Fußball oder Fehde? Warum Real gegen Benfica wieder explosiv wird
Prestianni (re.) soll Vini Jr. rassistisch beleidigt haben.
Am Mittwoch soll Fußball gespielt werden – und zwar auf höchstem Niveau. Real Madrid empfängt Benfica Lissabon. Der spanische Rekordmeister trifft auf sein Pendant aus Portugal (21 Uhr, Canal+). Es ist die Champions League und es geht um ein Achtelfinal-Ticket. Doch irgendwie weiß man vor diesem Play-off-Rückspiel nicht so ganz, ob die Partie nicht eher ein Gemetzel wird, denn ein Fußballspiel.
Vor einer Woche jedenfalls rückte das Spiel weit in den Hintergrund. Da siegten die Spanier auswärts mit 1:0 – doch gesprochen wurde nur über einen Rassismus-Eklat. Benficas Gianluca Prestianni soll Reals brasilianischen Stürmerstar Vinicius Junior rassistisch beleidigt haben, stritt dies ab, wurde aber dennoch vorerst provisorisch für das heutige Rückspiel gesperrt – sehr zum Ärger der Portugiesen. Benfica legte Protest gegen das UEFA-Urteil ein, an Prestiannis Sperre für das Match in Madrid ändert das nichts.
Spielt Alaba?
Auch bei den „Königlichen“ gibt es Ausfälle, allerdings aus Verletzungsgründen: So müssen etwa Jude Bellingham, Dean Huijsen und Éder Militão passen. Daher könnte David Alaba wie schon beim 1:2 am Freitag gegen Osasuna zum Zug kommen.
Alle Blicke werden aber auf Vinicius Junior gerichtet sein, der im ersten Duell das Siegestor erzielte. Real-Coach Álvaro Arbeloa sagt: „Wir haben eine großartige Chance, einen Wendepunkt im Kampf gegen Rassismus zu setzen. Die UEFA hat die Möglichkeit, daraus mehr als nur einen Slogan zu machen. Ich hoffe, sie nutzen diese Chance.“ Benfica-Coach Jose Mourinho wollte offenbar kein weiteres Öl mehr ins Feuer gießen und sagte seine Teilnahme an der Pressekonferenz am Dienstag ab. Der frühere Real-Coach sah im Hinspiel wegen Schiedsrichterkritik Gelb-Rot und darf deshalb im Retourmatch nicht coachen. An der Vorschau-Pressekonferenz dürfte er gemäß UEFA-Statuten zwar teilnehmen, verzichtete aber und schickte seinen Assistenten João Tralhão.
Mourinhos ehemaliger Spieler bei Real, Álvaro Arbeloa, hat im Jänner das Traineramt in Madrid übernommen und musste zuletzt die bittere Niederlage gegen Osasuna verdauen. „Wir haben noch viel Raum für Verbesserungen. Wenn du nicht bei 100 Prozent bist, kann dich jeder schlagen“, warnte Arbeloa. Also auch Benfica Lissabon.
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