Starker Auftritt von Hermann Pernsteiner (Archivbild)

© APA/AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Sport
10/21/2020

Hermann Pernsteiner dreht auf: Platz zwei beim Giro d’Italia

Nur der Australier Ben O’Connor war schneller als der Radprofi aus der Buckligen Welt. Primoz Roglic baut seinen Vorsprung bei der Vuelta aus

Nach Patrick Konrad hat am Mittwoch auch Hermann Pernsteiner beim 103. Giro d’Italia aufgezeigt: Auf der 17. Etappe von Bassano del Grappa nach Madonna di Campiglio schaffte es der 30-Jährige aus Kirchschlag in der Buckligen Welt in eine große Ausreißergruppe, die teils mehr als acht Minuten Vorsprung auf die Favoriten hatte. Der Bahrain-McLaren-Profi lag zwischenzeitlich virtuell auf dem dritten Gesamtrang.

Am Ende wurde es Platz zwei hinter dem Australier Ben O’Connor (NTT), 31 Sekunden fehlten zum Sieg. Gesamtführender bleibt der Portugiese João Almeida (Deceuninck-Quick Step), Pernsteiner ist nun Elfter, Konrad (Bora-hansgrohe) Neunter. "Das Team hat einmal mehr einen super Job erledigt. Rafal Majka und ich waren bis zum Ziel immer in der Favoritengruppe vertreten. Wir konnten auch ein paar Körner sparen. Morgen wird ein sehr entscheidender Tag, auf den ich mich freue", sagte Konrad nach getaner Arbeit.

Am Donnerstag folgt das Dach des Giro: Auf den 207 Kilometern von Pinzolo zu den Laghi di Cancano hoch über Bormio steht das 2.746 Meter hohe Stilfser Joch im Weg.

Vuelta: Großschartner verliert an Boden

So gut die heuer nur 18 Etappen umfassende Spanien-Rundfahrt für Felix Großschartner begonnen hatte (Platz fünf am ersten Tag!), so bitter lief die zweite Etappe am Mittwoch: 3,5 Kilometer vor dem Ende des letzten großen Anstiegs auf den 151,6 Kilometern von Pamplona nach Lekkunberri musste der Bora-hansgrohe-Profi die Spitzengruppe um den in der Gesamtwertung führenden Slowenen Primoz Roglic ziehen lassen, die 9,5 Kilometer mit durchschnittlich acht und bis zu 15 Prozent Steigung waren zu heftig für den 26-jährigen Oberösterreicher. Das spanische Team Movistar hatte mächtig aufs Gas gedrückt, und das sollte sich auszahlen.

Auf der letzten Abfahrt hinab Richtung Ziel begann es auch noch zu regnen, am Ende sicherte sich der spanische Movistar-Profi Marc Soler den Tagessieg, seinen ersten Erfolg auf der World Tour. Großschartner und Kollegen rasten Roglic und seinen Begleitern hinterher, schafften es aber nicht mehr, die Lücke noch zu schließen. Soler rettete 19 Sekunden Vorsprung auf Roglic, der den Sprint seiner Gruppe gewann und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf nun neun Sekunden ausbaute. Mit 1:01 Minuten Rückstand auf Soler traf schließlich auch Felix Großschartner ein, in der Gesamtwertung ist er nun Neunter mit 59 Sekunden Rückstand.

Am Donnerstag geht es auf 166,1 Kilometern von Lodosa zur Laguna Negra de Vinuesa bergig weiter (insgesamt 80 Kilometer Anstiege), dieses Mal mit einer Bergankunft auf 1.718 Meter Höhe.

Giro d’Italia, 17. Etappe (Bassano del Grappa–Madonna di Campiglio, 203 km): 1.O’Connor (AUS) NTT 5:50:59, 2. Pernsteiner (AUT) Bahrain-McLaren +31, 3. De Gendt (BEL) Lotto Soudal +1:10, 12. Hindley (AUS) +5:11, 14. Kelderman (NED) beide Sunweb, 15. Almeida (POR) Deceuninck-Quick Step, 17. Konrad (AUT) Bora-hansgrohe alle gl. Zeit, 106. Brändle (AUT) Israel +46:13.  – Gesamt: 1. Almeida 71:41:18,  2. Kelderman +17, 3. Hindley +2:58, 4. Geoghegan Hart (GBR) Ineos +2:59, 5. Bilbao (ESP) Bahrain-McLaren +3:12, 9. Konrad +4:11, 11. Pernsteiner +5:07, 129. Brändle +4:19:49.

Vuelta, 2. Etappe (Pamplona–Lekunberri, 151,6 km): 1. Soler (ESP) Movistar 3:47:04, 2. Roglic (SLO) Jumbo-Visma +19, 3. D. Martin (IRE) Israel, 18. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +1:01. – Gesamt: 1. Roglic 8:09:41, 2. D. Martin +9, 3. Carapaz (ECU) Ineos +11, 9. Großschartner +59.

Brügge–De Panne (188,6 km): 1. Lampaert (BEL) 3:57:12, 2. Declerq (BEL) beide Deceuninck-Quick Step +21, 3. Merlier (BEL) Alpecin-Fenix +22, 19. Pöstlberger (AUT) Bora-hansgrohe +2:52. Aufgegeben: Gogl (AUT) NTT, Haller (AUT) Bahrain-McLaren.

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