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Sport
08/02/2012

Keine Medaille für Kanutin Corinna Kuhnle

Nächste Enttäuschung für Österreichs Olympia-Team. Kanutin Corinna Kuhnle belegte im Finale des Wildwasser-Slaloms nach einem schweren Fehler im oberen Teil nur den achten Platz.

Kuhnle galt als größte Gold-Hoffnung im ÖOC-Aufgebot. Den Titel holte sich die Französin Emilie Fer vor der erst 18-jährige Australierin Jessica Fox und der Spanierin Maialen Chourraut.

Bei Tor Nummer fünf patzte Kuhnle und klassierte sich nur als Achte. Die Niederösterreicherin war enttäuscht, aber gefasst. "Das ist meine erste Chance bei Olympia gewesen. In vier Jahren in Rio werde ich eine zweite bekommen", sagte die 25-Jährige.

Als Halbfinal-Fünfte hatte sich Kuhnle eine optimale Ausgangsposition für den Endlauf gesichert. Doch schon nach vier Toren war alles vorbei. Kuhnle drehte das Boot eingangs des fünften zu wenig und musste eine Ehrenrunde einlegen, um nur zwei anstelle von 50 Strafsekunden aufgebrummt zu bekommen. "Diese Aktion hat ihr 16 Sekunden gekostet", hatte Trainer Helmut Schröter nach dem Rennen herausgestoppt. Kuhnles Rückstand auf Siegerin Emilie Fer aus Frankreich betrug am Ende 13,40.

Auf die Frage, warum er so gefasst wirke, meinte der Deutsche. "Soll ich jetzt meine Mütze essen, oder was?" Das auch seine Athletin derart ruhig auf die Nullnummer im Medaillenrennen reagierte, damit hatte er aber wohl nicht gerechnet. "Ich muss aufpassen, dass ich das Paddel nicht um die Ohren kriege."

Weit gefehlt. Kuhnle sprach davon, keinen besonderen Druck auf sich verspürt und den Tag trotzdem auch genossen zu haben. "Natürlich bin ich enttäuscht. Es ist nicht verlaufen wie erhofft. Aber ich habe mich gefreut, den Lauf zu fahren. Das wird nicht der schlechteste Tag meines Lebens sein." Aber einer, auf den sie sich viele Monate gezielt vorbereitet und dem sie alles andere untergeordnet hatte.

Nach dem Torfehler habe sie gewusst, dass die Medaillenchance dahin ist. "Ich habe trotzdem gekämpft bis zum Schluss. Mir ist ein guter Lauf gelungen." Sie sei schon so viele Rennen in ihrem Leben gefahren, dass sie wisse, wie es laufen könne. "Das Beste war heute nicht gut genug. Als Sportler weiß man aber, dass man nach vorne blicken muss."

Kuhnle hatte bereits im Halbfinale das fünfte Tor touchiert, in der Pause studierte sie mit ihrem Trainer das Video, man besprach, was es besser zu machen galt. "Sie wollte dann schneller fahren als im Halbfinale. Sie kam mit der besten Linie hin, die Anfahrt auf Tor vier war perfekt, das ging nicht besser. Danach war sie vielleicht zu schlampig. Zu wenig gedreht, Welle erwischt", meinte Schröter. Das seinem Schützling der Druck zu groß geworden sei, glaubte er nicht. "Nein. Sie war gut drauf."

Kuhnle wird nun nach London ins Athletendorf ziehen und noch ein paar andere Wettkämpfe ansehen. "Ich habe hier heraußen von Olympia bis jetzt noch nichts mitbekommen. Ich möchte mir das Damen-Finale im Tennis anschauen und auch unsere Flachwasser-Kanutinnen." Danach warten noch die zwei Weltcups Ende August in Prag und Bratislava auf die Heeressportlerin.

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