© rts

F1-Boss Ecclestone
11/03/2012

500.000 Dollar für einen Spitzel

Dem Formel-1-Boss schwebt eine Prämie von einer halben Million Dollar für denjenigen vor, der Verstöße innerhalb des eigenen Rennstalls meldet.

Bernie Ecclestone hat zur Kontrolle einer von ihm bevorzugten Budgetgrenze in der Formel 1 einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht. Laut der britischen Zeitung Daily Express schwebt dem 82-Jährigen eine Prämie von einer halben Million Dollar für denjenigen vor, der Verstöße innerhalb des eigenen Rennstalls meldet. "Die Leute innerhalb der Teams wissen, wenn dort etwas vor sich geht", wurde er am Samstag von der Zeitung zitiert. "Ein Anreiz von 500.000 Dollar könnte sie ermutigen, zu reden", meinte Ecclestone.

Der Geschäftsführer der Formel 1 setzt sich für eine Budgetobergrenze von 250 Millionen Dollar ein. Er will auch durchsetzen, dass die Teamverantwortlichen einen Vertrag unterzeichnen, wonach Verstöße gegen das Ausgabenlimit mit mindestens einer Millionen Dollar bestraft werden sollen. Ecclestone will, dass die Unterzeichner persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. "Sie müssten die Strafe selbst zahlen."

Höhere Startgebühr

Um viel Geld geht es künftig auch für die guten Teams. Erstmals müssen Teams für ihre Punkte und Erfolge dem Internationalen Automobilverband (FIA) Prämien überweisen. Zugrunde gelegt werden die Ergebnisse des jeweiligen Vorjahres. Fällig werden 5.000 Dollar (3.860 Euro) für jeden Punkt. Der Gewinner der Konstrukteurswertung, in den vergangenen beiden Jahren Red Bull mit Doppelweltmeister Sebastian Vettel, muss pro Zähler 6.000 Dollar (4.630 Euro) berappen. Zudem wurde die Startgebühr auf 500.000 Dollar hochgesetzt. Sie betrug bisher 399.800 Dollar.

Das bedeutet, dass Red Bull nach aktuellem Stand umgerechnet 2.942.000 Dollar an die FIA überweisen müsste. Allerdings dürfte sich die Summe bei den Rennen an diesem Sonntag in Abu Dhabi, wo das österreichische Team zum dritten Mal in Folge das Klassement gewinnen kann, in Austin (Texas) und in Sao Paulo noch erhöhen. Im vergangenen Jahr erreichte Red Bull letztlich 650 Punkte - damit hätte das Team 4,4 Millionen Dollar zahlen müssen.

"Für die Teams, die unter den Top drei oder vier in der WM landen, macht es einen größeren Unterschied aus", kommentierte MercedesAMG-Teamchef Ross Brawn die Änderung. "Wir wären froh, wenn wir das Problem hätten, das hieße, wir hätten viele Punkte gesammelt", meinte der Brite in Abu Dhabi mit britischem Humor.

Mercedes müsste - Stand vor dem Rennen in Abu Dhabi - aufgrund der 136 bis dahin erreichten Punkte inklusive Startprämie 1.180.000 Dollar überweisen - etwas mehr als ein Drittel der Red-Bull-Summe.

Abräumer

Vergessen werden darf dabei aber nicht, dass wiederum die Gelder, die aus den TV-Einnahmen durch das Formula One Management von Bernie Ecclestone in die Kassen der Teams fließen, nach den Platzierungen in dem Konstrukteurs-Klassement ausgeschüttet werden. Und da hat Red Bull wiederum in den vergangenen beiden Jahren abgeräumt - und dürfte es auch in dieser Saison wieder. Es wird von einer Prämie jeweils um die 50 bis 60 Millionen Euro ausgegangen.

Dem Verband von Präsident Jean Todt dürften die neuen Gebühren und die gestiegene Zahlung für die Startberechtigung Mehreinnahmen von rund 16 Millionen Dollar (12,35 Millionen Euro) bescheren. Die neuen Gebühren hatte die FIA im Sportreglement für 2013 veröffentlicht. Das Geld für die Saison 2013 muss von den Teams bis zum 30. November dieses Jahres überwiesen werden, fünf Tage nach dem Finale in Brasilien.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.