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Sport
12/05/2011

Melzer erwartet schwere Titelverteidigung

Das Wiener-Stadthallen-Tennis-Turnier Ende Oktober lockt mit großen Namen und wird Thomas Muster verabschieden.

Das traditionelle Wiener Stadthallen-Tennis-Turnier geht heuer erstmals als Erste Bank Open in Szene und darf sich vom 22. bis 30. Oktober gleich über eine ausgezeichnete Besetzung freuen. Der zweifache Titelverteidiger Jürgen Melzer wird es schwer haben, als erster Spieler den Hattrick am Vogelweidplatz zu holen: Jo-Wilfried Tsonga, die aktuelle Nummer 10 der Welt aus Frankreich, führt das Feld vor Juan Martin del Potro (ARG/ATP-Nr.13), Richard Gasquet (FRA/15) und Viktor Troicki (SRB/16) an, Melzer ist als Nummer 5 gesetzt.

"Die Titelverteidigung wird schwierig werden, wenn man sich das Feld anschaut. Aber klar, das muss das Ziel sein, wenn man in Wien antritt und zweimal hintereinander gewonnen hat", sagte Melzer mit Blick auf ein Starterfeld.

Jürgen-Melzer-Gasse in Deutsch Wagram

Melzer, der am Donnerstagabend nach Kuala Lumpur abfliegt, möchte sich auf seiner Asien-Tour gut für Wien einschlagen. "Für mich wäre sehr wichtig, jetzt in Asien ordentlich zu spielen, Punkte zu sammeln und wieder Selbstvertrauen zu sammeln, womit ich ja in Belgien begonnen habe", sagte Österreichs Nummer 1. "Mich freut es für das Turnier, das es so ein gutes Feld hat. Im Tennis kann man sich nicht verstecken, das ist auch das Schöne in dem Sport."

Österreichs Sportler des Jahres 2010 hat am Dienstag eine besondere Ehrung erfahren: In seiner Heimatstadt Deutsch Wagram wurde eine "Jürgen-Melzer-Gasse" geschaffen. "Ja, das war sehr schön. Wenn man in seiner Heimatgemeinde eine Straße bekommt, heißt es, dass man etwas erreicht hat. Man hat gesehen, dass Deutsch Wagram auch stolz ist auf mich", freute sich Melzer. Zum Vorschlag des aktuellen ÖTV-Präsidenten Ernst Wolner, Melzers Manager Ronnie Leitgeb zu dessen Nachfolger zu machen, wollte Melzer nichts sagen: "Nein, das hat eh der jetzige Präsident übernommen."

Musters letzter Auftritt

Aus nationaler Sicht ebenfalls wieder großes Interesse wird auch der Österreich-Abschied von Thomas Muster hervorrufen. Der bald 44-jährige Steirer wird sein Projekt wohl nicht mehr bis zu seinem 45. Geburtstag wie ursprünglich geplant ausdehnen und will in Wien sein letztes großes Turnier in Österreich spielen. "Ich habe zuletzt sehr gut gespielt und auch vom Gefühl her wesentlich druckvoller gespielt. Man kann nicht allzu großes erwarten, aber ich freue mich, dass ich mein letztes Match in der Stadthalle spielen darf. Letztes Jahr war das Gänsehautstimmung", hofft Muster, dass ähnlich viele Leute in die Stadthalle kommen wie vor einem Jahr.

Auch Muster wollte sich über Leitgeb als möglichen ÖTV-Präsidenten nicht äußern: "Erstens geht es mich nichts an, zweitens wenn man selbst nicht dabei ist, sollte man nicht kritisieren." Ob er es sich selbst nach dem Ende seines "Experiments" vorstellen könnte, wieder im ÖTV zu arbeiten? "Sag niemals nie, was diese Dinge betrifft, weil ich für solche Positionen noch relativ jung bin, aber vorerst einmal auf keinen Fall."

Roddick und Djokovic als große Namen?

Nun gilt auch seine gesamte Konzentration dem Erste Bank Open. Turnierdirektor Herwig Straka hat neben Muster eine zweite Wildcard dem Vorjahresfinalisten Andreas Haider-Maurer zugesagt, mit der dritten wird er bis zum Schluss warten. Da könnte sich am Ende noch ein ganz großer Name finden, u.a. ist man in Gesprächen mit Andy Roddick. Selbst ein Novak Djokovic, der ja wegen einer Verletzung pausieren muss, ist für Straka nicht völlig auszuschließen, falls dieser vor dem Saisonfinish in London noch Matchpraxis sammeln möchte.

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