger vorzeigt, liebt Rosberg Understatement und seine Jugendfreundin Vivian, die er im Juli heiraten wird.
Explosionsgefahr Das interne Duell der Ferrari-Fahrer Fernando Alonso und Kimi Räikkönen ist das brisanteste: Kein anderer Rennstall hat zwei ehemalige Weltmeister in seinen Reihen. Der emotionale Alonso war es gewohnt, mit Felipe Massa einen Nummer-2-Piloten als Kollegen zu haben. Diesen Gefallen wird Räikkönen dem Spanier nicht machen. Auf eine Runde dürfte Alonso Vorteile haben, doch die WM 2014 ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Heuer kommt es im Rennen auf Spritsparen und die richtigen Strategie an, was Räikkönen liegt. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ist sich sicher: "Fernando will Kimi beerdigen. In den ersten drei Rennen will er Kimi psychisch und teamintern zerstören."
Alt & JungMit 248 Rennen ist McLaren-Pilot Jenson Button der erfahrenste aller Piloten. Teamkollege Kevin Magnussen bestreitet in Sepang sein zweites Formel-1-Rennen. In Melbourne holte Magnussen Rang zwei vor Button und schaffte so das beste Debüt seit Jacques Villeneuve 1996. Ex-Weltmeister Button (2009) ist nicht der schnellste Fahrer im Feld, in brenzligen Situationen zieht er gerne zurück. Doch der 34-jährige Engländer begeht wenig Fehler und schont das Material. Dass er mit den Besten mithalten kann, bewies er von 2010 bis 2012, als er dem damaligen McLaren-Teamkollegen Hamilton ebenbürtig war. Über seinen neuen Partner sagt er übrigens: "Kevin ist verdammt schnell, er erinnert mich an Lewis."
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