Spendierfreudige deutsche Bundesliga

Ein Fußballspieler des FC Bayern München zeigt mit dem Finger nach rechts.
Die 18 Klubs der deutschen Bundesliga investierten schon fast 190 Millionen in neue Spieler und sind auf Rekordkurs.

In Deutschland ist von einer Finanzkrise nichts zu spüren – zumindest nicht in der Bundesliga. Neun Tage vor dem Start der 50. Saison haben die 18 Vereine so viel Geld in neue Spieler investiert wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa liegt man mit Ausgaben von 186,23 Millionen Euro sogar auf Rekordkurs - darin sind die 40 Millionen, die die Bayern möglicherweise für den Spanier Javier Martínez ausgeben, noch nicht enthalten. Die Bestmarke stammt aus dem Sommer 2007 (194 Mio. €). Im Vorjahr hatten die Klubs 132, 2010/2011 nur 87 Millionen Euro investiert.

Zum Vergleich: Die Klubs der englischen Premier League gaben vor der am Wochenende beginnenden Saison bisher rund 330 Millionen Euro (inklusive Van-Persie-Wechsel zu Manchester United) aus und liegt damit vor den Klubs der italienischen Serie A (280 Mio. €).

Bilanz

Die Ausgabenliste führt Gladbach mit 31,2 Millionen Euro vor Bayern (29,8 Mio. €) und Dortmund (26,5 Mio. €) an. Anders als die Bayern, die nur 500.000 Euro für den an Bremen verliehenen Nils Petersen einnahmen, konnten die Dortmunder (Einnahmen: 24,3 Mio. €) und Gladbach (23,0 Mio. €) ihre Transferbilanz durch Verkäufe fast ausgleichen.

Die Bayern holten Claudio Pizarro (ablösefrei aus Bremen), den Schweizer Xherdan Shaqiri (Basel/11,6 Mio. €), Mario Mandzukic (Wolfsburg/13,0 Mio. €) und Dante (Gladbach/4,7 Mio. €). Vielleicht kommt noch Javier Martínez für 40 Millionen Euro aus Bilbao.

Gladbach stand vor der Aufgabe, den Substanzverlust durch die Abgänge von Marco Reus, Dante und Roman Neustädter auszugleichen. Das wurde teuer: Luuk de Jong (Twente Enschede) kostete rund zwölf Millionen Euro, für Alvaro Dominguez (Atlético Madrid) und Granit Xhaka (FC Basel) wurden zusammen mehr als 16 Millionen Euro ausgegeben.

Dortmund leistete sich mit Teamspieler Reus (17,1 Mio. €) den teuersten Transfe des Sommers, musste aber den Japaner Shinji Kagawa für 15 Millionen Euro zu Manchester United ziehen lassen. Für Ex-Torjäger Lucas Barrios (für 8,5 Mio. € nach China) wurde dem VfB Stuttgart Julian Schieber (6,0 Mio. € Ablöse) abgekauft.

Als einziger Topklub hielt sich Schalke auf dem Transfermarkt zurück. 13 Spieler, darunter Superstar Raúl, gingen, mit dem Leverkusener Tranquillo Barnetta und dem Gladbacher Neustädter kamen nur zwei Neue, die beide ablösefrei waren. Geld wurde nur für den Kauf des zuvor ausgeliehenen Chinedu Obasi (4 Mio. € an Hoffenheim) ausgegeben.

Sparmeister

Am sparsamsten waren die Schwaben: Stuttgart lieh Tim Hoogland für lediglich 200.000 Euro von Schalke aus. Die höchste Fluktuation gab es erneut bei Trainer-Manager Felix Magath: Wolfsburg holte bisher 15 Neue und sortierte 19 überzählige Profis aus.

Eine finanziell positive Transferbilanz weist nur ein Drittel der Klubs auf: Werder Bremen (+7,3 Mio. €), Stuttgart (+6,8 Mio. €), Nürnberg (+4,8 Mio. €), Hoffenheim (+4,65 Mio. €), der Hamburger SV (+2,0 Mio. €) und Mainz (+1,5 Mio. €).

Das kann sich ändern – der Transfermarkt ist noch bis zum 31. August geöffnet.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

Kommentare