Sport
27.10.2018

Hohe Prominenz bei Österreichs größtem Tennis-Turnier

Die Wiener Stadthalle zog nicht nur zahlreiche Fans, sondern auch viele große Namen zum Tennis-Festival an.

Politiker, Ex-Profis und Fußball-Stars sahen am Freitag in der Stadthalle einen Marathon. Die Prominenz konnte sich bislang beim Stadthallen-Turnier gegenseitig die Hände schütteln. Gestern schaute beim Spiel von Dominic Thiem gegen den Japaner Kei Nishikori, bei dem der Japaner das bessere Ende für sich hatte, sogar Sportminister Heinz-Christian Strache vorbei.

Auch Herbert Prohaska, der selbst regelmäßig mittelmäßig zum Schläger greift, konnte seinem Enkerl Theo seine Expertisen zur Welt der Filzkugeln mitteilen. Im Laufe der Woche lieferten sich auch Österreichs bester Boxer Marcos Nader und die Austria-Kicker Alexander Grünwald und Michael Madl verbale Schlagabtäusche über den Tennissport. Thomas Muster ist als Turnierbotschafter sowieso immer da und genießt freilich als solcher Immunität. Und die ehemalige Tennis-Profis Hans Kary „Die Stimmung hier ist einzigartig“), Peter Feigl („Ich komme immer wieder gerne hierher“), Alexander Antonitsch sowie Österreichs Nummer 1 aus besseren Damen-Tennis-Zeiten, Barbara Schett waren vom Turnier bislang begeistert. Kabarettist Viktor Gernot dachte sich beim Erste Bank Open wieder nette Pointen aus für die nächsten Programme. Und vom Tennisverband mischten sich Präsident Werner Klausner und Geschäftsführer Thomas Schweda unter das begeisterte Volk.

Marathon-Spiel

Weniger gemütlich hatten es gestern Nachmittag die Herren Mikail Kukuschkin und der Ungar Marton Fucsovics, die 3:19-Stunden den Hallenbelag in der Stadthalle strapazierten, Und der Kasache Kukuschkin gewann 4:6, 7:6(2), 7:6(4) und erreichte bei seinem ersten Antreten in der Stadthalle sofort das Semifinale. Und das als Qualifikant. „Ich habe nie erwartet, dass ich aus der Qualifikation heraus hier ins Halbfinale komme“, jubelte der Ranglisten-71.

Damit ist der 30-Jährige im Rennen, als erster Kasache das Stadthallen-Turnier zu gewinnen. Die Ungarn müssen hingegen auf den ersten Sieg seit 1988 warten, damals gewann Balázs Taróczy mit Alexander Antonitsch den Doppelbewerb. „Das war damals ein Riesenfest“, sagt der mittlerweile 52-Kärntner, der daran erinnerte, dass es damals zwei österreichische Sieger gab. Horst Skoff schlug damals, und das ist bis heute eher in Erinnerung geblieben, einen kranken Thomas Muster. „Damals hätte ich gar nicht antreten dürfen“, erinnert sich Muster. „Aber ich wollte einfach das Finale nicht platzen lassen.“

Es war nicht das letzte Turnier, bei dem es zwei österreichische Sieger gab. 2009 siegte Jürgen Melzer, der sein Abschiedsturnier vom Einzel wegen einer Magen-Darm-Erkrankung absagen musste, und Oliver Marach im Doppel mit dem Polen Lukasz Kubot. Fast hätte es vor neun Jahren drei Heimsieger gegeben. Marach/Kubot schlugen damals im Finale Melzer und Julian Knowle.

Marach ist mit seinem kroatischen Standardpartner auch heuer wieder dabei, er spielte gestern spät Nachts seine Viertelfinalpartie. Der Grazer ist die Nummer zwei der Doppelwelt steht bereits im Semifinale. US-Legende Mike Bryan, der noch auf die Genesung seines Bruders Bob wartet, spielte heuer ebenso erfolgreich mit Landsmann Jack Sock, in Wien ist er jedoch mit dem Franzosen Édouard Roger-Vasselin unterwegs.