Vier Kandidaten für den Bundesliga-Abstieg

Ein Mann mit geöffnetem Mund gestikuliert mit der Hand.
Der KURIER sieht in seiner Liga-Prognose vier Teams im Hintertreffen und einen Favoriten auf den Abstiegsplatz.

Mattersburg, Innsbruck, Aufsteiger WAC und Wiener Neustadt werden es schwer haben, in den Kampf um die Europacup-Plätze einzugreifen. Der eine oder andere wird sich aber auch recht schnell Distanz schaffen zum zehnten Platz.

Anwärter Nummer 1 auf diese Position ist auch diese Saison wieder Wr. Neustadt. Der Aderlass nach dem Ausstieg von Geldgeber Frank Stronach ging auch diesen Sommer munter weiter. Letzte Saison schaffte Trainer Peter Stöger den Klassen­erhalt. Nun ist Heimo Pfeifenberger am sportlichen Ruder. Der sagt nach dem Abgang der Defensivkräfte Madl, Schicker, Reiter und zuletzt Klapf: "Wir werden noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. Wir werden jedoch nichts überstürzen und uns gut überlegen, wer unsere Defensive verstärken kann."

Der WAC kann mit der Euphorie des Aufstiegs überraschen. Oder auch nach dem Umbau Probleme bekommen mit der Integration der neuen Spieler. Trainer Nenad Bjelica jedenfalls ist optimistisch: "Ich bin eigentlich sehr zufrieden, weil wir alles geholt haben, was ich mir gewünscht habe. Ich hoffe nur, dass sich die Spieler schnell einleben können in der Mannschaft."

Mattersburg - Die Kontinuität hat Tradition

Eine schematische Darstellung der Aufstellung von Mattersburg (4-4-2) mit Trainer Lederer.

Mattersburg setzt auch im zehnten Jahr in der obersten Spielklasse auf Jugend und Kontinuität.

Stärken Die Talente konnten alle gehalten werden und werden auch in dieser Saison dazulernen. Torjäger Bürger ist einer von Österreichs Stürmern mit dem größten Durchsetzungsvermögen. Im Verein herrscht dank des umsichtigen Präsidenten Pucher Ruhe, auch finanziell ist alles in Ordnung.

Schwächen Torhüter Borenitsch gehört nicht zum Besten, das die Liga zu bieten hat. Die Abwehr ist zwar die größte der Welt, hat aber am Boden technische Defizite. Und wie ist Ilco Naumoski aufgelegt? Der Stürmer verpasste wieder den Großteil der Vorbereitung.

KURIER-Tipp: Platz 7

Wolfsberger AC - Dem Aufstieg folgt kein Abstieg

Eine schematische Darstellung der Aufstellung (4-2-3-1) des Wolfsberger AC mit Trainer Bjelica.

Seit 1998/’99 musste kein Aufsteiger nach einem Jahr die Bundesliga wieder verlassen. Auch der Wolfsberger AC wird diese Serie fortsetzen.

Stärken Die Wolfsberger schafften dank ihrer Offensive den Aufstieg. 71 Treffer erzielte sonst kein anderer der 20 Bundesliga-Klub in der vergangenen Saison. Mit dem Ex-Austrianer Liendl wurde man noch torgefährlicher. Euphorie und bedingungsloser Einsatz sind weitere Trümpfe.

Schwächen Zu wenige Spieler, allen voran die Tormänner Dobnik und Knaller, haben Erfahrung in der obersten Liga. Die Innenverteidiger könnten mit dem Tempo Probleme bekommen. Die Neuen Polverino, Rivera und De Paula sind Unbekannte.

KURIER-Tipp: Platz 8

Innsbruck - Ein eingespieltes Kollektiv

Eine schematische Darstellung der Fußballaufstellung (4-1-4-1) des Teams Innsbruck mit den Namen der Spieler.

Die Innsbrucker wissen selbst nicht so recht, wohin sie der Liga-Weg in dieser Saison führen wird.

Stärken Die Innsbrucker setzen weiter auf Kontinuität – in der Coaching Zone mit Walter Kogler und notgedrungen auch beim Spielerpersonal, da das Budget keine großen Rochaden zuließ. Das Team ist also eingespielt, der junge brasilianische Stürmer Fernandes ist ein guter Griff.

Schwächen Die Tiroler Leistungsträger stehen kurz vor der Pensionierung: Goalie Safar, Abwehrchef Svejnoha und Kapitän Abraham dürfen sich nicht verletzen, weil die routinierten Alternativen fehlen. Die finanziellen Nebengeräusche sind ein Unsicherheitsfaktor.

KURIER-Tipp: Platz 9

Wiener Neustadt - Der Kampf beginnt von Neuem

Eine schematische Darstellung der Fußballaufstellung von Wr. Neustadt (4-4-2) mit Trainer Pfeifenberger.

Ein zweites Mal wird das Husarenstück Klassenerhalt wohl nicht mehr gelingen. Wiener Neustadt gilt als Abstiegskandidat Nummer 1.

Stärken Trotz der 16 Abgänge kann der neue Trainer Heimo Pfeifenberger aus einem ausgeglichenen Kader wählen. Viele Junge haben Potenzial für mehr. Tormann Siebenhandl zählt zu den Besten.

Schwächen Mit Madl, Reiter, Schicker, Klapf und Stanislaw haben fünf Leistungsträger – allesamt aus der starken Defensive – den Klub verlassen. Rund um Ex-Austrianer Hlinka fehlt die Routine. Vorne war die Trefferquote schon in der letzten Saison das große Manko, echte Verstärkungen sind ohne Stronach-Gelder aber nicht mehr möglich.

KURIER-Tipp: Platz 10

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