Sport
09/20/2012

Guerdat und Stefan Eder: Zwei Wege zum Ziel

Beide leben für den Pferdesport, schätzen einander, betreiben das Springreiten aber unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen.

Olympiasieger Steve Guerdat reiste am Donnerstag mit dem Flugzeug aus Zürich nach Wien, seine Pferde waren mit dem LKW schon zuvor eingetroffen. Stefan Eder, Österreichs Nummer 1, lenkte den Pferde-Transporter selbst von Lamprechtshausen zum Wiener Rathaus.

Ab Donnerstag treffen die zwei Reiter beim Vienna Masters in der Global Champions Tour aufeinander. Dem Westschweizer Guerdat wurde als Sohn des zweifachen Olympia-Teilnehmers Philippe Guerdat das Reiten praktisch in die Wiege gelegt, als Twen trat er in die Dienste des niederländischen Pferdehändlers Jan Tops und feierte zahlreiche Erfolge. Weil dann "seine" Pferde oft verkauft wurden, kehrte er 2006 in die Schweiz zurück.

Und hatte das Glück, dass ihm gleich zwei Mäzene zur Seite standen. Der meist in London lebende Finanzier Urs Schwarzenbach stellte Guerdat nicht nur ein Anwesen mit allen Schikanen in Herrliberg oberhalb des Zürichsees zur Verfügung, sondern erwarb ebenso wie der Luxus-Uhren-Hersteller Yves Piaget, der wie Guerdat aus dem Jura stammt, um Millionenbeträge für ihn auch Top-Pferde.

"Ich traf außergewöhnliche Menschen, die an mich glauben und mir helfen, immer weiter zu gehen", schreibt Guerdat auf seiner Website . Schwarzenbach gehört u.a. der elfjährige Franzosen-Wallach Nino des Buissonets, der seinen Reiter in London zu Gold trug. Guerdat hat 13 Pferde in seinem Beritt, mehrere Angestellte kümmern sich um die edlen Rösser und die weitläufige Anlage. Der Weltranglisten-Dritte ist jedes Wochenende auf Turnieren unterwegs, punktet beständig, die Besetzung der Vierbeiner wechselt nach Bedarf.

Eder hat im Gegensatz zu den meisten Spitzenreitern nicht zwei "Garnituren" zur Verfügung, sondern bis heuer überhaupt nur ein Pferd mit GP-Niveau. "Ich hatte vergangenes Jahr eine Super-Saison, bin tausende Kilometer gefahren, bin aber nur bis Platz 56 vorgekommen und es hat knapp nicht gereicht für die Olympia-Qualifikation. Es ist echt schwer", erklärte der gebürtige Oberösterreicher, der seit eineinhalb Jahren unter Thomas Frühmann trainiert. Wegen einer Verletzung des Hengstes Chilli van Dijk fiel er zurück, zuletzt hat er sich auch dank der Stute Concordija mit fünf GP-Siegen in Serie wieder unter die Top 100 zurückgekämpft.

Der Wahl-Salzburger hat sich mit sieben Pferden auf der Anlage des Turnier-Veranstalters Sepp Göllner in Lamprechtshausen einquartiert, seine Freundin und eine Pflegerin betreuen die Tiere, wenn Eder auf Turnieren ist. Seine zwei Top-Pferde werden von zwei Besitzern zur Verfügung gestellt. Chilli van Dijk, ein 13-jähriger Westfale, gehört dem Salzburger Hansjörg Pichler, Concordija wurde jüngst vom Südtiroler Wolfgang Dirnberger erworben, der Eder schon länger unterstützt.

"Ich habe Glück, weil beide Liebhaber sind, sie hängen an ihren Pferden und wollen nicht unbedingt Geld verdienen. Ich habe zu ihnen ein persönlich gutes Verhältnis", erklärte Eder gegenüber der APA. Der fast 31-Jährige muss also nicht befürchten, dass die Pferde nach Erfolgen verkauft werden. Das ist ihm bei seinen früheren Spitzenpferden Cartier und Opus passiert. Ein Engagement im Ausland kam für Eder nie infrage. "Ich möchte auch künftig in Österreich bleiben, obwohl es hier schwieriger ist mit Sponsoren."

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