Stadionblockade vor Fußball-EM?
Ein Fußball-Stadion ist ein Stück weit auch Repräsentationsbau. Erst recht, wenn es für eine Europameisterschaft neu gebaut wurde. So eine Arena steht für die Ausdruckskraft eines Landes, den Gestaltungswillen seiner Bevölkerung, mitunter sogar für die Gesellschaft selbst.
Demnach ist es um EURO-Co-Gastgeber Polen nicht gut bestellt: Vier Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2012 herrscht Riesen-Aufregung um das Warschauer Nationalstadion, wo am Freitag Polen gegen Griechenland das Turnier eröffnen soll. 40 Bauunternehmen drohen nach Informationen der Zeitung Rzeczpospolita mit einer Blockade des Stadioneingangs, weil sie noch ausstehende Rechnungen für die Arbeiten an dem Objekt hätten.
Blockade von 6.000 Mitarbeitern
"Wir sind verzweifelt und schrecken vor nichts zurück", erklärte einer der Bauunternehmer gegenüber dem Blatt. "Wir haben genug vom Briefeschreiben mit dem Hauptauftragnehmer und dem Investor", erklärte ein anderer Firmenbesitzer. Rund 6.000 Mitarbeiter und etliche Baufahrzeuge der Firmen könnten das Stadion in Warschau blockieren, so die Rzeczpospolita.
"Keine Gespräche unter dem Druck von Drohungen"
Die Bauunternehmer fordern nun zumindest eine Garantieerklärung, dass die ausstehenden Summen innerhalb einer Woche überwiesen werden. Nach Angaben von Medien finden derzeit Gespräche mit dem Nationalen Sport-Zentrum, der Trägergesellschaft des Nationalstadions, statt. Dem widerspricht eine Sprecherin des Sport-Zentrums: "Unser Geschäftsführer kann sich mit jedem treffen, aber nicht unter dem Druck von Drohungen."
Das Warschauer Nationalstadion kostete rund 453 Millionen Euro. Auch in Wroclaw (Breslau) klagen Subunternehmer, sie seien für ihre Mitarbeit am Stadion noch nicht ausreichend bezahlt worden.
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