Sport
04.12.2018

Leichtathletik-Weltverband hält an Sperre Russlands fest

Der IAAF sieht weiterhin nicht alle Bedingungen für eine Aufhebung der Sperre erfüllt.

Der Vorstand des Leichtathletik-Weltverbandes ( IAAF) hat am Dienstag entschieden, die Suspendierung des russischen Verbandes (RUSAF) zu verlängern. Die IAAF hatte Russland nach Aufdeckung des Skandals um flächendeckendes Doping im November 2015 gesperrt und von den Olympischen Spielen 2016 in Rio ausgeschlossen.

Die IAAF begründete die Beibehaltung der Sperre damit, dass zwei wesentliche Bedingungen für eine Wiederaufnahme nicht erfüllt wurden: Der Zugang zum Moskauer Analyselabor, den dort lagernden Daten und Doping-Proben sowie die bisher ausgebliebene Begleichung der Rechnung für die Arbeit der IAAF-Task-Force durch Russland in Millionenhöhe.

"Ich bin nicht überrascht, aber wir hatten gehofft, weil der Verband viel Arbeit geleistet hat", sagte RUSAF-Präsident Dmitrij Schlyachtin der Nachrichtenagentur TASS.

Aufgedeckt

Auch die Wiederzulassung der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) durch die Welt-Anti-Doping-Agentur am 20. September änderte die strikte Haltung des Weltverbandes nicht. Die WADA hatte die Suspendierung aufgehoben, ohne bisher Zugang zu Daten und Proben im Moskauer Labor erhalten zu haben. Russland muss dies aber bis Jahresende gewährleisten, ansonsten droht eine neuerliche Sperre.

Die Enthüllung eines flächendeckenden und systematischen Dopings in der russischen Leichtathletik durch die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" im Dezember 2014 stand am Anfang des in der Sportgeschichte beispiellosen Skandals. Involviert war auch der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack. Er soll gegen Geld Doping-Fälle vertuscht haben.

Die IAAF hatte nach Aufdeckung des umfassenden Dopings in der Leichtathletik Russland komplett von den Olympischen Spielen 2016 in Rio ausgeschlossen. Seitdem wurde nur einzelnen Sportlern aus dem Land das Startrecht für internationale Meisterschaften und Meetings gewährt, die den Nachweis erbringen konnten, sich Doping-Tests in einem unabhängigen System zu unterziehen.