Sport
08.06.2018

Golf: Schwab liegt in Atzenbrugg im Spitzenfeld

Der Steirer blieb auch Freitag nahezu fehlerlos. Der Finne Korhonen geht als Erster in die dritte Runde.

Matthias Schwab wird beim Shot Clock Masters in Atzenbrugg den hohen Erwartungen mehr als gerecht. Der 23-jährige Österreicher blieb beim großen Heim-Turnier in Atzenbrugg auch am zweiten Tag nahezu fehlerlos und ist nach Runden von 69 und 68 Schlägen zur Halbzeit mit 7 unter Par geteilter Vierter. Alleiniger Führender ist der Finne Miko Korhonen mit 9 unter Par.

Während Schwab damit auch am Freitag glänzte und mit etwas Glück sogar in Führung gehen hätte können, ging es für Sepp Straka am zweiten Turniertag bei teils heftigem Wind zunächst in die Gegenrichtung. Erst im Finish riss der US-Doppelstaatsbürger das Ruder mit drei Birdies noch herum und schaffte als 42. ebenso den Cut wie Lukas Nemec, Clemens Prader und Altmeister Markus Brier. Die beiden Letzteren profitierten davon, dass sich wegen des Windes die Cutlinie auf 2 über Par schob.

Schwab und Straka, nach Tag eins noch jeweils Elfte, spielten am Freitag erst am Nachmittag und von Tee 1. Bei noch leichtem Ostwind legte Schwab, nach der verletzungsbedingten Absage von Bernd Wiesberger Österreichs Nummer 1 in Atzenbrugg, zur Freude der vielen Fans mit drei Birdies auf den ersten vier Löchern furios los. Danach war er phasenweise nur noch einen Schlag von der Führung entfernt.

Dann kam aber doch ein kleiner Hänger und Schwab musste nach 31 fehlerlosen Löchern einen Schlagverlust hinnehmen. Auf einer Par-3-Bahn verzog er den Abschlag nach rechts ins fette Rough, der "Flyer" landete auf der anderen Seite des Grüns. "Da war klar, dass es sich mit einem Par nicht mehr ausgeht. Das Bogey war quasi verdient", erklärte Schwab. Es ist nach 36 gespielten Bahnen aber dennoch der bisher einzige Schlagverlust für den beeindruckend spielenden Jungprofi.

"Jedes Bogey ist ärgerlich. Da war zwar Wind, es war aber letztlich einfach ein schlechter Golfschlag von mir", wollte Schwab für seinen bisher einzigen Patzer beim Heim-Auftritt aber keine Ausreden suchen. Auch einigen hauchdünn verschobenen Putts maß er keine Bedeutung bei. Natürlich könnte er mit Glück auch noch zwei Schläge besser und damit sogar in Führung liegen. "Aber das können viele andere auch sagen."

Als Gesamt-Vierter lag Schwab gleichauf mit Superstar Miguel Angel Jimenez (ESP) oder dem chinesischen Ex-Sieger Ashun Wu und hatte nach zwei von vier Runden nur zwei Schläge Rückstand auf Korhonen. Nur der führende Finne ist auf dem Par-72-Kurs im Diamond Country Club bisher ohne Schlagverlust geblieben.

Am "Moving Day" kann sich Schwab nun für den "Super-Sonntag" in Position bringen. Am Tag, an dem Tennis-Star Dominic Thiem in Paris um den Titel bei den French Open spielt und Österreichs Fußball-Nationalteam in Wien auf Brasilien trifft, kann der Steirer aus Rohrmoos bei Schladming bei den heimischen Golf Open Geschichte schreiben.

Dazu sollte er am Samstag im drittletzten Flight spielend (ab 12:43 Uhr) zumindest nicht deutlich zurückfallen. "Für mich ist das einfach ein weiterer Turniertag, ohne andere Vorbereitung oder Einstellung", will der direkt auf der Anlage des Diamond Country Clubs wohnende Schwab am Samstag aber ohnehin nichts Besonderes riskieren. Wenn er sich etwas wünschen könne, "dann das lange Spiel vom ersten Tag und die Putts vom Freitag. Aber das ist ja kein Wunschkonzert".

Straka war letztlich froh, weiter mitspielen zu können. Denn durch seinen schwachen Beginn kam er der Cut-Linie zwischendurch gefährlich nahe. "Der Wind war definitiv zu stark für mich. Dadurch habe ich wenig Fairways getroffen, auch die Eisenschläge waren schlecht", ärgerte sich der Longhitter. Selbst sein erster Schlaggewinn passierte nach einem Chip-In, also glücklich. "Positiv" an Strakas Rückfall ist, dass er am Samstag wieder früher spielt. "Da ist nicht so viel Wind, da fühle ich mich wohler."

Erfreulich war, dass auch Lukas Nemecz das Ruder mit einer 71er-Runde noch herumriss und sich ebenfalls als 42. ins Preisgeld spielte. Der Steirer ist sonst nur auf der Challenge Tour unterwegs. Prader (39) und Brier (49) sind die Glücksritter des Turniers. Brier wird im Juli 50 und startet dann auf der Senioren Tour.