Sport | Fußball
05.12.2011

Ukraine: Hundejagd wird Politikum

Die UEFA kritisiert den Kampf gegen Straßenhunde - die Hunde sind aber ein Problem.

Als gebe es keine anderen Probleme in der Ukraine. Erst die Kampagne von Tierschützern, jetzt die Reaktion der ukrainischen Regierung. Und des Fußballverbands UEFA, der sich bemüßigt sieht, dieser Tage weniger über sein ureigenstes Thema - nämlich Fußball - als über etwas ganz anderes zu reden: streunende Hunde. Solche würden in fahrbaren Krematorien verbrannt, vergiftet, gequält, um die Straßen vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 zu säubern, behaupten hundeliebende Westeuropäer.

Einher geht das im Internet mit dem Aufruf, die Fußball-Europameisterschaft, die Polen und die Ukraine gemeinsam austragen, zu boykottieren.

Für die Ukraine ist das bevorstehende Fußball-Turnier ein Prestigeprojekt. Die streunenden Hunde aber, die sind seit jeher ein Problem, das in urbanen Gegenden zu einem nicht unbeträchtlichen Risiko wird.

Und seit jeher versuchen die Behörden, das Problem in den Griff zu bekommen, Hundehalter zu unterstützen, damit sie ihre Tiere behalten oder Heime auszubauen. Fahrbare Krematorien oder Hunde-Müllpressen gehören nicht dazu. 2011 flossen alleine in Kiew 1,2 Mio. Euro in Hunde-Programme. Und das in einem Land, in dem schon etwa Flüchtlinge oft keine Dokumente erhalten, weil es kein Geld für den Druck derselben gibt; oder das Gesundheitswesen flächendeckend kaum funktioniert.

Attacken

In der Hauptstadt Kiew alleine leben geschätzte 25.000 Streuner. Vor allem in den Randbezirken. Mitunter sind es ganze Rudel, die Menschen anfallen. Und vor allem bei Eltern jüngerer Kinder ist die Angst auf Spielplätzen groß. Die Hunde übertragen zudem etliche Krankheiten.

Um das akute Problem in Bahnen zu lenken, werden oft Gift-Köder ausgelegt. In manchen Gegenden ist der Abschuss erlaubt.

In Reaktion auf die jetzigen Proteste hat die Regierung angekündigt, Tierheime ausbauen und keine Hunde mehr töten zu wollen. Programme zur Sterilisation werden überlegt, womit das Problem der Krankheitsübertragung bliebe. Die UEFA begrüßt die Maßnahmen.

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