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10.11.2018

St. Pölten erreicht gegen zehn Grazer nur ein Remis

Mehr als eine Stunde war Sturm gegen den SKN in Unterzahl, holte am Ende aber einen Punkt.

Vizemeister Sturm findet auch unter Interimstrainer Günther Neukirchner nicht in die Erfolgsspur. Die nun seit sieben Ligaspielen sieglosen Grazer kamen am Samstag in der 14. Bundesliga-Runde gegen SKN St. Pölten zuhause nicht über ein torloses Remis hinaus, spielten aber nach einer Roten Karte gegen Dario Maresic über eine Stunde lang in Unterzahl.

Die erste Partie nach der Trennung von Heiko Vogel geriet emotionsgeladen und endete mit dem bereits siebenten Unentschieden für Sturm in dieser Saison. Neukirchner sah den Ausgang auf der Tribüne. Er war schon Anfang der zweiten Hälfte wegen Schiedsrichterkritik auf die Tribüne verwiesen worden.

Es dürfte bei einem einzigen Einsatz Neukirchners als "Feuerwehrmann" bleiben: Denn laut übereinstimmenden Medienberichten wird Ex-Sturm-Spieler Roman Mählich, bisher ohne Oberhaus-Erfahrung als Trainer, in naher Zukunft als Vogel-Nachfolger präsentiert.

Maresic fliegt

Sturm startete wie in den jüngsten Spielen bemüht und durchaus druckvoll: Emeka Eze (15.) und Markus Pink (16.) schossen St. Pölten-Schlussmann Christoph Riegler warm, ehe Peter Zulj die erste Topchance vergab: Der ÖFB-Teamspieler donnerte den Ball mit Rücklage über das Tor (21.). Eine Minute zuvor hatte Schiedsrichter Andreas Heiß nach einer Attacke von Sandro Ingolitisch gegen Otar Kiteishvili im Strafraum weiterlaufen lassen.

Die Drangphase der Steirer sollte abrupt enden: Maresic sprang mit beiden gestreckten Beinen voraus in den Zweikampf gegen Daniel Luxbacher. Der 19-jährige Sturm-Verteidiger spielte dabei den Ball, sah von Heiß aber glatt Rot. Welch emotionales Pulverfass der SK Sturm im Gesamten derzeit ist, unterstrichen die folgenden Momente, in denen der Geschäftsführer Sport Günter Kreissl von seinem angestammten Pressetribünen-Platz hinunter aufs Feld stürmte, um den vierten Offiziellen wütend zur Rede zu stellen.

Harmlose Wölfe

Die Partie blieb auch nach dem Seitenwechsel hitzig. Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl hielt seiner Mannschaft vorerst gegen Luxbacher den Punkt fest (47.). Dann wurde Neukirchner auf die Tribüne geschickt. Er hatte eine umstrittene Entscheidung von Heiß, der nach Foul an Zulj keinen Vorteil gelten ließ, lautstark und gestenreich quittiert (52.).

Sturm war nun aber sportlich wieder präsenter. Riegler schmiss sich einem Schuss von Eze erfolgreich entgegen (54.). Zuvor hatte Heiß bei einem Kontakt von Thomas Schrammel gegen Pak Kwang-ryong ebenfalls auf Weiterspielen entschieden (66.).

Während die Gäste trotz Überzahl erstaunlich harmlos blieben, dominierte Sturm in der Schlussphase die Partie. Der Befreiungsschlag gelang bis zuletzt nicht. Die besten finalen Chancen vergaben Lukas Grozurek (82.) und Lukas Spendlhofer (83.), die jeweils am starken Riegler scheiterten.