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Sport
08/01/2012

London als Lehrstunde im Badminton

Dabeisein war vorerst alles. In vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wollen Österreichs Badminton-Spieler eine größere Rolle spielen als in London.

In der Wembley Arena erzielten Michael Lahnsteiner und Simone Prutsch zwar keinen Satzgewinn, zumindest aber brachten sie Rot-Weiß-Rot im schnellsten Ballsport der Welt nach 16 Jahren Absenz zurück auf die olympische Landkarte.

"Es war ein erster Schritt, dass Badminton auch in Österreich mehr anerkannt wird", meinte Lahnsteiner. Der 27-Jährige will sich für Rio erneut qualifizieren. "Dann möchte ich aber ein, zwei Schritte weiter sein", betonte der Oberösterreicher. Die Planungen des heimischen Verbandes laufen bis 2016 - ebenso wie der Vertrag von Nationaltrainer John Dinesen. "Es ist extrem wichtig, dass wir diese Sicherheit haben", erklärte Lahnsteiner.

Angepasst an die Fördermittel in olympischen Sportarten läuft die Arbeit in Vier-Jahres-Zyklen. "Das ist gut, weil man langfristig planen kann", sagte Dinesen. "In einem Jahr kann man als Trainer nichts bewegen, das wäre nur Geldabholen." Der Däne ist seit 2008 in Österreich, sein Heimatland ist im Badminton in Europa führend. "Um ein System zu bauen, in das die Spieler wirklich hineinwachsen, dauert es 15 Jahre", meinte Dinesen.

In den führenden asiatischen Ländern wie China, Indonesien, Malaysia, Singapur oder Indien wird bereits im Vorschulalter mit dem Sport begonnen, der in Österreich immer noch vielerorts als "Federball" belächelt wird. "Es gibt aber auch bei uns viele Leute im Breitensport, die am Abend in die Halle gehen", erinnerte Lahnsteiner. "Vielleicht ist es gut, wenn es auch einmal ein paar Aushängeschilder gibt."

Mit dem Niederösterreicher Luka Wraber und dem Vorarlberger David Obernosterer drängt Konkurrenz aus dem eigenen Lager nach, die Lahnsteiner sein Olympia-Ticket für Rio streitig machen könnte. Für Österreich gibt es höchstens einen Startplatz, Lahnsteiner hat aber selbst noch Potenzial. "Er ist noch lange nicht dort, wo er sein kann", versicherte Dinesen. "Manchmal denkt er zu viel nach. Und manchmal ist er einfach zu nett - auch auf dem Spielfeld."

Bei den Damen ist der Aufholbedarf größer. Prutsch ist bereits 33, ihre in der Weltrangliste nur knapp hinter ihr liegende steirische Landsfrau Claudia Mayer hat sich mit dem Verband überworfen. Dass Prutsch in vier Jahren in Rio noch dabei ist, hält ihr Trainer für unwahrscheinlich. "Wir werden unsere Kräfte auf die junge Generation konzentrieren", sagte Dinesen. Um das zu tun, flog er bereits am Mittwoch zurück nach Wien. Lahnsteiner und Prutsch dagegen bleiben bis Ende der Spiele im Olympischen Dorf.

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