Terror-Gefahr: Geisterspiele bei der EURO?

Der offizielle Spielball „Beau Jeu“ der UEFA Euro 2016 von Adidas.
UEFA-Vizepräsident Giancarlo Abete heizt die Debatte um Spiele vor leeren Rängen an.

Trotz der Terrorserie in Europa wollen die französischen Gastgeber der Fußball-EM 2016 das Turnier nicht infrage stellen. "Die Fußball-Europameisterschaft abzusagen oder zu verschieben hieße, diesen Feiglingen recht zu geben", sagte Sport-Staatssekretär Thierry Braillard in einem Interview der Zeitung L'Equipe. Er glaube auch nicht, dass die UEFA als Organisatorin der EM darüber nachdenke.

Braillard betonte, die Sicherheit sei eine zentrale Frage bei den Vorbereitungen für die EM, die am 10. Juni beginnen soll. "Im Hinblick auf die Sicherheit kann man nicht mehr tun", versicherte er. "Wir wiederholen es seit mehreren Monaten, die terroristische Bedrohung war von Anfang an Teil unserer Überlegungen." Braillard mahnte: "In solchen Momenten darf man nicht Angst zur Angst hinzufügen." Er bemühte sich auch, mögliche Sorgen der Teams zu zerstreuen: "Jede Mannschaft wird von Elite-Polizisten bewacht werden, wie auch ihre Trainingsorte und Unterkünfte."

Geisterspiele

Immer wieder wird allerdings darüber gesprochen, ob Spiele notfalls vor leeren Rängen stattfinden könnten. EM-Chef Jacques Lambert hatte Anfang März gesagt, diese Option werde nicht in Erwägung gezogen. Nun fachte UEFA-Vizepräsident Giancarlo Abete die Debatte neu an. „Das Risiko von Partien hinter verschlossenen Türen existiert immer, weil es um einen Wettbewerb geht, der um jeden Preis stattfinden soll“, sagte er nach den Brüsseler Anschlägen dem italienischen Sender Radio 24. „Man kann keine Spiele auf andere Tage verschieben, weil in einem Turnier alles davon abhängt, dass festgelegte Daten eingehalten werden.“

Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Terroristen. In Paris starben dabei im November 130 Unschuldige, unter anderem sprengten sich drei Männer während eines Länderspiels in der Nähe des Stade de France in die Luft.

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