Spanien liegt den "Unbesiegbaren" zu Füßen
Dieses Mal klappte es auch mit dem angenehmen Schluss-Akkord, denn auch der Pokal blieb heil. Vergangenes Jahr hatte ja Real-Star
Sergio Ramos die Pokalbilanz ramponiert: Damals hatte er nach dem Cupsieg die Trophäe fallen lassen, und der Bus war über sie gerollt. Ziemlich abgefahren eigentlich.
Diese Feierlichkeiten verliefen unfallfrei. Die Teamspieler fuhren in einem offenen Bus durch das Zentrum von Madrid zum Cibeles-Brunnen. Dort hatten sich bereits mehrere Stunden vor Beginn der offiziellen Siegesfeier Zehntausende Fans versammelt und feierten dann euphorisch ihre Helden um Trainer Vicente Del Bosque.
Ausgelassen
Fast alle Anmhänger waren mit roten Trikots der Seleccion bekleidet und schwenkten rot-gelbe Flaggen. Die Feuerwehr verschaffte den in der prallen Sonne ausharrenden Fans mit Wasserschläuchen Abkühlung. Am Cibeles-Brunnen feiert traditionell
Spaniens Rekordmeister Real Madrid seine großen Triumphe.
Vor der Siegesfeier waren die Europameister von König Juan Carlos im Zarzuela-Palast empfangen worden. "Ihr habt uns eine große Freude gemacht. Nicht allein uns, sondern ganz Spanien", sagt der stolze Monarch.
Teamkapitän und Tormann Iker Casillas war stolz darauf, dass er und seine Kollegen am Sonntagabend gleich in mehrfacher Hinsicht Geschichte geschrieben hatten. "Wir sind sehr glücklich über diesen historischen Erfolg, den wir erreicht haben. Es war sehr schwer, doch wir haben es geschafft", erklärte der Tormann von Real Madrid. Nachsatz: "Wir haben gemeinsam Großes geschafft."
Königlich
Gemeinsam. Das Nationalteam eint nicht nur die Spieler von
Real Madrid und FC Barcelona, sondern auch die Volksgruppen des Landes. Es ist noch nicht so lange her, dass mehr Spanier Klubspiele im Fernsehen angeschaut haben als Partien des Teams. Doch seit 2008 ist die "Furia roja" nationale Angelegenheit, sie gibt den Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise etwas zum Feiern.
Der 4:0-Sieg Spaniens über das Team der Italiener war das meistgesehene Fußballspiel in der spanischen TV-Geschichte. Wie der Sender Telecinco mitteilte, hatten etwa 15,5 Millionen Zuschauer die Übertragung miterlebt. Kurz vor dem Schlusspfiff in der Partie habe die Zahl der TV-Zuschauer in Spanien mit 17,9 Millionen ihren Höhepunkt erreicht. Der bisherige Rekord war beim EM-Finale 2008, Spanien gegen Deutschland in Wien, mit 14,5 Millionen Zuschauern.
Hilfreich
Die Zeitung El Pais schrieb recht nüchtern: „Der Fußball kann kein Ersatz sein für eine gute politische Führung oder für wirtschaftliche Prosperität, aber er kann in schwierigen Zeiten das Selbstvertrauen stärken. Das spanische Team hat nicht nur einen brillanten Fußball gespielt, sondern auch ein vorbildliches Verhalten an den Tag gelegt.“
Weitaus emotionaler feierten die Sporttageszeitungen den Erfolg. "¡¡¡Tricampeon!!!", hieß es da nach dem dritten großen Titel in Folge. Oder einfach nur: "Gracias". "Die Unbesiegbaren", "Die Legendären" oder "Die perfekte Mannschaft" waren ebenfalls Teil der großen Huldigungen. Außerhalb Spaniens wurde ebenfalls von der besten Mannschaft aller Zeiten geschrieben.
Gierig
Diese goldene Generation ist noch immer hungrig nach Erfolgen. Unglaubliche 233 Titel haben die 23 Kaderspieler im Laufe ihrer Karrieren schon errungen. Den Schnitt von zehn Titeln pro Mann und Nase unterbietet Jordi Alba – der Valencia-Spieler feierte seinen ersten großen Triumph. Aber jetzt geht er zum FC Barcelona und wird seine Trophäensammlung vergrößern.
Denn für seine künftigen Klubkollegen Xavi und Iniesta war es schon der 24. Titel ihrer Karriere. Diese Generation spielt schon lange zusammen: Casillas hat 137 Länderspiele absolviert, Xavi 115, Xabi Alonso 102, Torres 98 und Sergio Ramos 92. Genug? "Wenn ich mich gut fühle, werde ich in Brasilien dabei sein", sagte Xavi. Eine Drohung für die Konkurrenz.
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