Woher Fußballer ihre Spitznamen haben

Fußballer heißen Andy, Marko oder Stefan. Oder sie haben Spitznamen...

Gennaro Gattuso: Ringhio
"Der Mensch stammt von Gattuso ab" heißt es liebevoll-spöttisch in Italien. Wegen seiner Bullterrier-Attitüde wird er Ringhio (Knurrer) genannt, Gattuso selbst bevorzugt Rino, eine Verkleinerungsform von Ringhio. Torsten Frings: Lutscher
Verdankt seinen Spitznamen Andreas Herzog: Als absoluter Frischling bei Werder Bremen nannte Frings den Österreicher, damals der große Star im Team, "Lutscher". Da sieht man: Wer anderen eine Grube gräbt,... Rudi Völler: Tante Käthe
"Was meine Frisur betrifft, da bin ich Realist", wusste Völler schon früh. Ihr verdankt er auch seinen Spitznamen. Herbert Prohaska: Schneckerl 
Tante Käthe auf Wienerisch: Auch Prohaska brachten die Locken den Spitznamen, nicht etwas seine Langsamkeit am Platz. Ailton: Kugelblitz
Wurde vom deutsche Boulevard wegen seiner, nunja, für einen Fußballer untypischen Figur so getauft. Der Brasilianer, der auch für Altach stürmte, selbst sagt: "Die Physis habe ich von meinem Vater Pedro, ein harter Arbeiter mit bester Gesundheit." Matthias Sindelar: Der Papierene
Anders als Ailton war die Austria-Legende der Zwischenkriegszeit schmächtig. Gemeinsam haben sie die Quelle des Spitznamens: die Statur. Emanuel Pogatetz: Mad Dog
Bekam in Middlesbrough wegen seiner weder sich noch den Gegner schonenden Spielweise den Spitznamen "verrückter Hund". "Pogatetz gibt nie weniger als 300 Prozent", sagte sein Ex-Trainer Steve McClaren, der als "der Trottel mit dem Regenschirm" in die englische Fußballgeschichte eingehen sollte. Erwin Hoffer: Jimmy
Ein Jugendtrainer nannte ihn in Anlehnung an den legendären US-Gewerkschaftsführer James Riddle "Jimmy" Hoffa so. Zudem ist der Spitzname eine Hommage an "Jimmy die Tulpe" aus dem Film "Keine halben Sachen" . Lionel Messi: La pulga
Postmodern: Früher wurden die besten Fußballer Kaiser, König, Erlöser oder Hand Gottes genannt - heute Floh. Messi litt in seiner Kindheit an einer seltenen Form von Kleinwüchsigkeit, brachte es nur dank teurer Medikamente auf 169 cm. Thomas Häßler: Icke
Der Che Guevara des Fußballs, zumindest was den Spitznamen betrifft: Beide, Revolutionär wie Regisseur, bekamen ihn wegen eines von ihnen häufig gebrauchten Worts, "Che" (auf Deutsch etwas "he") ist ein typisch argentinischer Ausdruck, "Icke" die Berliner Aussprache von "ich". Emilio Butragueño: El buitre 
"El buitre" heißt der Geier und meint wohl, dass die Real-Madrid-Legende wie ein Aasgeier im Strafraum auf Zuspiele und Abpraller lauerte. Javier Hernández: Chicharito 
Der Spitzname – der "kleine Erbse" heißt – steht sogar am Trikot des mexikanischen Stürmers von Manchester United. Javiers Vater war ebenfalls Kicker und wurde aufgrund seiner Körpergröße (169 cm) und seiner auffällig grünen Augen "Chicharo" (Erbse) genannt. Im lateinamerikanischen Fußball gibt es eine Erbpacht auf den Künstlernamen des Vaters, aber in Verkleinerungsform. Edmundo: O Animal
Aufgrund seines Temperaments am Spielfeld, seiner vielen Roten Karten wegen Tätlichkeiten, wurde der brasilianische Stürmer der 1990er "das Tier" genannt. Michael Zorc: Susi
Dortmunds Sportdirektor wird bis heute so genannt. Der Ursprung des Namens ist banal wie ein Glas Wasser: Als junger Spieler hatte Zorc lange Haare, weshalb ein besonders humoriger Teamkollege... Fabrizio Ravanelli: Die weiße Feder
Wie bei vielen anderen Fußballern machten auch beim italienischen Stürmer die Haare den Spitznamen: Ravanelli ergraute schon in jungen Jahren. Ernst Happel: Aschyl 
In Anlehnung an einen türkischen Schauspieler, dem er zum Verwechseln ähnlich gesehen haben soll. Thomas Wagner: Schutti
Woher der Spitzname kommt? "Keine Ahnung, ehrlich. Mein Vater wurde schon so genannt, ich habe den Namen dann sozusagen übernommen. Es gibt eine Theorie, dass es einen Mittelstürmer gab, der ungefähr wie mein Vater gespielt hatte. Und der hat angeblich einen so ähnlich klingenden Namen gehabt, wovon 'Schutti' eine Abwandlung sein soll", weiß der Ex-Mattersburger selbst nicht genau, warum ihn alle Welt Schutti nennt. René Higuita: El loco
Statt einen Weitschuss mit den Händen zu fangen, ließ sich der kolumbianische Teamgoalie im Wembley-Stadion nach vorne fallen und wehrte den Ball auf der Torlinie kopfüber mit beiden Hacken ab. Noch Fragen, warum er "der Verrückte" genannt wird? Dennis Bergkamp: Der Nicht-fliegende-Holländer
Die niederländische Arsenal-Legende litt an panischer Flugangst, fuhr zu Auswärtsspielen mit dem Auto. Ob er seine Teamkarriere im Jahr 2000 auch beendet hätte, wenn er gewusst hätte, dass sich die Niederlande für die WM 2002 in Japan und Südkorea gar nicht qualifizieren würden? Walter Schachner: Schoko
Der LASK-Trainer verdiente sich seinen Spitznamen schon in der Kindheit, er nahm zum Fußballspielen gern Schokoriegel mit.
(KURIER.at) Erstellt am
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