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Sport
05/08/2020

Horrorszenario für den Amateurfußball: Zwölf Monate Pause

Der Saisonabbruch war für die meisten Vereine verständlich – wie es weitergehen soll, ist weiter unklar.

von Kevin Kada

Ob gespielt wird, oder nicht, das sagt uns Sportminister Werner Kogler – so sieht die Stimmung bei den Fußballteams derzeit aus. Die Saison ’19/’20 wurde abgebrochen. Auf- und Absteiger gibt es nicht. Zum Ärger aber auch zur Freude der Teams. Unklar ist, ob die neue Saison im Herbst überhaupt gestartet werden kann.

Der KURIER hat mit den Meister-Kandidaten und potenziellen Absteigern der Regionalliga Ost und der 1. Landesliga gesprochen.

„Nur ein Titel“

Für Wolfgang Macho, den Präsidenten des Ostliga-Tabellenführers FC Marchfeld-Donauauen war der Saisonabbruch eine logische Konsequenz. Dass sein Team möglicherweise um einen Meistertitel gebracht wurde, stört Macho bedingt: „Wir planen nicht so kurzfristig. Klar wäre es schön gewesen, aber es wäre nur ein Titel gewesen. Aufgestiegen wären wir ja trotzdem nicht.“

Dafür fehlt in Mannsdorf die Infrastruktur. Daran arbeitet der Verein in den kommenden Jahren, wie Macho verrät. Der Präsident glaubt übrigens nicht, dass im Herbst gespielt wird. Das bringt eine Idee auf den Tisch, über die auch im ÖFB diskutiert wurde: „Falls wir im Herbst nicht spielen, wäre es eine gute Idee die Saison 2019 im Frühjahr 2021 fortzusetzen.“

"Hätten sportlichen Klassenerhalt geschafft"

Anders sieht das übrigens der potenzielle Absteiger der Regionalliga Ost, der SV Leobendorf. Präsident Josef Weber denkt, dass im September gespielt werden darf. „Und ich glaube auch, dass wir den sportlichen Klassenerhalt geschafft hätten. Nur beweisen können wir es nicht.“

Die Entscheidung, die Saison abzubrechen, war für Weber eine logische Konsequenz. Finanzielle Einbußen hat auch sein Verein. Am Fortbestand ändert das aber nichts. „Wir planen mittel- und langfristig. Dementsprechend können wir so eine Zeit auch überstehen.“

Ostliga doch möglich

In der 1. Landesliga gehört der Tabellenführer SC Retz zu den großen Verlierern des Abbruchs. Das Team hat sich im Herbst dazu entschlossen, aufsteigen zu wollen. Doch dann kam das Coronavirus.

Für Obmann Helmut Bergmann ist der Abbruch verständlich. Durch den Rückzug des ASK Ebreichsdorf haben die Retzer dennoch die Chance aufzusteigen. „Wir haben einen Antrag gestellt, aber das muss im Verband geklärt werden.“

Auswirkung hat der Abbruch natürlich auch für die Retzer. „Wir rechnen mit einem Budgetminus von etwa 20 Prozent. Das macht es nicht einfacher.“

Für den Tabellenletzten, den ASV Spratzern, ist die Situation eine angenehmere. „Wir können uns natürlich glücklich schätzen“, sagt Obmann Gerhard Rankl. Trotz der Einnahmenausfälle sieht Rankl den Verein nicht gefährdet.

Das liegt auch an einem Umbruch im Team. „Wir haben uns dazu entschlossen, ohne Ausländer zu spielen. Dementsprechend haben wir nicht so große finanzielle Belastungen.“

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