Sport | Fußball
27.05.2018

Schmidts Abschied von Altach gegen Vizemeister Sturm

Der Steirer sieht im Ländle eine zu hohe Erwartungshaltung - Unterschrift unter Ausstiegsklausel sei ein Fehler gewesen.

Klaus Schmidt gibt am Sonntag seine Abschiedsvorstellung beim SCR Altach. Für den Steirer heißt es nach der 36. und letzten Fußball-Bundesliga-Runde Abschied nehmen von den Vorarlbergern, die eine Option für die vorzeitige Vertragsauflösung ziehen konnten, weil die Saison nicht unter den Top 7 beendet wird.

Rückblickend sei die Unterschrift unter diese Klausel ein Fehler gewesen. "Das war immer wie ein Damoklesschwert über mir." Dabei hätte alles noch ganz anders enden können. "Wenn wir das Heimspiel gegen St. Pölten gewonnen hätten (Anmerkung: 1:3 vor zwei Wochen), hätte das Pendel wahrscheinlich für mich ausgeschlagen", vermutete Schmidt.

Kurze Telefonate

So aber wurde der 50-Jährige bereits vor dem Rapid-Match in der vergangenen Woche über die bevorstehende Trennung informiert - in zwei Telefonaten mit Clubchef Karlheinz Kopf, die laut Schmidt "sehr kurz" waren. Längere persönliche Unterredungen gab es seither mit den beiden Geschäftsführern Georg Zellhofer und Christoph Längle, was die Conclusio brachte: "Die Bilanz war einfach nicht gut genug."

Schmidt gab zu, dass die Rheindörfler eine durchwachsene Saison absolvierten. "Aber es ist schwierig in Altach, weil die Erwartungshaltung sehr groß ist. Den Winterkönig hat noch jeder in Erinnerung." Das Kalenderjahr 2016 schloss man als Tabellenerster ab. Interimscoach war damals Werner Grabherr, der im Moment als Co-Trainer werkt und aussichtsreichster Kandidat für den Cheftrainer-Posten ist.

"Lehrreiche Zeit"

Schmidt geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Es war eine sehr lehrreiche Zeit mit vielen Höhen, denn im Herbst haben wir auch viele gute Spiele gemacht. Ich bin nicht voller Trauer und kann mich in den Spiegel schauen, weil ich jeden Tag alles für den Club gegeben habe."

Nun werden gegen Sturm noch einmal alle Kräfte mobilisiert. "Wir wollen den Abschluss vernünftig über die Bühne bringen, es wird ja auch die neue Tribüne eingeweiht. Wir hoffen, dass wir die Fans versöhnen und den schlechten Frühling vergessen machen können", erklärte Schmidt.

Da dürfte allerdings Sturm etwas dagegenhaben. "Unser Minimalziel ist ein Punkt", kündigte Trainer Heiko Vogel an. Der Deutsche muss auf viele Stammspieler verzichten und will die Gelegenheit nützen, um dem Nachwuchs eine Chance zu geben. "Wir werden viel junges Blut nach Altach mitnehmen", sagte der Betreuer des Vizemeisters.