Linzer Zugnummer: Garbine Muguruza ist die Nummer 1 des Turniers.

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Linzer Turnier
10/14/2016

Gesucht: Sponsor und Promi-Tennisdamen

Über die Schwierigkeiten, eine hochkarätige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

von Harald Ottawa

"Die Gespräche beginnen bereits hier", sagt Sandra Reichel. "Je früher, desto besser. Bis Anfang Dezember muss eine Entscheidung fallen." Es geht um die Zukunft des größten Sportveranstaltung für Damen in Österreich, dem Linzer Tennisturnier vor der letzte Auflage mit Generali als Hauptsponsor.

Freilich könnte es sich die Turnierdirektorin einfach machen, die Lizenz verkaufen (eine Turnierlizenz ist je nach Termin 1,5 bis 3,5 Millionen Euro wert), oder sich einen anderen Standort im Ausland suchen. "Aber das Turnier in Linz gibt es seit 26 Jahren, es ist ein Stück Familiengeschichte. Das Turnier gehört einfach hierher." Neben Linz veranstaltet Matchmaker, das Unternehmen der Reichels, auch das Turnier in Nürnberg übrigens. In Oberösterreichs Hauptstadt fehlen für das nächste Jahr "rund 500.000 Euro", bestätigt Reichel.

Werbung machte sie genug in eigener Sache. "Wir können regionale Sponsoren ansprechen, aber auch nationale und internationale", sagt Reichel. Die 45-Jährige, deren Vater das Turnier Anfang der 1990er-Jahre ins Leben rief, weist daraufhin, dass das Generali Ladies dieses Mal in 110 Ländern übertragen wird. Zudem kommen Alt-Stars, wie Nick Bollettieri (kommt am Samstag) vorbei, und vor allem sind Topspielerinnen am Start.

Kein leichtes Unterfangen, das Starterfeld zusammenzustellen. "Alle zwei Minuten kam Tag und Nacht eine WhatsApp-Nachricht, an Schlaf war nur wenig zu denken." Permanent wurde mit China (dort fanden in der Vorwoche andere Turniere statt) oder Amerika (Sitz der Spielerinnen-Gemeinschaft WTA) Kontakt gehalten. Mit der Spanierin Garbine Muguruza (Nummer 6 seit Montag), der Amerikanerin Madison Keys (7) und der Slowakin Dominika Cibulkova (10) sind drei Top-Ten-Spielerinnen am Start, in der Vorwoche zählte auch noch die Spanierin Carla Suárez Navarro zum Kreis der besten zehn Spielerinnen. Auch da ist Vorsicht geboten: Eigentlich darf nur eine Top-Ten-Spielerin bei einem Turnier dieser Kategorie antreten, sonst muss das Preisgeld von 250.000 Dollar auf 500.000 Dollar angehoben werden. Jedoch: "Es zählt die Rangliste Ende des vergangenen Jahres. Da war nur Muguruza in den Top Ten." So hatte auch die Tschechin Petra Kvitova (Wimbledon-Siegerin 2014) vergeblich angefragt.

Fluch und Segen

Über Antrittsgelder schweigen Turnierdirektoren stets, aber Reichel verrät: "Das Preisgeld beträgt 250.000 Dollar, die Dotation aber rund 600.000. Der Rest geht für Spielerinnen drauf." Viele Damen seien aber froh, noch auf Punktejagd gehen zu können. "Unser Termin kann Fluch oder Segen sein. Heuer ist es ein Geschenk und Glück, dass einige Spielerinnen noch Punkte für das WTA-Finale der besten Acht am Jahresende brauchen."

Das könnte nun zu Ende sein? "Ich habe schon viele Ideen, um das Turnier zu retten. Vielleicht ist der Ausstieg von Generali auch eine neue Chance für uns."

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