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Sport Motorsport
01/16/2019

Die Dakar-Serie von KTM unter Druck aus dem eigenen Stall

Seit 2001 ist der Motorrad-Gesamtsieg bei der Dakar stets an KTM gegangen. Nun wackelt die Dominanz.

von Mathias Kainz

Siebzehn Mal in Folge hat KTM bei der Rallye Dakar die Motorrad-Wertung für sich entschieden. Zählt man das nach der Absage 2008 eilig auf die Beine gestellte Ersatzrennen in Mitteleuropa dazu, dann sind es seit 2001 sogar achtzehn Triumphe en suite für die Marke aus Mattighofen. Zum Vergleich: Als zuletzt ein Nicht-KTM-Pilot die Rallye Dakar gewinnen konnte, war Michael Schumacher noch kein einziges Mal auf Ferrari Weltmeister geworden.

Ein wesentlicher Beitrag zu dieser Serie kommt von Cyril Despres und Marc Coma: Der Franzose und der Spanier trugen zu gleichen Teilen insgesamt zehn Siege bei, zwischen 2005 und 2015 gewann kein anderer Pilot die Motorrad-Wertung. Coma war danach als Sportdirektor der Dakar tätig, Cyril Despres fährt mittlerweile in der Automobil-Klasse. Kurz gesagt: KTM dominiert seit zwei Jahrzehnten die Dakar.

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Favoritensterben

Und auch 2019 deutet eigentlich alles auf einen erneuten Triumph von KTM hin - denn die großen Rivalen Honda und Yamaha fallen um wie Domino-Steine. Honda hatte mit Ricky Brabec und Joan Barreda Bort realistische Hoffnungen auf den Gesamtsieg, und die beiden Routiniers starteten die Etappen drei (Barreda Bort) und acht (Brabec) auch als jeweils Gesamtführende - nur um dann auf bittere Weise auszuscheiden. Barreda Bort rutschte auf dem dritten Teilstück gemeinsam mit KTM-Vorjahressieger Matthias Walkner in eine Schlucht, fand anders als der Österreicher aber keinen Weg mehr heraus; und Brabec musste seine Honda auf Etappe acht mit einem Motorschaden abstellen.

Und Yamaha? Alle Hoffnungen ruhten und ruhen auf Adrien van Beveren, schließlich gilt der Franzose als Dünenkünstler und war schon vor dem Start in die kürzeste und sanddünenreichste Dakar aller Zeiten einer der Topfavoriten. Aber der Yamaha-Star erlaubte sich im Laufe der diesjährigen Dakar schon den einen oder anderen Fehler und verpasste es, von Brabec' Pech zu profitieren - mit seiner bisher schwächsten Etappe in diesem Jahr verlor van Beveren fast zehn Minuten auf den neuen Gesamtführenden Toby Price - natürlich KTM-Pilot.

Dakar Rally - 2019 Peru Dakar Rally - Stage 8 from San Juan de Marcona to Pisco, Peru

Also alles in trockenen Tüchern für KTM? Mitnichten. Denn auf Platz zwei, nur eine Minute hinter Price, liegt mit dem Chilenen Pablo Quintanilla ein Nicht-KTM-Pilot. Der 32-Jährige sitzt im Sattel einer Husqvarna und meldet zwei Tage vor dem Dakar-Finale ernsthafte Ansprüche auf den Gesamtsieg an.

Das große Finale

Es wäre bitter für KTM, wenn ausgerechnet Husqvarna die beeindruckende Dakar-Serie der Mattighofener beenden würde - schließlich kommt auch das Motorrad von Quintanilla aus dem eigenen Haus. Seit 2013 gehört die Marke Husqvarna nämlich KTM, und Quintanillas FR450 kommt ebenso aus dem Innviertel wie die KTM-Motorräder. Auf der Rundstrecke etwa waren in der Moto3-WM schon vor einigen Jahren KTM-Motorräder in den Husqvarna-Farben am Start.

Noch sind zwei Etappen zu fahren, und das Schicksal von Brabec und Barreda Bort macht deutlich, dass die Entscheidung 2019 erst auf den letzten Kilometern fallen wird. Und im Vierkampf an der Spitze hat KTM mit den Ex-Gesamtsiegern Walkner und Price sicherlich die heißesten Eisen im Feuer. Die vorletzte Etappe am Mittwoch nimmt Price als Gesamtführender in Angriff, eine Minute zurück liegt Quintanilla. Hinter Walkner auf Rang drei (+6:35 Minuten) und Yamaha-Ass van Beveren (+9:54 Minuten) tut sich schon eine große Lücke zum fünftplatzierten Andrew Short auf - der zweite Husqvarna-Pilot im Feld liegt schon fast vierzig Minuten hinter Price.

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