Sport | Fußball
18.05.2018

Hartberg gewinnt den Schlager in Ried mit 1:0

Platz 2 ist in Reichweite. Wr. Neustadt spielt in Wattens nur 1:1. Kapfenberg beurlaubt Trainer Rapp.

Die SV Ried hat im Kampf um die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga den nächsten Rückschlag kassiert. Die Innviertler verloren am Freitagabend den Heimschlager der 34. Erste-Liga-Runde gegen den TSV Hartberg mit 0:1 und fielen damit in der Tabelle auf Rang vier zurück. Hartberg machte einen großen Schritt zum Vizemeistertitel, der Aufstieg ist aber in Schwebe, steht der Klub doch ohne Lizenz da. Den Steirern wurde auch vom Protestkomitee der Bundesliga in zweiter Instanz die Lizenz verweigert. Ihnen bleibt damit nur noch der Gang vor das Ständig Neutrale Schiedsgericht. Aufgrund des Sieges gegen die Rieder und der sportlich perfekten Aussichten wird der Club diesen Versuch wohl wagen, eine Entscheidung darüber wird Anfang nächster Woche fallen.

Zum Matchwinner in der Keine Sorgen Arena avancierte Dario Tadic mit seinem 15. Saisontor. Die Hartberger halten damit bei 62 Zählern. Zwei Runden vor Schluss ist der Vorsprung auf den Neo-Dritten SC Wiener Neustadt (58), der bei der WSG Wattens nur 1:1 spielte, und die Rieder (57) komfortabel. Der Zweite steigt neben Meister FC Wacker Innsbruck (71), der beim FC Liefering ein 2:2 holte, fix auf. Der Dritte tritt in der Relegation, sofern diese überhaupt stattfindet, gegen Bundesliga-Schlusslicht SKN St. Pölten an.

Meister FC Wacker Innsbruck gab nach den Titelfeierlichkeiten vergangene Woche einen Sieg in Grödig gegen den FC Liefering in der Schlussphase aus der Hand, musste sich mit einem 2:2 begnügen. Ein neuer Club-Punkterekord in der zweithöchsten Spielklasse konnte deshalb noch nicht fixiert werden, die Bestmarke steht bei 72 Punkten, die Tiroler haben 71 Zähler gesammelt. Der SC Austria Lustenau gewann 2:0 beim FC Blau-Weiß Linz. Der Kapfenberger SV spielte gegen den FAC 3:3.

Die rund 5000 Zuschauer in Ried erlebten schon kurz nach Beginn eine Schrecksekunde, Thomas Rotter traf nach einer Tadic-Ecke per Kopf die Latte (4.). Aufseiten der Rieder war ein Chabbi-Kopfball das Gefährlichste, wobei Florian Faist mit dem Fuß glänzend reagierte (39.). Nach dem Seitenwechsel war die Partie auf einem absoluten Topniveau, ging es flott hin und her.

Entscheidend für Hartberg war wie so oft in der Saison eine Standardsituation. Nach Sanogo-Flanke köpfelte Tadic ein (50.), die Abwehr machte keine gute Figur. Es war Hartbergs 15. Kopfballtor in dieser Saison. Mit dem Mute der Verzweiflung drängten die Rieder auf den Ausgleich, Manfred Gollner rettete in höchster Not vor dem einschussbereiten Chabbi (77.). Auf Hartberger Seite traf Roko Mislov die Querlatte (81.). Am Ende lag noch das 1:1 in der Luft, Siegfried Rasswalder konnte bei einem Chabbi-Kopfball aber auf der Linie klären (85.).

Hartberg blieb damit auch im vierten direkten Saisonduell unbesiegt und feierte dabei den dritten Sieg. Für Ried war es die erste Heimniederlage nach vier Siegen nacheinander. Die Rieder spielen noch in Wattens und gegen Kapfenberg. Hartberg gastiert in Kapfenberg und empfängt Austria Lustenau. Wiener Neustadt tritt noch gegen Innsbruck und bei Liefering an.

Wiener Neustadt war im Aufstiegskampf zum Siegen gezwungen, konnte sich vor der Pause aber keine Chancen herausspielen. Die Nullnummer zur Pause war die logische Folge. Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie an Fahrt auf. Nach Flanke von Mario Ebenhofer konnte Hamdi Salihi unbedrängt für die Gäste einköpfeln (56.). Mit seinem 22. Saisontor übernahm der Albaner die alleinige Führung in der Schützenliste. Alleine fünf davon erzielte er gegen Wattens, in jedem Saisonduell traf er zumindest einmal.

Für einen Sieg reichte das nicht, da Lukas Katnik den Ball nach Jurdik-Vorarbeit zur Freude der Tiroler Fans im Gernot Langes Stadion unter die Latte knallte (71.) und Wiener Neustadts Ebenhofer nur die Latte traf (81.). Damit gingen Serien für beide Teams weiter. Wiener Neustadt blieb auch im vierten direkten Saisonduell unbesiegt, und Wattens hat schon sechs Spiele nacheinander vor eigenem Publikum nicht verloren.

Die Innsbrucker taten sich in der ersten Hälfte in Grödig schwer und gerieten zurecht in Rückstand. Dogbole Niangbo (36.) traf zum ersten Mal im "Jungbullen-Dress". Da der Stürmer von der Elfenbeinküste eine Topmöglichkeit auf den Doppelpack ausließ (42.), blieben die Gäste im Spiel und kamen überraschend noch vor der Pause zurück. Nach Kerschbaum-Lochpass zeigte Zlatko Dedic aus zwölf Metern einmal mehr seine Torjägerqualitäten (45.). Es war Saisontor Nummer 19 für den Slowenen.

Das Selbstvertrauen war bei den Tirolern wieder da, sie hatten nach der Pause lange Zeit mehr vom Spiel und kamen deshalb nicht unverdient zum 1:2. Martin Harrer wurde nicht konsequent genug attackiert und schloss präzise ins Eck ab (62.). Im Finish drängten die Lieferinger auf den Ausgleich und wurden durch einen Treffer von Mahamadou Dembele (89.) noch belohnt. Sie sind jetzt schon 16 Heimpartien unbesiegt.

Lustenau war in Linz die bessere Mannschaft und ging zurecht als Sieger vom Platz. Tore von Paulo Victor (33.) und Marco Krainz (80.) gaben den Ausschlag. Lustenau blieb damit gegen Blau-Weiß diese Saison unbesiegt und feierte dabei gleich drei Siege. Rang sechs haben die Vorarlberger so gut wie sicher.

Keinen Sieger gab es im Franz Fekete Stadion, da FAC-Tormann Martin Fraisl in der 93. Minute nach einem Corner per Kopf den Wienern einen Punktgewinn, zugleich den ersten gegen den KSV 2017/18, sicherte. Zuvor hatten Philipp Plank (17.), Manuel Haas (48.) und Daniel Racic (65.) sowie Adolphe Belem (11.) und Edrisa Lubega (88.) getroffen.

Es war die letzte Partie von KSV-Coach Stefan Rapp. Der 46-Jährige, der seinen auslaufenden Vertrag sowieso nicht verlängern wollte, wurde nach dem Spiel beurlaubt. Ein Nachfolger soll bereits nächste Woche feststehen und könnte Kurt Russ heißen. "Er ist unser Wunschkandidat, ich hoffe, dass es gelingt", sagte Präsident Erwin Fuchs im Sky-Interview. Russ ist aktuell Co-Trainer bei Mattersburg.