epa03807891 Winner Ruta Meilutyte of Lithuania competes in the women's 100m Breaststroke Final at the 15th FINA Swimming World Championships at Palau Sant Jordi arena in Barcelona, Spain, 30 July 2013. EPA/PATRICK B. KRAEMER

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WM-Stars
08/03/2013

Wunderkinder im Wasser

Mit Ruta Meilutyte und Katie Ledecky schwammen zwei 16-Jährige in Barcelona allen auf und davon.

Das Ergebnis unserer WM-Schwimmer wird wie vor 20 Jahren lauten: Alle sind heil zurückgekehrt, niemand ist abgesoffen.“ Die Aussage von Dinko Jukic, Spitzen-Schwimmer im Dauerstreit mit dem Verband, ist bei Österreichs vier Startern nicht gut angekommen. Während der Langbahn-WM in Barcelona wird auf österreichischer Seite gestritten, abgesoffen ist niemand. Die deutschen Nachbarn jammern, weil sie im Becken im Palau Sant Jordi fast so weit hinterher schwimmen wie die Österreicher.

Die Schlagzeilen gehören anderen Athleten. Vor allem drei junge Damen haben von sich reden machen.

Ruta Meilutyte und Katie Ledecky sorgten bei Olympia in London für Aufsehen – bei der WM in Barcelona sind sie wieder aufgetaucht.

Ruta Meilutyte war letztes Jahr bei ihrem Olympiasieg knapp 15 Jahre jung. Die Litauerin sorgte damals auch mit ihrer Lebensgeschichte für Aufsehen. Mit vier Jahren verlor sie ihre Mutter bei einem Autounfall, mit sieben begann sie mit dem schwimmen, mit zwölf zog sie nach England, weil ihr Vater dort einen Job bekommen hat. Mit 15 holte sie Olympia-Gold, mit 16 den WM-Sieg. Doch schon im Halbfinale von Barcelona hatte sie über 100 Meter Brust den ersten Weltrekord dieser WM aufgestellt.

Ein normaler Teenager

Auch US-Girl Katie Ledecky war vor einem Jahr mit nur 15 Jahren Olympiasiegerin geworden. Auch sie schwamm in Barcelona Weltrekord. Katie Ledecky blieb über 1500 Meter Kraul in 15:36,53 Minuten sechs Sekunden unter der bisherigen Bestmarke. Vor der WM in Katalonien erklärte die 1,78 Meter große Schwimmerin: „In meinem Kopf bin ich ein ganz normaler Teenager. Ich trainiere und gehe zur Schule, als hätte ich kein Olympiagold.“

Es gibt aber oft auch Zweifel, wenn Teenager so rasant in die Weltspitze schwimmen. Vielleicht ist gerade deshalb das Aufatmen so groß, weil Ye Shiwen nur Vierte über 400 Meter Lagen wurde. Die Chinesin hatte im Vorjahr mit 16 Jahren Olympia-Gold geholt und war auf den letzten 50 Metern schneller als zuvor Olympiasieger Ryan Lochte. Auf der Pressekonferenz wurde sie von Journalisten immer wieder nach Doping gefragt. „Wir haben wissenschaftlich gestütztes Training, sind aber keine Roboter“, antwortete sie.

Ye Shiwen ist inzwischen 17 Jahre, im letzten Jahr einige Zentimeter gewachsen, hat dadurch fünf Kilo zugenommen. Sie ist an der Schwelle zum Frau-Werden. Was beweist: Irgendwann ist auch bei Wunderkindern die Kindheit vorbei.

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