Sport | Fußball
27.06.2018

UEFA schließt AC Milan vom nächsten Europacup aus

Weil die Mailänder sich nicht an die Regeln des Financial Fair Play hielten, schloss die UEFA den Verein vom Europacup aus.

Die Finanzkontrollbehörde der UEFA hat AC Milan für die kommende Saison aus dem Europacup ausgeschlossen. Die Strafe erfolgte, weil der Club gegen die "Financial-Fair-Play-Regeln" verstoßen hat. Die Entscheidung wurde von der Untersuchungskammer des sogenannten Club Financial Control Body (CFCB) gefällt.

Der Verein werde von der Teilnahme am nächsten UEFA-Clubwettbewerb (d.h. ein Wettbewerb in der Saison 2018/19 oder 2019/20), für den er sich in den kommenden zwei Spielzeiten gegebenenfalls qualifiziert, ausgeschlossen, hieß es in der Mitteilung am Mittwoch auf der Website der UEFA. Durch Rang sechs in der vergangenen Serie-A-Saison wäre Milan für die Gruppenphase der kommenden Europa League gesetzt gewesen. Stattdessen würde Fiorentina (8.) nachrücken, Milan kann das Urteil aber innerhalb von zehn Tagen vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten.

Nach dem Rückzug des jahrelangen Besitzers, dem ehemaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi, ist Milan im April 2017 für 740 Millionen Euro an chinesische Investoren verkauft worden. Seither standen die "Rossoneri" unter Beobachtung durch das UEFA-Gremium - unter anderem, weil im letzten Sommer 200 Millionen Euro für Transfers ausgegeben und bei einem amerikanischen Konsortium ein Millionen-Kredit aufgenommen wurde.

Auch PSG im Visier

Milan hatte in den Jahren 2015 bis 2017 ein deutliches Minus bei Spielertransfers verzeichnet. Als Sechster der Serie A hatte der Club in dieser Saison trotz zahlreicher teurer Einkäufe die lukrative Champions League verpasst. Für die Spieler Leonardo Bonucci, Andre Silva, Andrea Conti, Hakan Calhanoglu, Ricardo Rodriguez, Mateo Musacchio und Lucas Biglia wurden allein 2017 insgesamt fast 170 Millionen Euro ausgegeben.

Milan ist nicht der einzige Club, der wegen der Finanzregularien der UEFA in Schwierigkeiten steckt. Der französische Meister Paris Saint-Germain muss voraussichtlich noch Transfereinnahmen generieren, um kostspielige Neuverpflichtungen wie den 222-Millionen-Euro-Mann Neymar auszugleichen.

Mit dem Financial Fair Play will die UEFA Vereine zu maßvollem Wirtschaften verpflichten. Nach den Regularien dürfen Clubs sich derzeit für den Zeitraum von drei Jahren bis 2017/18 einen Verlust von insgesamt 30 Millionen Euro erlauben, wenn dieser durch Geldgeber gedeckt wird.