Sport | Fußball
11.08.2017

Turan will nach Attacke zurück ins Nationalteam

Im Juni sorgte Barcelonas Arda Turan für einen Skandal, als er einen Journalisten attackierte - und trat aus der türkischen Nationalmannschaft aus. Nun will er wieder für das Team spielen.

Auf die letzte Saison wird Arda Turan wohl mit gemischten Gefühlen zurückblicken. Beim FC Barcelona unter Vertrag, zeigte sich der Türke in der ersten Hälfte der Spielzeit in guter Form, glänzte unter Anderem mit einem Hattrick in der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach. Dann folgten Adduktorenbeschwerden, wegen derer er wettbewerbsübergreifend zwölf Partien verpasste. In den letzten fünf Spielen der Saison kam Turan - obwohl bereits genesen - zu keinem einzigen Einsatz.

Dann der Eklat: Anfang Juni sollte Turan mit der türkischen Nationalmannschaft, deren Kapitän er war, nach Slowenien fliegen, um sich dort auf das WM-Qualifikationsspiel gegen den Kosovo vorzubereiten. Ebenfalls im Flugzeug: Der türkische Journalist Bilal Mese, tätig für die Tageszeitung Milliyet. Mese hatte bereits während der EM 2016 in Frankreich über das Nationalteam berichtet, unter Anderem über mutmaßliche Unstimmigkeiten zwischen dem damaligen Trainer Fatih Terim und den Spielern.

"Leicht wie ein Vogel"

Diese Berichterstattung soll auch der Auslöser der fatalen Attacke Turans gewesen sein: Der 30-jährige soll den Journalisten laut Medienberichten beleidigt und gewürgt haben, andere Passagiere konnten schließlich intervenieren. Die Konsequenzen dieses Zwischenfalls folgten sofort: Turan kam nach einer Unterredung mit Trainer Terim und Verbandspräsident Demirören gegen den Kosovo nicht zum Einsatz. Bald darauf gab er bekannt, nicht mehr für das Nationalteam spielen zu wollen. Es sei eine persönliche Entscheidung gewesen, so Turan - er fühle sich nun leicht "wie ein Vogel".

Diese Leichtigkeit scheint Turan nun nicht mehr zuzusagen: Am Donnerstag erklärte er, wieder für die Türkei spielen zu wollen - falls der neue Teamchef Mircea Lucescu ihn dafür geeignet sehe. Er würde sich geehrt fühlen, so Turan, das Nationaltrikot wieder überstreifen zu dürfen. Für den Sinneswechsel verantwortlich sollen Präsident Demirören, der ihm „Zuneigung und Versöhnlichkeit“ entgegengebracht habe, und Trainer Lucescu selbst gewesen sein. Letzterer hatte bereits bei seinem Antritt als Nachfolger Fatih Terims verkündet, Turan zu einer Rückkehr bewegen zu wollen. Die Nationalmannschaft brauche ihn und er brauche sie, so der Rumäne.

Neben dem der Nationalmannschaft könnte Turan in Zukunft auch ein weiteres altbekanntes Trikot überstreifen: Sein Ex-Verein Galatasaray Istanbul, den Turan 2011 verließ, um zu Atlético Madrid zu wechseln, plant laut dem englischen Fußballmagazin FourFourTwo, den 30-jährigen zu verpflichten.