Sport
08/01/2012

"Kreuzverhör" für chinesischen Schwimmstar

Das zweite Olympiagold hat der neuen chinesischen Starschwimmerin Ye Shiwen im Anschluss eine Art Kreuzverhör beschert.

Bei einer Pressekonferenz nach ihrem Sieg über 200 Meter Lagen fragte ein Reporter: "Haben Sie jemals leistungssteigernde Mittel genommen? Antworten sie nur mit Ja oder Nein!" Die 16-Jährige blieb äußerlich gelassen und wurde mit: "Auf keinen Fall" übersetzt.

Über die andauernden Doping-Fragen sagte die Gewinnerin beider Lagen-Distanzen: "Es ist ein bisschen unfair, aber es beeinflusst mich nicht." Unterstützung erhielt Ye von der drittplatzierten Caitlin Leverenz. "Es ist nicht an mir, andere zu beurteilen oder mit dem Finger auf sie zu zeigen", sagte die US-Amerikanerin.

Der Schwimm-Weltverband ( FINA) reagierte auf die Doping-Verdächtigungen in einer Aussendung. "Es gibt keine sachliche Basis, diese Art von Andeutungen in Zusammenhang mit Ye Shiwen in Verbindung zu bringen", hieß es. Die Athletin habe alle FINA-Doping-Kontrollverpflichtungen erfüllt, in den vergangenen zwölf Monaten sei sie vier Mal - davon zweimal vor Chinas Olympia-Trials - negativ getestet worden.

Die FINA bezeichnete sich im Kampf gegen Doping als führender internationaler Verband, es werde für alle Disziplinen ein dopingfreier Sport angestrebt. Ye Shiwen holte am Dienstag Gold über 200 m Lagen, am Samstag war sie über 400 m Lagen in Weltrekordzeit siegreich geblieben. Dabei hatte sie Teilbereiche schneller als die US-Stars Michael Phelps und Ryan Lochte bewältigt. Die Endzeit der 16-Jährigen war um 23,25 Sekunden langsamer als die Siegerzeit Lochtes.

Auch Olympia-Organisationschef und IOC-Mitglied Sebastian Coe hat gegen eine Vorverurteilung der 16-Jährigen ausgesprochen. Ihr Erfolg auch mit legalen Mitteln sei "nicht undenkbar", betonte Coe am Mittwoch in London.

Die ehemalige deutsche Starschwimmerin Franziska van Almsick nannte die Doping-Verdächtigungen eine "Unverschämtheit", die sie nicht nachvollziehen könne. "Ich bin 1992 auch mit 14 zu Olympia gefahren und war erfolgreich. Es gilt die Unschuldsvermutung", sagte van Almsick, die in Barcelona vier Medaillen geholt hatte.

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