Sport
24.05.2018

Mögliche Doppelschicht für Thiem in Lyon am Freitag

Das Viertelfinale gegen Garcia-Lopez wurde bei 6:7,7:6 wegen Dunkelheit abgebrochen. Gegen Qualifikanten in Paris.

Nicht zum erhofften klaren Sieg hat es am Donnerstag im Viertelfinale von Lyon für Dominic Thiem gereicht. Der topgesetzte Niederösterreicher präsentierte sich gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez nicht in Bestform. Nach einem 6:7(4) rettete sich Thiem aber mit einem zu Null gewonnenen Tiebreak in die "Verlängerung" am Freitag. Das Match wurde nach 2:11 Stunden wegen Dunkelheit abgebrochen.

Für den Weltranglisten-Achten könnte es damit am Freitag zu einer Doppelschicht kommen. Thiem müsste im Falle eines Sieges in der Fortsetzung (13.00 Uhr) am Freitag auch das Halbfinale bestreiten, denn das Endspiel ist ja für Samstag angesetzt. Sein möglicher Halbfinalgegner steht bereits fest. Der Serbe Dusan Lajovic hatte sich gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz bereits zuvor mit 7:5,6:1 durchgesetzt. Das Halbfinale wurde als zweites Match nach 14.30 Uhr angesetzt.

Thiem-Coach Günter Bresnik, der am Vortag mit seinem Schützling die Fabrik von Thiems Schlägerhersteller Babolat besucht hatte, zog eine alles andere als zufriedene Zwischenbilanz des Viertelfinales. "Sehr schlecht. Der erste Satz war grottenschlecht, er hat keine Breakchance gehabt. Er hat meistens relativ gut serviert, damit hat er sich bei Breakbällen gegen sich über Wasser gehalten", schilderte Bresnik gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Im zweiten Satz war es das Gleiche, es ist ein bisserl besser geworden. Er war total schlapp und müde und hat gesagt, er hat so einen großen Hunger", wunderte sich Bresnik.

Zwar hatte sein Schützling Donnerstagvormittag ein zweistündiges Training absolviert. "Aber das hat mit dem Hunger nichts zu tun. Das wundert mich, weil das normalerweise immer gut funktioniert."

Das Endspiel wird übrigens wegen der am Sonntag beginnenden French Open in Paris bereits am Samstag ausgetragen, im bereits fixierten zweiten Halbfinale treffen Lokalmatador Gilles Simon und Überraschungsmann Cameron Norrie aus Großbritannien aufeinander. Letzterer hatte überraschend den Weltranglisten-10. John Isner aus den USA geschlagen. Nach seinem ersten Viertelfinale steht der 22-jährige gebürtige Südafrikaner damit erstmals unter den letzten vier bei einem ATP-Turnier.

Thiem startet in Paris gegen einen Qualifikanten

Dominic Thiem bekommt es bei seinen fünften French Open zum Auftakt mit einem Qualifikanten zu tun. Der als Nummer 7 gesetzte Niederösterreicher könnte im Falle eines Sieges auf den griechischen Aufsteiger Stefanos Tsitsipas oder erneut einen Qualifikanten treffen.

Thiem hatte zuletzt zweimal in Folge das Halbfinale des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres erreicht. Auf dem Weg zum möglichen Triple wäre bei programmgemäßem Verlauf der Luxemburger Gilles Muller (Nr. 29) der erste gesetzte Gegner in Runde drei, im Achtelfinale bekäme es der neunfache Turniersieger möglicherweise mit Sam Querrey (USA-12) oder dem nach einer Verletzung zurückgekehrten, kampfstarken Japaner Kei Nishikori (19) zu tun. Thiem befindet sich im untersten Viertel der Auslosung und bekäme es bei „weltranglistengemäßem“ Verlauf im Viertelfinale mit dem als Nummer zwei gesetzten Deutschen Alexander Zverev zu tun.

Günter Bresnik wollte sich mit der weiteren Auslosung für Thiem gar nicht beschäftigen. „Ich weiß nicht, wer der Qualifikant ist. Es sind sicherlich ein paar unangenehme Qualifikanten dabei. Das Match musst du auch einmal gewinnen. Das Weiterschauen ist absurd. Für mich ist wichtig, dass er einmal gut spielt“, erklärte Bresnik.

Andreas Haider-Maurer, der ja nur dank seines geschützten Rankings im Hauptbewerb steht, hat mit dem Russen Karen Chatschanow ein schweres Auftaktlos. Der 31-jährige Niederösterreicher wartet seit seinem Comeback im Juni 2017 nach langer Verletzungs-Auszeit noch auf seinen ersten Hauptbewerbssieg auf der Tour. Ein Erfolg über den aufstrebenden Russen wäre eine Überraschung. Bei den Damen ist Österreich im Hauptbewerb nicht vertreten.

Aus internationaler Sicht hat Rafael Nadal, der zehnfache French-Open-Sieger und Sandplatz-König, einen relativ einfachen Weg bei der Auslosung erhalten. Der topgesetzte Spanier, der bei der erstmals am Donnerstagabend vorgenommenen Auslosung ebenso wie Vorjahressiegerin Jelena Ostapenko (LAT) anwesend war, startet gegen Alexander Dolgopolow (UKR) und hätte ein mögliches Viertelfinale gegen Kevin Anderson (RSA) bzw. ein Semifinale gegen Marin Cilic (CRO) oder Juan Martin Del Potro (ARG). Letzterer klagte allerdings zuletzt über eine Leistenzerrung, die sein Antreten infrage stellte.

Die großen Abwesenden sind natürlich Roger Federer, der auf die Sandsaison verzichtet hat, der weiterhin rekonvaleszente Andy Murray und Milos Raonic. Vorjahresfinalist Stan Wawrinka ist am Donnerstag im Genf-Viertelfinale ausgeschieden, der Schweizer ist ebenfalls nach einer Verletzung noch weit von seiner Vorjahresform entfernt.

Bei den Damen ist die Serena Williams nach ihrer Babypause ungesetzt, im Achtelfinale könnte es zu einem brisanten Duell mit Maria Scharapowa kommen. Der Russin war im Vorjahr nach ihrer Rückkehr von einer Dopingsperre von den Organisatoren keine Wildcard zugesprochen worden.