Golf als heimlicher Hauptdarstel­ler im Film

Das Spiel der Reichen und jenen, die es noch werden wollen, war schon in zahlreichen Filmen der heimliche Hauptdarsteller. Einen Überblick gibt's hier.

Golf hat eine lange Tradition in der Menschheitsgeschichte. Die Schotten sollen es erfunden haben, vielleicht auch die Holländer. Sicher ist man sich da nicht. Das erste schriftliche Dokument deutet auf das Jahr 1457, als der schottische König seinen Untertanen das Golfen verbieten und ihnen stattdessen Bogenschießen ans Herz legen wollte.  

Lange Zeit galt Golf als Spiel der "Reichen und Schönen", mittlerweile kann es sich fast jeder leisten, wenn man denn will. In Filmen ist Golf (Ist das nun eine Sportart - oder nicht?!) durchaus auch ein Thema: Einer der Bekanntesten "Golf-Filme" ist "Tin Cup" mit Kevin Costner (Bild), Don Johnson und Rene Russo in den Hauptrollen. Die romantische Komödie aus dem Jahr 1996 erhielt gute Kritiken und Kevin Costner wurde sogar für einen Golden Globe nominiert. Ungewöhnliche Golf-Spielweisen gab es aber nicht nur in "Tin Cup", sondern auch ... ... in "Happy Gilmore". Adam Sandler spielt darin den möchtegern Eishockeyspieler Happy Gilmore, der über Umwege in Golfturniere einsteigt und die Bälle mittels Eishockeyschläger in die Löcher manövriert. Gelobt wurde der Film für seinen "anarchischen Humor". Sandlers Darbietung wurde allerdings für den Negativ-Oscar, die "Goldene Himbeere" nominiert. Spencer Tracy und Katharine Hepburn waren einst DAS Leinwandpaar Hollywoods. In insgesamt neun Filmen spielten sie zusammen die Hauptrollen. "Pat und Mike" war 1952 ihr siebter gemeinsame Film. Hepburn spielte darin das Sportmultitalent Pat und Tracy den Sportmanager Mike, der Pat unter Vertrag nimmt. Die romantische Komödie gewann den Oscar für das beste Drehbuch und Katharine Hepburn den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Bereits ein Jahr vor "Pat und Mike" erblickte "Follow the Sun" das Licht der Leinwand. 1951 kam die autobiografische Verfilmung des Lebens von der Golf-Legende Ben Hogan in die Kinos. In den Hauptrollen waren Glenn Ford als Ben Hogan und Anne Baxter als Valerie Hogan zu sehen. Einige Jahre später und wesentlich weniger ernstzunehmend war der Film "Caddyshack". 1980 wurde der Klamauk in den Kinos gezeigt. Zu sehen sind Chevy Chase als Golfer, Bill Murry der mit Sprengstoff Ratten jagt und auch der junge Jack Black in einer seiner ersten Nebenrollen als betrunkener Junge. Wie es bei erfolgreichen Filmen so üblich ist, ... ... gab es auch von "Caddyshack" ein Sequel. Unter dem Titel "Caddyshack II" wurde 1988 versucht, an den Erfolg des ersten Teils anzuschließen. Der Verusch misslang und die Kritik veriss den Film. Auch die Kinobesucher blieben fern und so wurden gerade einmal die halben Produktionskosten eingespielt. Aber auch Golffilme müssen nicht unbedingt Komödien sein. 2002 brachte der CSI-Ermittler Gary Sinise, als ehemaliger Golfprofi dem untalentierten Jungen Timmy Price (Mason Gamble) das Golfspielen bei. Drama pur. Starbesetzt war 2000 das Drama "Die Legende von Bagger Vanc". Regie führte Robert Redford. Will Smith, Matt Damon und Charlize Theron teilten sich die Hauptrollen untereinander auf. Die Geschichte spielt im Savannah der 1930er Jahre. Traumatisiert kehrt Rannulph Junuh (Matt Damon) aus dem Krieg zurück und versucht sich wieder als Golfprofi, eher schlecht als recht. Erst als der geheimnisvolle Bagger Vanc (Will Smith) auftaucht und ihn Schritt für Schritt von seinen Ängsten und Traumatas befreit, wird Junuh wieder zum Profi von einst. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Steven Pressfield. Es war 1913, als der 20-Jährige Francis Quimet mit dem Beistand seines erst zehnjährigen Caddys Eddie Lowery das die U.S. Open (Golf) gewinnen konnte. Der Film "Das größte Spiel seines Lebens" zeigt eben dieses Ereignis. Zu sehen sind Shia LaBeouf als Francis Quimet und Josh Flitter als Eddie Lowery. Der Film spielte bei einem geschätzen Budget von 3,6 Millionen Dollar alleine in den USA 15,3 Millionen Dollar ein. Für die meisten Golfspieler ist Golf mehr als nur Technik und Material. Golf zeigt auch, wer wir wirklich sind. Dieser Meinung ist zumindest Michael Murphy, der den Roman "Golf in the Kingdom" geschrieben hat. 2011 fand die filmische Umsetzung des Buches den Weg in die Kinos, zumindest in die amerikanischen. Die Geschichte dreht sich um den jungen Philosophiestudent Michael Murphy (Mason Gamble), der sich 1956 auf die Suche nach Erleuchtung in Indien begeben will, aber vorher noch einen Abstecher nach Schottland macht, um Golf zu spielen. Dort entsteht eine Freundschaft zwischen ihm und dem schelmischen Golfprofi Shivas Irons (David O'Hara). Genug Drama, zurück zur Komödie. 2001 verkörperte Leon Schuster "Mr. Bones" und damit einen weißen Medizinmann, der sich auf die Suche nach dem Sohn des Königs macht. In Amerika angelangt, verwechselt er den Kronprinzen mit einem Profigolfer und entführt diesen.
Der Film entstand in Südafrika und spielte dort 31,3 Millionen Südafrikanische Rand (3,36 Mio. EUR) ein - mehr als "Titanic". In "Who's Your Caddy?" spielt Big Boi, der Rapper von Outkast, einen schwerreichen Rapper, der einem konservativen Golfclub beitreten will. Dass dies nicht ohne Schwierigkeiten und Gegner ablaufen kann, ist logisch. Aber es muss ja auch nicht immer ein Film sein, der nur vom Golfen handelt. Eine der bekanntesten Golfduelle sieht man zwischen Auric Goldfinger und James Bond in "Goldfinger". Bond gewinnt und erhält einen Goldbaren von Goldfinger. Sean Connery brillierte einmal mehr als Bond und Gert Fröbe als Goldfinger. Nicht im Kino dafür im Fernsehen gab es eine Serie die in dieser Sammlung nicht fehlen darf:"Dorf on Golf". Tim Conway spielte 1987 den angeblichen Golfprofi Dag Dorf, der zwar die Theorie bis in das kleinste Detail beherrscht, allerdings in der Praxis nichts kann. Zudem leidet er unter seinem getreuen aber gelangweilten Caddy Leonard (Vincent Schiavelli). Die satirischen Lehrvideos für Golfamateure waren so erfolgreich, dass Conway fünf weitere Teile drehte. Ähnlich wie "Dinner for One" wird "Dorf on Golf" traditionsgemäß zum Jahreswechsel im TV gezeigt.
(KURIER.at / moe) Erstellt am
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