Legendär: Björn Borg nach dem Sieg gegen John McEnroe 1980

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Sport
07/14/2019

Jubel, Tränen, Rekorde: Von Björn Borg bis Rafael Nadal

Rückschau: Einige Finalspiele beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt werden immer in Erinnerung bleiben.

von Harald Ottawa

Filmreif: Björn BorgJohn McEnroe 1:6, 7:5, 6:3, 6:7 (16), 8:6 (1980).

Das große Finale der beiden Dauerrivalen wurden sogar verfilmt. Mit zwei Charakteren, die ebenso unterschiedlicher nicht sein konnten. Auf der einen Seite der schweigsame Schwede, auf der anderen Seite der heißblütige Amerikaner. Borg erinnert sich: „Das war mein bestes Match in Wimbledon und eines der besten meiner Karriere.“ Ein Jahr später kam es zur Revanche. Damals kam es zur Wachablöse.

Marathon: Roger FedererAndy Roddick 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14 (2009)

Ein Jahr später stand Federer abermals im Endspiel und feierte einen seiner größten Triumphe. Der sechste Wimbledontitel bedeutete Grand-Slam-Sieg Nummer 15 für den Schweizer, der zum alleinigen Rekordhalter an Grand-Slam-Titeln aufstieg (Pete Sampras hat 14). Um diesen Rekord zu bekommen, musste Federer 256 epische Minuten durchstehen und Andy Roddick in einem wahren Krimi bezwingen. Der geknickte US-Mann erreichte danach nie wieder ein Grand-Slam-Endspiel und hörte drei Jahre später auf.

Schauspiel: Rafael NadalRoger Federer 6:4, 6:4, 6:7, 6:7, 9:7 (2008)

Für viele Tennis-Experten das wohl größte Spiel der Geschichte. Mit 4:48 Stunden Spielzeit ist es das längste Wimbledonfinale, das bisher gespielt wurde. Drei Mal musste das Match wegen Regens unterbrochen werden. Im fünften Satz war der Schweizer bei 5:4-Führung selbst nur zwei Punkte vom Titel entfernt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit jubelte aber Nadal über seinen ersten Wimbledonsieg und beendete gleichzeitig die 65 Siege umfassende Rasen-Erfolgsserie von Federer, der Jahre danach von „seiner schlimmsten Niederlage in der Karriere“ sprach.

Historisch: Boris BeckerKevin Curren 6:3, 6:7, 7:6, 6:4 (1985)

Die Geburtsstunde für den deutschen Tennisboom und der Start einer großen Karriere. Becker, auch im Finale Außenseiter, gewann mit 17 Jahren und 227 Tagen und wurde der jüngste Wimbledonsieger, der erste ungesetzte Sieger auf dem heiligen Rasen und der nach Michael Chang (1989, Paris)  jüngste Grand-Slam-Champ. Becker kam insgesamt auf drei Titel in London.

Emotional: Goran IvanisevicPatrick Rafter 6:3, 3:6, 6:3, 2:6, 9:7 (2001).

Der emotionalste Moment in der Karriere des Goran Ivanisevic. Der Kroate musste 29 werden, um trotz famoser Karriere bei einem Major zu triumphieren. Nach Verletzungen war er nur als Nummer 125 mittels Wild Card angetreten – noch nie hatte ein schlechtplatzierter Spieler ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. „Es war alles Schicksal, ich bin so dankbar“, sagte er unter Tränen.

Bewegend: Novak DjokovicRoger Federer 6:7 (9), 6:4, 7:6 (4), 5:7, 6:4 (2015).

Djokovic konnte seinen zweiten Titel auf dem ehrwürdigen Rasen auch einen anderen ehemaligen Champ verdanken: Boris Becker trug als Coach zum Triumph bei. Viele sprachen damals von einer Wachablöse. Djokovic wurde danach wieder Nummer eins, Federer rückte auf Rang drei vor.