FILE PHOTO: Belarusian President Lukashenko takes part in the celebrations of Independence Day in Minsk

© REUTERS / Vasily Fedosenko

Sport
02/26/2021

Lukaschenko-Sohn folgte Vater als NOK-Präsident in Weißrussland

Viktor Lukaschenko übernimmt das Nationale Olympische Komitee. Sein Vater hatte ihn kritisierende Sportler als Landesverräter beshcimpft.

Der Sohn von Machthaber Alexander Lukaschenko ist neuer Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Weißrussland (Belarus). Viktor Lukaschenko trat am Freitag die Nachfolge seines Vaters an, wie die Staatsagentur BelTA meldete. Er wurde demnach bei einer Versammlung des Gremiums in der Hauptstadt Minsk gewählt. Alexander Lukaschenko hatte seit 1997 diesen Posten inne.

Seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor mehr als einem halben Jahr und den Massenprotesten mit massiver Polizeigewalt übten immer wieder Sportler Kritik an dem Staatschef. Lukaschenko nannte diese Sportler Unterstützer der Opposition und beschimpfte sie als Landesverräter. "Eines sage ich: Mit Vaterlandsverrat wirst du nicht glücklich."

Ausschluss von allen olympischen Aktivitäten

Diese Sportler seien von den Sportschulen des Landes ausgebildet worden, belarussische Ärzte hätten sich kostenlos um sie gekümmert, und selbst nach einer Disqualifikation habe man sie nicht im Stich gelassen. Nun würden sie bei internationalen Organisationen um Sanktionen gegen die olympische Bewegung in Belarus "betteln", meinte der 66-Jährige.

Weißrussland war wegen der Lage im Land erst vor gut einem Monat die Eishockey-Weltmeisterschaft entzogen worden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Lukaschenko zudem von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen.

Im Herbst hatten mehr als 1.500 Sportler aus Belarus in einem offenen Brief faire Neuwahlen und ein Ende der Gewalt gegen friedliche Demonstranten gefordert. Lukaschenko hatte sich bei der umstrittenen Wahl mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Bei Protesten wurden mehr als 30.000 Menschen zeitweise festgenommen.

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