Sport 06.01.2012

ISU-"Vize" räumte Fehler im Fall Pechstein ein

Mit dem niederländischen Vizepräsidenten Jan Dijkema soll sich erstmals ein Repräsentant des internationalen Eislauf-Weltverbandes (ISU) bei der deutschen Olympiasiegerin Claudia Pechstein für mögliche Fehler in deren "Doping-Fall" entschuldigt haben.

Mit dem niederländischen Vizepräsidenten Jan Dijkema soll sich erstmals ein Repräsentant des internationalen Eislauf-Weltverbandes (ISU) bei der deutschen Olympiasiegerin Claudia Pechstein für mögliche Fehler in deren "Doping-Fall" entschuldigt haben. Das gab die 40-Jährige in der Tageszeitung "Die Welt" bekannt. Pechstein war von 2009 bis 2011 wegen erhöhter Blutwerte gesperrt gewesen.

"Er hat gesagt, dass es ihm sehr leid tue, was passiert ist, und dass er es bedauere, aber er könne leider nichts machen", wurde die Berlinerin, die dieses Wochenende bei der Budapester Vierkampf-EM antritt, zitiert. "Die ISU-Funktionäre wissen, dass sie Fehler gemacht haben, aber sie wissen nicht, wie sie aus der Nummer rauskommen." Sie habe nun das Gefühl, dass das Blatt sich wendet, meinte sie und fügte hinzu: "Ich habe immer gesagt, dass ich niemals gedopt habe. Jetzt kommen viele auf allen Vieren an und versuchen, sich zu entschuldigen."

Hämatologen hatten bei Pechstein eine Blutanomalie als Grund für die schwankenden Retikulozyten-Werte festgestellt, für die sie per indirektem Beweis gesperrt worden war. "Meine Blutwerte schwanken weiter, ich habe mich sogar selbst angezeigt, um die ISU-Dopingjäger erneut zum Handeln zu zwingen. Doch nichts passiert", sagte sie. "Meine abnormen Blutwerte wurden mir von meinem Vater vererbt." Im Fall eines öffentlich zugegebenen Fehlers würden auf die ISU Kosten in Millionenhöhe zukommen.

Erstellt am 06.01.2012