Wetten? I wo, Buffon kaufte 20 Rolex

Buffons Anwalt hat eine originelle Erklärung. Die fordern auch Italiens Medien nach dem 0:3 gegen Russland.
Gianluigi Buffon, italienischer Torwart, mit Handschuhen vor einem roten Hintergrund.

Eine gelungene EM-Vorbereitung sieht anders aus. Der Wettskandal und der Wirbel um Torwart Gianluigi Buffon haben Italiens Nationalelf Selbstvertrauen, Klasse und Spielfreude geraubt.

Am Ende einer chaotischen Woche stürzten die verunsicherten Azzurri im einzigen EM-Test ab und mussten sich nach dem 0:3 gegen Russland deftige Schlagzeilen gefallen lassen. "Was für eine Blamage!", titelte Tuttosport am Samstag. "Erst Chaos, dann Ohrfeigen. Wach auf Italien!", forderte die Gazzetta dello Sport acht Tage vor dem EM-Auftakt gegen Titelverteidiger Spanien.

"Diese Niederlage wird uns eine Lehre sein", versicherte Nationalcoach Cesare Prandelli. In der desolaten Mannschaft konnten am Freitag nur Regisseur Andrea Pirlo und Stürmer Mario Balotelli überzeugen.

Im Sturm vergaben die Italiener ihre Chancen, hinten schliefen sie. So feierten die Russen im Züricher Letzigrund-Stadion ein ungestörtes Schützenfest durch Treffer von Alexander Kerschakow in der 59. und Roman Schirokow in der 75. und 89. Spielminute.

Die einzige gute Nachricht

Die einzig positive Nachricht kam nach dem Spiel von Tormann Buffon. "Die Schulter macht mir keine Sorgen", sagte Italiens Kapitän, der zur Halbzeit ausgewechselt worden war. "Das war eine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Teamarzt Enrico Castellacci. Der Keeper habe sich bei einer Parade in der ersten Halbzeit eine Zerrung in der rechten Schulter zugezogen. Buffons EM-Teilnahme ist nicht in Gefahr.

In Bezug auf seine angebliche Verwicklung in Wettgeschäfte sagte Buffon: "Gegen mich wird weder ermittelt noch muss ich aussagen. Ich habe nichts Schlechtes gemacht und bin niemandem Erklärungen schuldig."

In einem Wettbüro in Parma waren Geldeingänge in Höhe von rund 1,5 Millionen von Buffon gefunden worden.

Das Geld sei jedoch nicht für Wetten eingesetzt worden, erklärte Buffons Anwalt Marco Valerio Corini. Der Besitzer des Wettbüros sei ein langjähriger Freund des Torwarts. Er wickle für Buffon Immobiliengeschäfte und andere Investments ab. "Für den größten Überweisungsbetrag wurden 20 Rolex gekauft. Die liegen seit Monaten in Buffons Safe. Wir können für jeden Geldfluss beweisen, dass er nicht für Sport-Wetten eingesetzt wurde", betonte der Anwalt.

Buffons Wettleidenschaft ist bekannt. Schon 2006 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Keeper eingeleitet, das aber eingestellt wurde. Buffon räumte damals ein, bis November 2005 zwei Millionen Euro auf legale Wetten gesetzt zu haben.

Der italienische Fußball-Verband wird Buffon nach Angaben der Gazzetta dello Sport wegen der Angelegenheit befragen. Der genervte Buffon sagte zu dem ganzen Wirbel abschließend: "Ich mache mit meinem Geld, was ich will!"

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