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Sport
04/21/2020

Hiobsbotschaft: Olympia 2021 nur mit Impfstoff empfohlen

Laut Experten sollten die Sommerspiele nur dann stattfinden, wenn es davor einen Impfstoff gibt. Doch das ist unrealistisch.

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind wegen der Coronakrise um ein Jahr verschoben worden und sollen nun von 23. Juli bis 8. August 2021 stattfinden. Laut medizinischen Experten hält dieser Termin allerdings nur, wenn bis dahin ein Impfstoff gegen den Erreger SARS-CoV-2 im Einsatz sein wird.

„Wenn wir davon sprechen, den Sport zurück in volle Stadien zu bringen, dann denke ich, dass wir dafür warten müssen, bis wir einen Impfstoff haben“, betonte Zachary Binney, der Epidemiologe an der Emory Universität in Atlanta ist. Binney glaubt, dass die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus rund eineinhalb Jahre dauern werde und damit zu spät für das weltgrößte Sportereignis kommen würde.

Und ohne einen solchen Schutz sei es verantwortungslos, die Sommerspiele im nächsten Jahr abzuhalten. „Jede Person mehr erhöht das Risiko“, versicherte Binney. „Sobald man 50.000, 70.000, 100.000 (Fans) erreicht, ist dies ein enormes Risiko, das man ohne Impfstoff eingeht“, warnte Binney eindringlich.

Olympische Spiele ohne Impfschutz seien deshalb für „ein einzigartig riskantes Ereignis“ wegen der Bedrohung durch Besucher - in doppelter Hinsicht: Nicht nur weil Fans aus infizierten Gebieten kommen könnten, sondern dann auch mit einer Infektion wieder in ihre Heimatländer zurückkehren könnten.

Jason Kindrachuk, Experte für Infektionskrankheiten an der Universität von Manitoba in Kanada, ist zwar überzeugt, dass ein Impfstoff innerhalb eines Jahres entwickelt werden kann. Er glaubt aber, dass auch das noch zu spät für die Sommerspiele in Tokio sein könnte, weil es ja auch Zeit benötige, um die Menschen weltweit zu impfen. „Sie wollen ja, dass die Menschen nicht direkt zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele geimpft werden, sondern ein wenig vorher, damit sie diese schützende Immunität aufbauen“, erklärte Kindrachuk.

Illusorisch 

Für den japanischen Virologen Kentaro Iwata scheint deshalb das Großereignis 2021 illusorisch. „Ich glaube nicht, dass die Olympischen Spiele nächstes Jahr stattfinden werden“, sagte Iwata. „Japan kann diese Krankheit möglicherweise bis zum nächsten Sommer kontrollieren, das wünsche ich mir, aber ich glaube nicht, dass dies überall auf der Welt bis dahin so sein wird“, erklärte der Professor der Kobe-Universität.

Die Olympia-Organisatoren wollen von alledem nichts wissen. „Die Mission ist es, die Bühne für den nächsten Sommer vorzubereiten. Wir halten es nicht für angebracht, auf spekulative Fragen zu antworten“, lautete die Replik von Masa Takaya, dem Sprecher des Organisationskomitees in Tokio, am Montag in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters.

Bedeutung für Österreich?

Glaubt man den Experten was die Ausrichtung der Olympischen Spiele betrifft, dann ist das eine echte Hiobsbotschaft für den Sport. Denn dann wird es bis zum Vorhandensein einer Schutzimpfung gar keinen Sport mehr mit Zuschauern geben. Weder im olympischen Leichtathletik-Stadion, noch in der Münchner Allianz-Arena oder in den Fußball-Stadien bzw. Eishallen in Österreich.

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