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Sport
08/02/2012

Hoffnung auf Medaillen stirbt zuletzt

Welche rot-weiß-roten Sportler haben noch Chancen auf Edelmetall? Der KURIER wagt die Analyse.

Erst ein Mal, bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, schaute Österreich medaillenmäßig durch die Finger. In London steht Rot-Weiß-Rot nach fünf Wettkampftagen noch mit leeren Händen da. Doch es gibt sie, die Menschen, die genügend Talent & Können haben, in den kommenden Tagen zuzuschlagen und eine Pleite zu verhindern.

Möglicherweise ist es schon am Donnerstag so weit. Corinna Kuhnle ist eine der größten Medaillenhoffnungen aus Österreich. Als Doppelweltmeisterin hat sie sogar die Chance auf Gold. Um 15.12 Uhr MESZ startet die 25-jährige Niederösterreicherin in den Kanal des Lee Valley White Water Centers, 30 Kilometer nordöstlich von London. Sollte in diesem Halbfinallauf alles gut gehen, paddelt sie um 16.57 Uhr im Finale um eine Medaille. Doch beim Wildwasserslalom kann viel passieren, Kuhnle hatte im Vorlauf Probleme.

"Das Gute ist, dass es im Halbfinale keine ersten Läufe mehr gibt, erste Läufe habe ich schon öfter in den Sand gesetzt. Im Halbfinale brauche ich gleich einen kontrollierten Lauf und hoffe, dass es sich ausgeht", sagte Kuhnle, die aufgrund der siebentbesten Zeit auch eine gute Startnummer hat. Auch vor vier Jahren holte Österreich im Wildwasserkanal eine Medaille: Violetta Oblinger-Peters gewann Bronze in Peking. Heuer ist die Frau von Helmut Oblinger, der am Dienstag im Einsatz war, nicht dabei – sie scheiterte in der internen Qualifikation an Kuhnle.

Wer auf einen Olympiasieg von Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz setzt und gewinnt, bekommt in englischen Wettbüros nur das Vierfache seines Einsatzes. Die beiden steigen erstmals am 7. August in ihr Kanu, das sie gemeinsam auf dem Flachwasser bewegen. Die amtierenden Weltmeisterinnen bezeichnen ihre Chancen auf eine Medaille als "gut".

Das Beachvolleyball-Duo Clemens Doppler und Alexander Horst wirkte in der Nacht auf Mittwoch glücklich aber nicht euphorisch, selbstbewusst aber nicht überheblich. Nach dem souveränen Sieg der Österreicher gegen die höher eingeschätzten Italiener Nicolai/Lupo steht das Duo vor dem Aufstieg in das Achtelfinale. Den Grundstein für den klaren 2:0-Erfolg vor zirka 10.000 Zuschauern legten Doppler/Horst mit dem starken Service und ihrem Kampfgeist. "Natürlich tut es uns leid, dass wir beim Heimturnier in Klagenfurt so schlecht gespielt haben", sagte Doppler nach der Partie. "Aber unsere gesamte Saisonplanung war auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Wir haben sogar Grand-Slam-Turniere ausgelassen." Und das habe sich eben ausgezahlt: "Wir sind körperlich auf dem Höhepunkt."

Am Mittwoch (21 Uhr MESZ) trifft das Duo auf die Schweizer Heuscher/Bellaguarda, die in der Weltrangliste weit vor den Österreichern liegen. "Wir haben mit diesem Paar im Winter sehr viel trainiert, wir kennen sie in- und auswendig", sagt Doppler. "Die Schweizer haben heuer schon Turniere gewonnen, sie bleiben auch gegen uns Favorit." Doch selbst eine Niederlage könnte für den Aufstieg reichen. Was dann folgt, ist Zugabe.

 

 

Realistisch sind die Chancen der achtköpfigen Segel-Crew nicht mehr. Theoretisch ist aber noch etwas drinnen: Die 49er Nico Delle Karth und Niko Resch haben sich am Dienstag mit einem 16. Platz in Wettfahrt 6 (von 15) selbst ein Ei gelegt. Mit Gesamtplatz zehn bleiben sie aber in Reichweite des Medal Race. Für Andreas Geritzer (Laser) ist nach vier Wettfahrten (von 10) hingegen kaum noch etwas zu reparieren. Noch nicht begonnen haben die 470er, aber weder Lara Vadlau und Eva-Maria Schimak , noch Matthias Schmid und Florian Reichstätter zählen zum engsten Kreis der Favoriten.

Am Freitag bitten Werner Schlager, Chen Weixing und Robert Gardos zu Tisch. Im Teambewerb wartet Ägypten auf die Zelluloid-Künstler. "Eine lösbare Aufgabe", sagt Schlager, "aber dann wartet mit Deutschland eines der großen Teams. Nur an einem optimalen Tag haben wir eine Chance." Am Dienstag

genoss Schlager seinen ersten Tag in London ohne Match oder Training. "Als älterer Spieler brauchst du viel mehr Zeit für Regeneration. Früher wäre ich durchs olympische Dorf spaziert, hätte mir andere Bewerbe angeschaut, jetzt muss ich mich erholen und die Müdigkeit aus den Muskeln bringen."

Fünfkämpfer Thomas Daniel glaubt, dass 20 Athleten eine Chance auf eine Medaille haben, einer davon heißt Thomas Daniel . Die Schützen Thomas Farnik und Christian Planer brauchen einen perfekten Tag – und Fehlschüsse der Konkurrenz. Was Ringer Amer Hrustanovic wirklich kann, wird sich am 6. August zeigen.

Und Markus Rogan? Der Wiener war am Dienstag Vormittag gut in Schuss und schwamm die 200 m Lagen in 1:58,66 Minuten.

Zusammenfassung: Die Chancen auf eine Medaille waren schon einmal besser für Österreich.

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