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Sport
07/31/2012

Kampfrichterin Csar betont: Regelkonform verhalten

Die österreichische Fecht-Kampfrichterin Barbara Csar hat am Dienstag bekräftigt, dass sie sich im umstrittenen Olympia-Degenhalbfinale regelkonform verhalten hat.

Dies hätten ihr auch die Kommission und das Technische Direktorium bestätigt, teilte Csar der APA schriftlich mit.

In der letzten Sekunde der einminütigen Verlängerung des Halbfinal-Gefechtes zwischen der Deutschen Britta Heidemann und Südkoreas Shin A-Lam war beim Stand von 5:5 dreimal angefochten worden, ohne dass das akustische Signal für das Ende des Kampfes ertönte oder ein Treffer gelandet wurde. Erst im vierten Versuch gelang Heidemann der Siegtreffer. Der Ausgang wurde von der südkoreanischen Delegation erfolglos beeinsprucht. Barbara Csars Tatsachenentscheidung könne weder von der Technischen Direktion noch von den beteiligten Delegationen verändert werden, hieß es am Dienstag in einer Erklärung.

"Ich habe mich regelkonform verhalten. Dies wurde auch in Folge von der mir übergeordneten Kommission und dem Technischen Direktorium so bestätigt", erklärte die Salzburgerin und verwies auf die Zeitnehmung als Auslöser der Diskussionen. Csar betonte, dass der Kampfrichter keinen Einfluss auf die Zeitnehmung habe. Ihr Augenmerk gelte ausschließlich dem Geschehen auf der Planche.

"Auf die Zeitnehmung und die in diesem Fall damit verbundene Problematik hatte und habe ich keinen Einfluss. Meine Konzentration gilt dem Gefecht und den damit verbundenen Vorgängen, die ich zu leiten habe, nicht dem ablaufenden Sekundenzeiger", führte Csar dazu aus.

Sie verwies weiters darauf, dass im Fechten die kleinste gemessene Einheit eben eine Sekunde sei. Eine auf Zehntel oder Hundertstel genaue Zeitnehmung, die in solchen Fällen wohl nützlich wäre, ist nicht vorgesehen. Laut ihrem deutschen Kampfrichterkollegen Bodo Vogel treffe Csar "null Schuld".

In seiner Stellungnahme bestätigte am Abend auch der Internationale Fechtverband ( FEI) die Korrektheit der Entscheidungen von Csar. Das Technische Direktorium habe als Protest-Jury den Vorfall geprüft, alle Offiziellen befragt und könne den ordnungsgemäßen Ablauf versichern. Der Protest habe daher keine Grundlage gehabt und sei vollständig zurückgewiesen worden, hieß es. Der Treffer Heidemanns sei korrekt angerechnet und vom Referee, dessen Entscheidung laut Artikel 42 der Regeln endgültig sei, bestätigt worden.

Shin blieb nach Kampfende eine halbe Stunde auf der Planche sitzen, ehe das Wettkampfgericht den Einspruch ablehnte. Heidemann wurde somit als Siegerin bestätigt und stieg ins Finale auf, das sie später verlor. Ihre Silbermedaille war das allererste Edelmetall für Deutschland in London. Shin A-Lam ging dann auch noch im Bronze-Gefecht leer aus.

Der Frust der Südkoreaner über die Entscheidung war groß. "Ich habe alles getan, was ich konnte. Sie haben gesagt, euer Fechter hat den Kampf fortzusetzen, deshalb musste ich die Entscheidung akzeptieren", sagte Shin A-Lams Trainer Shim Jaesung. Im deutschen Lager war man natürlich um Beruhigung bemüht. "Ich stimme mit der Entscheidung meines koreanischen Kollegen, eine Schiedsrichterentscheidung anzufechten, komplett überein. Wir sind deshalb nicht böse", sagte der deutsche Cheftrainer Manfred Kaspar, der die Situation als "knifflig" bezeichnete.

Sehr wohl böse waren einige Südkoreaner und artikulierten ihren Unmut im Internet. "Du bist eine Rassistin", schimpfte ein Fan aus Südkorea via Twitter. Andere User veröffentlichten im Netz die E-Mail-Adresse und die Handynummer von Csar.

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