Zum Auftakt in Suzuka fuhr Nico Rosberg (Bild) wieder einmal allen davon, im zweiten freien Training musste er sich jedoch Lewis Hamilton geschlagen geben.

© REUTERS/Toru Hanai

Hamilton Schnellster im zweiten Training von Suzuka
10/03/2014

Hamilton Schnellster im zweiten Training von Suzuka

Im ersten Freien Training gibt Rosberg den Ton an - im zweiten ist es wieder sein Teamkollege Hamilton.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton haben das erste Kräftemessen beim Großen Preis von Japan wie erwartet zum nächsten Silberpfeil-Duell gemacht. Der gefürchtete Taifun Phanfone ließ die Formel-1-Rivalen am Freitag auf dem Suzuka Circuit noch in Ruhe, WM-Spitzenreiter Hamilton nutzte das zur Tagesbestzeit vor Rosberg. Ob und wie der Sturm, der dem Ort des 15. Saisonrennens noch bedrohlich nahe kommen soll, am Rennsonntag das Programm durcheinanderwirbelt, war weniger als 48 Stunden vor dem geplanten Start um 15.00 Uhr Ortszeit weiter unklar.

Rosberg und Hamilton nutzten die störungsfreien Trainingsstunden, um sich für den jeweils angepeilten ersten Sieg auf dem anspruchsvollen 5,807 Kilometer langen Kurs vorzubereiten. Am Morgen setzte sich bei teils herrlichem Sonnenschein Rosberg an die Spitze. Hamilton musste sich in den ersten anderthalb Stunden mit Rang zwei begnügen.

Dritter wurde Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel. Im zweiten Training wurde er Fünfter. "Wir können das noch ein bisschen steigern", meinte Vettel nach dem freitäglichen Einfahren. Der Red-Bull-Pilot, dessen Teamkollege Daniel Ricciardo sein Fahrzeug bei einem Crash in die Streckenbegrenzung demolierte, ist mit vier Siegen hinter Rekordchampion Michael Schumacher der erfolgreichste Fahrer auf der Strecke in Suzuka.

Der Sieg diesmal wird unter normalen Umständen aber nur über die beiden Mercedes-Piloten führen. Hamilton will unbedingt den dritten Erfolg nacheinander, den achten insgesamt in diesem Jahr und damit die WM-Führung auf mindestens zehn Punkte ausbauen.

Rosberg will dagegen die Wende; die Fahrfehler von Monza und Platz zwei hinter Hamilton, dazu das Aus wegen des ärgerlichen Defekts vor knapp zwei Wochen in Singapur. "Es ist komplett vergessen", beteuerte der WM-Zweite. Rosberg werde "stärker als je zuvor" sein, prophezeite Hamilton, der mit drei Punkten Vorsprung zum zweiten Mal in dieser Saison erst als WM-Spitzenreiter in einen Grand Prix starten wird.

Taifun macht Sorgen

Die Frage ist nur, wann das Rennen tatsächlich gestartet werden kann und wird. Der Privatsender RTL erklärte bereits durch seinen Sprecher Mathias Bolhöfer: "Wir müssen und wir werden es nehmen, wie es kommt." Hinter den Kulissen soll an einem früheren Beginn gearbeitet werden, um dem Taifun zu entgehen. Dieser soll am Sonntag teils starken Regen mit sich bringen, danach könnte Sturm die Abbauarbeiten und die Weiterreise zum nächsten Rennen nach Sotschi beeinträchtigen. "Bedrohlich könnte die Situation am Sonntagabend und Montag werden", teilten die Wetterexperten von Unibet mit. Das Unternehmen versorgt den Internationalen Automobilverband und die Teams mit den entsprechenden Daten.

Cool und schnell beim Debüt

Auf dem Tisch vor ihm lagen über 20 Aufnahmegeräte, um ihn herum standen rund 40 Journalisten. Nach seinem vielversprechenden Trainingsdebüt als jüngster Formel-1-Pilot zeigte sich der Niederländer Max Verstappen aber auch abseits der Strecke ziemlich unbeeindruckt vom Trubel. "Alter ist nur eine Zahl", betonte Verstappen - drei Tage nach seinem 17. Geburtstag.

Die Zahlen bei seinem ersten Einsatz im Toro Rosso an einem Grand-Prix-Wochenende sprachen für sich. Rang zwölf von 22 Fahrern. "Ich denke, ich kann mich nicht beschweren", sagte Verstappen. Als er seine Zeit auf dem Monitor gesehen habe, "war ich happy". 2,696 Sekunden war er langsamer als der Schnellste des Trainingsauftaktes auf dem 5,807 km langen Suzuka Circuit, Nico Rosberg im Mercedes. Verstappen: "Ich war nicht mal ansatzweise am Limit. Ich bin auf Sicherheit gefahren."

Fünf, sechs Runden bzw. rund 30 Kilometer brauchte der 17-Jährige nach eigener Aussage, um sich an den aktuellen Wagen zu gewöhnen. Aller Voraussicht nach wird er den STR9 auch in Austin, Sao Paulo und Abu Dhabi noch einmal im Training steuern. Sein Renndebüt in der Formel 1 soll er am 15. März 2015 in Melbourne geben. Klappt alles wie geplant, löst er den Spanier Jaime Alguersuari als jüngsten Grand-Prix-Piloten ab. Dieser war 2009 mit 19 Jahren angetreten - in einem Toro Rosso. Dass die Trainingspremiere mit Rauch aus dem Heck und nach 22 Runden etwas vorzeitig endete, nahm Verstappen so cool wie alles andere: "Ich hätte vielleicht drei, vier Runden mehr machen können, das hätte aber auch keinen Unterschied gemacht."

Papa Jos, einst Teamkollege von Michael Schumacher bei Benetton, quittierte den Defekt dennoch kurz mit sorgenvoller Miene in der Toro-Rosso-Box. Letztlich wird aber auch bei ihm der Stolz überwogen haben. Zumal der Suzuka erfahrene Ex-Pilot dem Sohnemann noch den ein oder anderen Tipp für die anspruchsvolle Strecke gegeben hatte. "Er hat mir gesagt, es sei kein leichter Kurs für jemanden, der beginnt", berichtete Verstappen junior.

Der Lehrling meisterte ihn aber. Erst wenige Tage vor seinem Auftritt in Japan hatte er die Erlaubnis vom Internationalen Automobilverband bekommen. Zuvor war Max Verstappen auf dem Adria International Raceway in einem älteren Modell zu Testzwecken gefahren. Ansonsten sammelte er seine Erfahrungen in der Formel 3.

2. Freies Training

Ergebnis
1. Hamilton 1:35,078
2. Rosberg 1:35,318
3. Bottas 1:36,279
4. Button 1:36,409
5. Vettel 1:36,436
6. Räikkönen 1:36,529
7. Alonso 1:36,637
8. Magnussen 1:36,714
9. Kwjat 1:36,943
10. Ricciardo 1:37,186
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