UEFA-Präsident Michel Platini freut sich auf die Nations League.

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Fußball
03/27/2014

UEFA: Nations League wird eingeführt

Delegierten segnen die ab 2018 ausgespielte Nations League ab. Die Eckpunkte der "Mini-EM".

Die UEFA wird künftig neben der EM einen zweiten Bewerb für Fußball-Nationalteams ausrichten. Über die sogenannte Nations League werden insgesamt vier Startplätze für die EM 2020 vergeben. "Das ist in Bezug auf die Nationalmannschaften eine sehr wichtige Entscheidung für die Zukunft des Fußballs", sagte UEFA-Präsident Michel Platini zur Einführung der Nations League.

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) begrüßt die grundsätzliche Einigung auf die Schaffung der "Nations League" als zusätzlichen Bewerb für Nationalteams. "Der neue Wettbewerb ist eine Aufwertung gegenüber den bisherigen Freundschaftsspielen. Und es ist eine neue Chance, sich für ein Großereignis zu qualifizieren", erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner der APA - Austria Presse Agentur.

Die TV-Rechte an der Nationenliga sollen wie bei der weiterhin bestehenden EM-Qualifikation zentral von der UEFA vermarktet werden. "Wichtig ist, dass die finanzielle Absicherung für die nationalen Verbände auch nach 2018 gegeben ist", betonte Windtner. "Es ist erfreulich, dass der ÖFB als kleiner nationaler Verband aktiv und positiv an diesem Prozess mitgewirkt hat."

Für den ÖFB war vor allem Generaldirektor Alfred Ludwig eingebunden. Beim Kongress in Astana befand sich Windtner mit Bundesliga-Präsident Hans Rinner und ÖFB-Rechtsdirektor Thomas Hollerer. Vorerst stimmten die Vertreter der 54 nationalen Verbände in Kasachstan einstimmig einer Resolution zur Nations League zu. Die endgültige Beschlussfassung könnte beim nächsten UEFA-Kongress im März 2015 in Wien getroffen werden

(Möglicher) Modus der "Mini-EM"

Zugunsten der neuen Liga würden sämtliche Testländerspiele abgeschafft werden. Stattdessen werden die Mannschaften anhand des Länder-Koeffizienten in Gruppen eingeteilt. Gespielt wird dann zwischen September und November 2018. Bei einem Final-Four-Turnier 2019, an dem die Divisionssieger sowie die vier Untergruppengewinner teilnehmen, wird der Nations League Champion gekürt. Zudem wird um Auf- und Abstieg gespielt.

Künftig soll die Mini-EM alle zwei Jahre zwischen den großen Turnieren steigen. Da sich 2019 nur 20 Teams direkt für die EM 2020 qualifizieren, die erstmals in 13 Ländern ausgetragen wird, sollen auch vier nicht-qualifizierte Teams aus der Nations League die Chance auf die Play-off-Teilnahme im März 2020 erhalten.

Für alle, die jetzt den Überblick verloren haben, sich bei den dezent verwirrenden Neuerungen nicht auskennen, haben wir die Eckpunkte der Reform aufgelistet:

) Der Wettbewerb wird ein Auf- und Abstiegssystem umfassen und die meisten freundschaftlichen Länderspiele ersetzen.

) Die Nationenliga wird eine zusätzliche Möglichkeit bieten, sich für die Endrunde einer Fußball-Europameisterschaft zu qualifizieren.

) Geplant ist, die 54 Nationalmannschaften anhand der Koeffizientenrangliste in vier Klassen zu unterteilen. Die Teams spielen dabei um den Aufstieg in eine höhere Division oder um den Sieg in der Nationenliga und die Qualifikation für die EM-Play-offs.

) Jede Klasse wird vor der EM 2020 wiederum in vier Dreier- oder Vierergruppen unterteilt, sodass jede Mannschaft zwischen September und November 2018 vier bis sechs Spiele bestreiten wird. Das österreichische Team würde derzeit in der Division B, der zweithöchsten Kategorie, antreten.

) Die "Endphase", in der die vier Gruppensieger der höchsten Stärkeklasse (Division A) gegeneinander antreten werden, wird 2019 beginnen. Die EM-Play-offs sind für März 2020 angesetzt. Für die teilnehmenden Nationalmannschaften stehen mehrere Dinge auf dem Spiel: Der Titel in der Nationenliga, der Auf- und Abstieg zwischen den einzelnen Stärkeklassen sowie die Teilnahme an den EM-Play-offs.

) In jedem ungeraden Jahr wird der Sieger der Nationenliga ermittelt. Damit können alle Verbände künftig auf ihrem Niveau Partien auf Augenhöhe austragen.

) Am Qualifikationsmodus für die EM wird sich im Wesentlichen nichts ändern, wenngleich die Qualifikation künftig erst im März nach einem großen Turnier statt direkt im September beginnt und sich vier Mannschaften über die Nationenliga für die Endrunde qualifizieren.

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