Sport | Fußball
03.06.2018

Transfers: Dovedan kommt nicht zu Rapid, dafür bleibt Schwab

Der Heidenheim-Legionär ist zu teuer. Frankfurt-Trainer Hütter sucht andere Spielertypen als den Rapid-Kapitän.

Die bewusst hochgesteckten Ziele am Transfermarkt kann Rapid nicht erfüllen: Mit Konstantin Kerschbaumer und Nikola Dovedan sollten (zusätzlich zu Pavlovic und Potzmann) zwei gebürtige Tullner für mehr Qualität und Flexibilität sorgen. Kerschbaumer wechselt um 1,5 Millionen Ablöse und einem Gehalt, bei dem Rapid nicht mitkommt, von Brentford zu Ingolstadt. Als nächsten Österreicher wird der „Audi-Klub“ Thorsten Röcher von Sturm verpflichten.

Und auch bei Dovedan durchkreuzen die in Deutschland üblichen Summen die Pläne. „Das Thema ist noch nicht abgehakt, aber es sieht nicht nach einer Einigung aus“, sagt Sportdirektor Fredy Bickel zur Ablöseforderung von Heidenheim. Einen großen Rückschlag sieht der Schweizer aber nicht: „Wir verhandeln bewusst mit mehreren Kandidaten parallel, weil wir nicht davon ausgehen konnten, dass sich alle Wünsche erfüllen. In einer Woche könnte es Abschlüsse geben.“

Legionär für die Offensive

Zumindest ein Legionär wird kommen. Gehandelt werden der frühere Barisic-Wunschstürmer Nikola Stojiljkovic von Braga und der 20-jährige Flügel Anders Dreyer von Esbjerg fB. Der dänische Nachwuchsteamstürmer hat den Zweitligisten mit 21 Toren und acht Assists in 33 Spielen beinahe im Alleingang zum Aufstieg geschossen. Bickel sagt: „Stojiljkovic und Dreyer sind Kandidaten. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Entwarnung gibt es bei Stefan Schwab: Niko Kovac hatte bei Frankfurt wie berichtet ein Auge auf den Rapid-Kapitän geworfen. Adi Hütter, der Nachfolger des neuen Bayern-Trainers Kovac, wird für ein Angebot aber nicht die Freundschaft zu Bickel riskieren. Der Vorarlberger setzt für das Mittelfeld-Zentrum der Eintracht auf andere Spielertypen.

Eigentlich sollten ja Schwab und Ivan Mocinic das Rapid-Spiel dirigieren. Doch der Rekordeinkauf kam seit dem schweren Knorpelschaden vor eineinhalb Jahren nicht über mehrere Comeback-Versuche bei Rapid II hinaus. Mit dem Start der Vorbereitung am 20. Juni gibt es noch einen Versuch. „Die letzte Reha hat sehr gut angeschlagen. Ivan fühlt sich jetzt fit“, sagt Bickel. „Allerdings bleibt die Gefahr, dass das Knie durch die Belastung der Vorbereitung wieder reagieren könnte.“

Okungbowas Abschied

Mocinic ist nicht der einzige Sechser mit ausgeprägter Leidensgeschichte: Osarenren Okungbowa, früheres Top-Talent von Rapid, hat eine Schambeinentzündung (zwei Jahre Pause) und einen Kreuzbandriss hinter sich. Mit 24 will es der Wiener noch einmal wissen, es gibt mehrere Anfragen. „Wir sind Rapid dankbar für die Unterstützung in schwierigen Zeiten. Aber Osa braucht jetzt viele Spiele auf Profi-Niveau, das kann der Klub nicht garantieren“, sagt Okungbowas Berater Walter Künzel zum Abschied nach acht Jahren.

SKN will nachziehen

Zusätzlichen Schwung am Transfermarkt wird heute der Ausgang der Relegation zwischen St. Pölten und Wiener Neustadt (15.30 Uhr) auslösen. Sollte der SKN nach dem 2:0 im Hinspiel den nahen Klassenerhalt fixieren, werden mehrere Spieler verpflichtet. Für den Sturm soll Rene Gartler, 32, vom LASK kommen, für die Defensive Sturm-Reservist Patrick Puchegger, 23.