Real Madrid's coach Jose Mouirinho (R) and Barcelona's coach Josep Guardiola look on during their Spanish first division soccer match at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, April 16, 2011. REUTERS/Juan Medina (SPAIN - Tags: SPORT SOCCER)

© Reuters/JUAN MEDINA

UEFA-Supercup
08/30/2013

Das Wiedersehen der Erzrivalen

Bayern gegen Chelsea ist auch ein Duell der Startrainer Pep Guardiola und José Mourinho.

Wenn am Freitag der europäische Supercup-Sieger zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea ermittelt wird, werden zwei Männer unter ganz besonderer Beobachtung stehen: Josep Guardiola und José Mourinho. Die beiden Trainer verbindet eine Menge, aber nur wenig Gutes. Am 21. April des Vorjahres trafen die beiden Konkurrenten zuletzt aufeinander, damals noch mit dem FC Barcelona bzw. Real Madrid. Die Königlichen gewannen 2:1, sechs Tage später gab Guardiola bekannt, seinen Vertrag bei den Katalanen nicht mehr zu verlängern.

Etwas mehr als 16 Monate danach kommt es nun in Prag erneut zum Aufeinandertreffen.

Kein Favorit

Die Ausgangslage ist völlig offen: Bayern ist in der Liga noch unbesiegt, die erhofften Glanzlichter blieben aber aus. Das große Manko ist bisher die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Ähnliches gilt für die ebenfalls noch ungeschlagenen Londoner. Aber Mourinho wäre nicht Mourinho, wenn er nicht im Vorfeld des Spiels bereits wieder provozieren würde. „Der FC Bayern des Jupp Heynckes war das beste Team Europas. Jetzt haben sie einen neuen Trainer und neue Spieler – und ich bin nicht mehr sicher, ob sie immer noch so gut sind“, sagte der Portugiese der Bild am Sonntag.

Dabei verbindet die beiden Rivalen eine gemeinsame Vergangenheit: Als José Mourinho von 1996 bis 2000 als Co-Trainer bei Barcelona agierte, gehörte Pep Guardiola zu seinen Spielern.

Doch Guardiola schaffte etwas, das Mourinho in der Folge verwehrt blieb: 2008 wurde er Cheftrainer der Katalanen. Ein Posten den „The Special One“ nur zu gerne gehabt hätte. „José Mourinho ist in gewisser Weise ein Fan, und er wollte zum FC Barcelona kommen. Dies war aber nicht möglich, weil wir uns entschieden hatten, Pep Guardiola als Trainer zu verpflichten“, erklärte Ex-Klubpräsident Laporta vor Kurzem gegenüber El Pais. Statt bei Barcelona landete der Portugiese schließlich bei Inter Mailand, gewann seinen zweiten Champions-League-Titel und erstmals das Triple. Einmalig? Nein, denn Pep Guardiola schaffte 2009 mit sechs Titelgewinnen in einem Jahr etwas bisher Unerreichtes und ließ damit sogar Mourinho blass aussehen. Als dieser dann ein Jahr später zu Real Madrid wechselte, fand die Rivalität ihren bisherigen Höhepunkt.

Ein Klassiker

In den folgenden elf Clásicos behielt Barcelona fünf Mal die Oberhand, zwei Mal setzte sich Real durch. Ein 0:5-Debakel im ersten Aufeinandertreffen im Camp Nou war zudem die bis dato höchste Niederlage Mourinhos in seiner Trainerkarriere.

Guardiola sammelte hingegen weiter Trophäen – fünf an der Zahl, um genau zu sein. Sein extrovertierter Gegenspieler machte neben drei nationalen Titeln vor allem abseits des Platzes von sich Reden: So sprach der Portugiese im April 2011 nach dem mit 0:2 verlorenen Champions-League-Halbfinal-Hinspiel gegen Barcelona von einer Verschwörung und unterstellte Referee Wolfgang Stark Parteinahme. Vier Monate später, beim spanischen Supercup, drückte er dem damaligen Barcelona-Co-Trainer Tito Vilanova einen Finger ins Auge.

Wenn sich die beiden Trainer am Freitag wieder gegenüberstehen, ist die Vergangenheit freilich egal. Was zählt, ist die Leistung der Mannschaften auf dem Platz. Für Pep Guardiola und José Mourinho ist es aber vor allem eine Frage der Ehre.

Und selbst wenn sich der Portugiese mittlerweile als „The Happy One“ bezeichnet, über eine Niederlage gegen Guardiolas Bayern wird sich der 50-Jährige bestimmt nicht freuen.

Bayerns Kampf gegen ein Trauma

Es geht heute Abend in Prag (20.45 Uhr/live Puls4, ZDF und Sky Sport) nicht nur um José Mourinho und Pep Guardiola. Im Duell zwischen Chelsea und Bayern München geht es um den ersten internationalen Titel der Saison und – aus Sicht der Deutschen – um das Überwinden eines Traumas.

Knapp mehr als ein Jahr ist es her, da verloren die Bayern ihr „Finale dahoam“ gegen den Klub aus London. Trotz Überlegenheit von Schweinsteiger und Kollegen im Endspiel der Champions League rettete sich Chelsea dank Didier Drogba ins Elfmeterschießen, in dem der Stürmer der Elfenbeinküste zum ganz großen Helden der Partie avancierte.

Drogba ist zwar nicht mehr beim Verein, der nächste afrikanische Starstürmer steht bei Chelsea aber bereits vor der Tür. Der Kameruner Samuel Eto’o soll von Anschi Machatschkala (Rus) nach London wechseln. Mit Inter Mailand gewann Eto’o 2010 unter Mourinho die Champions League. Der Finalgegner damals hieß – FC Bayern.

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